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In der Keltenstraße ist die Durchfahrt nur den Anliegern erlaubt. Doch viele Autofahrer halten sich nicht dran.

Anliegerstraße

Trotz Durchfahrtsverbot nutzen Autofahrer die Keltenstraße als Schleichweg

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Ein blauweißes Symbol auf der Fahrbahn konnte Auto- und Motorradfahrer noch nicht stoppen. Nun haben die Grünen die Initiative ergriffen und fordern bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.

Eigentlich verdeutlichen die Schilder eingangs der Keltenstraße sowie der auf der Fahrbahn angebrachte farbige Hinweis auf eine Spielstraße, worum es geht. Die Straße ist nur für den Anliegerverkehr freigegeben, ansonsten ist es nicht erlaubt, mit Autos oder Motorrädern durch die Keltenstraße zu fahren. Doch was sich in dem Bereich an Rücksichtslosigkeiten tatsächlich abspielt, das bekommen die Anwohner der ansonsten ruhigen Seitenstraße oft zu spüren. Statt auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen und das Durchfahrtsverbot zu respektieren, ist genau das Gegenteil der Fall. Etliche Zeitgenossen interessiert die Einschränkungen für die Nutzung der Straße überhaupt nicht. Zudem wird gepöbelt was das Zeug hält, wenn andere Verkehrsteilnehmer die Protagonisten darauf hinweisen, dass sie keine Anwohner sind und deshalb nicht die Straße für die Durchfahrt nutzen dürfen. Da die Keltenstraße für einige Autofahrer nicht mehr und nicht weniger als eine Abkürzung auf dem Weg durch Weilbach ist, kommt es ständig zu diesen Situationen.

Fast wie nach einer vorherigen Ankündigungen sind es dann tatsächlich mehrere Autofahrer, die durch die Keltenstraße fahren und sich provoziert fühlen. Provoziert von einem HK-Fotografen, der das verkehrswidrige Treiben auf der Straße zufällig beobachtet hatte. Mit den Worten „Heh, lass’ das, sonst gibt es Ärger“ und „Ich rufe die Polizei“ versuchen die jungen Leute, den Fotografen einzuschüchtern. Dass die Ursache für die Fahrt durch die Keltenstraße ein Versehen ist, stellt sich dann erst nach einem kurzen Wortwechsel heraus. Eine Eskalation kann aber vermieden werden. Während der Unterhaltung, die erst so unerfreulich begann, stellt sich heraus: Eine junge Autofahrerin war versehentlich in die Straße abgebogen. Ihre Mitfahrer versuchten sie später in Schutz zu nehmen, als sie das falsche Abbiegen bemerkten. War das aber nur ein Einzelfall oder ereignet sich das häufiger? Die Antwort ist einfach. Es passiert häufiger. Einfach deshalb, weil die Keltenstraße für manche Verkehrsteilnehmer eine ideale Abkürzung darstellt. Da ist es dann ganz egal, ob verbotswidrig oder zu schnell durch die Straße gefahren wird.

Nun haben sich die Grünen im Weilbacher Ortsbeirat mit diesem Aufregerthema beschäftigt. Herausgekommen ist ein Antrag, der eine

Umgestaltung der Straße

zum Inhalt hat. In dem Antragstext der Grünen heißt es unter anderem, dass sich „der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde der Stadt“ mit eventuellen bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Keltenstraße beschäftigen soll.

Als Begründung wird in dem Antrag formuliert, dass viele junge Familien mit Kindern in die Keltenstraße gezogen sind. Um deutlich zu machen, dass eine Verkehrsberuhigung in diesem Bereich Vorrang habe, sei auf der Fahrbahn ja das dafür vorgesehene blauweiße Markierungssymbol gemalt worden. Das auf die Fahrbahn gemalte Symbol ist zugleich ein deutlich sichtbarer Hinweis für eine Spielstraße. Für einen Teilbereich seien zudem Schilder mit dem Verkehrszeichen 260 (Verbot für Kraftfahrzeuge) und mit dem Zusatz „Anlieger frei“ sowie dem Hinweis auf eine Einbahnstraßenregelung angebracht worden. Doch das alles zeigte bisher keine durchschlagende Wirkung. Im Gegenteil. „Die Anwohner melden, dass viele Autofahrer diese Gebote missachten, viel zu schnell und auch unzulässig in die Straße fahren“, beklagen die Weilbacher Grünen. Deshalb bitten die Grünen die Ortspolizeibehörde um Prüfung, „in welcher Form mit baulichen Maßnahmen die nötige Verkehrsberuhigung unterstützt werden kann“. Wie unterbunden werden kann, dass die Keltenstraße als Schleichweg genutzt wird, weiß niemand. Sicher ist aber, dass regelmäßige Kontrollen der Ordnungsbehörden in der Keltenstraße zumindest vorübergehend für eine Verbesserung der Verkehrssituation sorgen kann.

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