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Diese Hinweisschilder stehen auf dem Friedhof "Im Brühl". Dort und an der Haingrabenstraße gelten jetzt höhere Gebühren.

Friedhofsgebühren steigen

Sulzbach: Die letzte Ruhestätte auf dem Gemeindefriedhof wird deutlich teuer 

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Gegen die Stimmen von SPD und Grünen wurden die Friedhofsgebühren in Sulzbach erhöht. Seit dem 1. Januar dieses Jahres kommt auf die Bürger eine Steigerung der Kosten von bis zu 14,5 Prozent zu.

Es klingt so förmlich, und die unschöne Botschaft, dass Sterben in Sulzbach teurer wird, ist gut verborgen im Amtsdeutsch. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, die Gebührensatzung zur Friedhofssatzung neu zu fassen.

Das Werk ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Außerdem legten die Gemeindevertreter fest, den Kostendeckungsgrad der Friedhofsgebühren künftig jeweils um zehn Prozent zu erhöhen, bis eine vollständige Kostendeckung erreicht ist. Das bezieht sich auf künftige Neufassungen der Gebührensatzung.

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Sulzbach: Friedhofsgebühren - ja oder nein? 

Kostendeckung – das ist das Schlüsselwort in der Diskussion „Erhöhung Friedhofsgebühren – ja oder nein?“. Ruth Schöffel (Grüne) sieht zurzeit keine dringende Notwendigkeit zu einer Gebührenerhöhung – insbesondere auch deshalb nicht, „weil die Gebühren im Jahr 2014 extern kalkuliert wurden und die Gebühren erst vor zwei Jahren erhöht wurden“.

Der Gemeindevorstand verweist dagegen auf den sogenannten Herbsterlass des Landes Hessen. Dort heißt es, dass „die zur Erreichung einer Kostendeckung im Land bereits festgesetzten höchsten Gebühren als zumutbar gelten“. Auch im Herbsterlass, so merkte dagegen Ruth Schöffel an, sei es nicht zwingend vorgeschrieben, Kostendeckung zu erreichen. Eine vertretbare Unterdeckung, also eine nicht ausreichende Deckung der Kosten, sei hinnehmbar. Das stimmt. In dem Erlass steht, dass eine vertretbare Unterdeckung unter bestimmten Voraussetzungen akzeptabel ist.

Gräber werden teurer: "Durch die Grundsteuer werden die Bürger schon genug belastet" 

Die SPD beteiligte sich im Parlament nicht mit einem langen Redebeitrag an der Diskussion. Gemeindevertreter Martin Lissmann stimmte der Argumentation der Grünen zu und sagte noch: „Durch die vor ein paar Jahren vorgenommene Erhöhung der Grundsteuer werden die Bürger schon genug belastet.“

Wie oft müsste in Sulzbach noch erhöht werden, um eine Kostendeckung zu erreichen? Aktuell, so heißt es in der Vorlage, bestehe für die Nutzungsrechte sowie für die Trauerhalle eine Kostendeckung von 70 Prozent. Ohne Zuschuss geht es in den anderen Bereichen, etwa für den Leichenaufbewahrungsraum. Da decken die Gebühren die Kosten zu 100 Prozent. Diese Werte sind aber von 2014. Wie wirkt sich die Gebührenerhöhung in der Praxis aus? Zwei Beispiele:

Eine Erdreihengrabstätte für Verstorbene ab dem vollendeten 5. Lebensjahr für die Nutzungsdauer von 25 Jahren hat bisher 2177 Euro gekostet und wird vom 1. Januar 2019 an mit 2488 Euro berechnet. Für eine Urnenreihengrabstätte für die Nutzungsdauer von 20 Jahren mussten zuletzt 889 Euro bezahlt werden, und künftig werden 1016 Euro berechnet.

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