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Baseball-Mütze, Jeanshemd ? lässig präsentierte sich Terence Hill (79) am Samstagabend im Sulzbacher Kinopolis. Er stellte seinen neuen Film vor und erzählte einige Anekdoten aus seinem Leben.

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Terence Hill besucht Sulzbach - jede Menge glückliche Fans, keine Verletzten

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Terence Hill, an der Seite von Bud Spencer berühmt geworden, ist Kult - und war gerade in Sulzbach. 1.400 Fans haben dem italienischen Schauspieler die Ehre erwiesen.

Hoppla! Ein Weltstar ist im Anmarsch, aber Kino 1, der größte Saal im Kinopolis Sulzbach, ist so gut wie leer. Das ist ungewöhnlich für einen Samstagabend, zumal alle knapp 700 Karten für diese Abendvorstellung verkauft sind. Ausgebucht sind auch die Kinos 10 und 4. Wo sind all die Filmfreunde? Sie scharen sich draußen um den Aufgang im ersten Stock und warten auf den Star. Sie tragen DVD-Megaboxen, Plakate, Fotoalben oder den Star-Schnitt aus der Jugendzeitschrift „Bravo“ 1975. Dort oben muss er irgendwo sein: Mario Girotti, besser bekannt als Terence Hill. 79 Jahre alt, stahlblaue Augen, die schmalere Hälfte von „Zwei wie Pech und Schwefel“ (1974).

Terence Hill feiert mit „Mein Name ist Somebody“ noch einmal eine Rückkehr auf die Leinwand, und überall in Deutschland jubeln ihm die Massen zu, auch bei der Präsentation in Sulzbach. Thomas Jachnow aus Glashütten sagt: „Wir hatten damals den Eindruck, das Kino hat mittwochabends nur für uns Bud-Spencer- und Terence-Hill-Filme gezeigt.“ Die Western mit einem guten Schuss Klamauk seien damals neuartig gewesen: eine andere Sprache, die Schlägereien, die mitunter etwas grenzüberschreitend waren. „Man wusste, sie sind nicht echt – aber wahnsinnig witzig.“ Jetzt, als Erwachsener, kann er ihn leibhaftig sehen: „Die Kindheit kommt zurück, so empfindet man das.“ Sagt’s, und entschuldigt sich: Die Menge vor der Tür setzt sich in Bewegung, weil Hill in die Tiefgarage eingefahren sein soll.

1400 Menschen mit Autogrammen und Selfies zu beglücken ist zu viel. Die Organisatoren verteilen gedruckte Autogrammkarten. Im Saal weht der Duft von Popcorn und Nostalgie. „Tu vives, oh Banana nana Joe“ klingt aus den Lautsprechern, das Titellied eines Filmes mit Bud Spencer. Viele der Zuschauer sind jung und können die Filme, als sie seinerzeit ins Kino kamen, kaum gesehen haben. Einige von ihnen haben bereits Anfang Juni im Kinopolis angerufen – dem Tag, als Hill seinen Besuch auf Facebook ankündigte. 2,2 Millionen Menschen folgen ihm dort.

Dann endlich kommt er, umringt von sechs Bodyguards, auf die Bühne. Die Menge jubelt, unzählige Handykameras laufen mit. Hill spricht gut Deutsch. Als Kind einer deutschen Mutter lebte er zwei Jahre lang nahe Dresden, bevor die Familie 1945 nach Italien zog. Er erzählt unter anderem, wie es zur Zusammenarbeit mit Bud Spencer kam: Dessen vorgesehener Filmpartner für „Der Hund, die Katze, der Fuchs“ brach sich kurz vor Beginn der Dreharbeiten das Bein. Der Regisseur fand Hill als Ersatz und sagte: „Du bist meine neue Katze.“ Als Hill vom Flughafen direkt ans Set gefahren wurde, stand Carlo Pedersoli, so Spencers bürgerlicher Name, vor ihm. Die erste Szene sollte, natürlich, eine Schlägerei sein. „Na Kleiner, hast Du Angst?“, fragte Bud Spencer Terence Hill. Er antwortete: „Ich bin eine Katze, ich bin schnell.“ Es war der Beginn einer lebenslangen Freundschaft.

Das Schauspiel wiederholt sich in Kino 10, dann in Kino 4. „Terence, Terence“-Sprechchöre branden dort auf. Ein Fan hat eine große Eisenpfanne in der Hand, mit der man „Blaue Bohnen für ein Halleluja“ zubereiten könnte. Er wollte sie signieren lassen – und muss sie der Security aushändigen. Die Pfanne stammte von der Oma, und immerhin ging sie nicht verloren: Nach Ende der Vorführung durfte er sie am Schalter abholen.

Einige Fans hatten Glück. „Du kommst nicht ohne Unterschrift nach Hause“, ordneten Claudia Fingerhuts Kinder an. Auftrag erfüllt! Das Original-Autogramm ist nun auf einem Terence-Hill-Porträt, das sie gemalt hat. Fingerhut: „Er ist einfach total sympathisch.“

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