Zurück zu Tempo 30

  • VonWalter Mirwald
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Im April 2014 hat die Gemeindevertretung mit elf zu acht Stimmen mit der damaligen Parlamentsmehrheit von SPD, GAL und FWG die Abstufung der Kreisstraßen K 801 und K 802 zu Gemeindestraßen beschlossen. Wie ist der Stand der Dinge zehn Monate später?

Wann werden die Kreisstraßen K 801 und K 802 zu Gemeindestraßen? Der Vorgang liegt derzeit bei der Kreisverwaltung in Hofheim zur Prüfung. Bürgermeisterin Renate Wolf (SPD) äußerte sich auf Nachfrage im Planungs- und Bauausschuss mit vorsichtigem Optimismus. Der Landrat sei zumindest gesprächsbereit, das sei ein kleiner Erfolg. Die zuständige Landesbehörde „Hessen mobil“ würde auch keine großen Probleme sehen. Jetzt – so Renate Wolf weiter – sollen der Nachbarstadt Schwalbach in enger Abstimmung mit dem Landrat konkrete Vorschläge dazu vorgelegt werden, „was wir mit den Straßen machen wollen“.

Kompromiss wird gesucht

Renate Wolf sagte, „dass wir natürlich keine Schranke hinstellen und keinen mehr durchlassen wollen“. Vielmehr soll für den Durchgangsverkehr der Weg zu dem Standort von Procter & Gamble in Schwalbach etwas weniger attraktiv gemacht werden. Die Rathauschefin weiß, dass das Thema sensibel behandelt werden muss, weil sich natürlich auch der Landrat darüber freue, dass bei Procter & Gamble zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden konnten: „Aber es kann nicht sein, dass Schwalbach die Gewerbesteuer kassiert und wir die Nachteile haben.“

Bei einer möglichen Abstufung der Kreisstraßen zu Gemeindestraßen könnte die Gemeinde Sulzbach durchgängig Tempo 30 anordnen. Bis dahin – so appellierte Odo Klais (CDU) – müsse man selbst handeln. Das heißt: „Freiwillig im Ort Tempo 30 einhalten und über die Kampagne ,Verträgliche Mobilität’ Überzeugungsarbeit leisten.“

Zur Erinnerung: Sulzbach war fast durchgängig Tempo-30-Zone, bis im März 2012 – für viele Sulzbacher unfassbar – der Hessische Landtag der Petition einer einzigen Familie stattgab und damit Tempo 50 auf den Kreisstraßen der Gemeinde angeordnet wurde. Lediglich im Ortskern gilt noch heute die 30er-Zone.

Erneut Umbau gefordert

Große Bedenken gegen eine Herabstufung hatten CDU und Pro Sulzbach geäußert, weil Unterhaltungskosten von jährlich 50 000 Euro und weitere Ausgaben in nicht bekannter Höhe auf die Gemeinde zukommen würden. Als die Bürgermeisterin jetzt davon sprach, dass dem Landrat Vorschläge gemacht werden sollen, holte Pro Sulzbach-Fraktionschef Joachim Fritz eine Idee aus der Schublade, die er schon mehrfach vorgetragen hatte: Nach Vorstellung seiner Fraktion soll ein Umbau des „Großen Dalles“, der Kreuzung zwischen Hauptstraße, Schwalbacher Straße und Platz an der Linde, in Angriff genommen werden.

Zu diesem seit Jahren immer wiederkehrenden Vorschlag heißt es im Parlament unter vorgehaltener Hand: „Dr. Fritz plädiert einerseits immer wieder für’s Sparen, schlägt andererseits aber teure Bauvorhaben vor.“

(wm)

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