+
Die zweigeschossigen Holzmodul-Bauten gruppieren sich um einen Innenhof, der mit Spielgeräten für die Kinder ausgestattet ist. In der kommenden Woche ztiehen die ersten Bewohner ein.

Flüchtlinge ziehen noch im März

Übergangsunterkunft in der Dürkheimer Straße ist fertig

  • schließen

Die neue Flüchtlingsunterkunft neben der Feuerwache in Nied wird vom Arbeiter-Samariter-Bund betrieben. Gestern besichtigte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld den Neubau mit interessierten Ehrenamtlichen und Mitarbeitern der Stabsstelle Flüchtlingsmanagement.

Binnen sechs Monate ist die neue Flüchtlingsunterkunft auf dem Grundstück neben der Feuerwache aus dem Boden gestampft worden. Die insgesamt fünf zweigeschossigen Häuser bestehen aus Holzmodulen und bieten 34 Wohneinheiten. Sie gruppieren sich um einen Innenhof mit Schaukel, Fußballtor und Basketballkorb. Untergebracht werden sollen insgesamt 140 Menschen , die derzeit noch in Notunterkünften – in Turnhallen oder in Hotels – leben. Etwa 20 Kinder sind darunter. Mitte kommender Woche ziehen die ersten 57 Bewohner ein – Männer aus der Turnhalle der Paul-Ehrlich-Schule.

„Mit der Übernahme dieser Einrichtung wird es möglich sein, unsere letzte Schulturnhalle zu räumen“, sagte gestern zur Besichtigung Sozialdezernentin Prof. Daniela Birkenfeld. Neben Stadtverordneten, Ortsbeiräten und Vertretern der Parteien und Organisationen waren auch ehrenamtliche Helfer aus dem Stadtteil gekommen, um die Unterkunft zu besichtigen.

Das Haus links zur Feuerwache ist für die Männer reserviert, das Haus rechts für Familien. Dazwischen werden unbegleitete Frauen untergebracht. Familien und Frauen werden Anfang April ihre Wohnungen beziehen – jeweils Einheiten für zwei bis acht Personen, mit Sanitärräumen, Kochmöglichkeiten und eigener Privatsphäre. „1000 Menschen sind in der Stadt noch in Notunterkünften untergebracht, 1100 im Hotels und Pensionen“, so Birkenfeld.

Auf rund 5000 Geflüchtete beziffere sich derzeit die Gesamtzahl in Frankfurt. Die Neubauten an der Dürkheimer, so Katrin Wenzel von der Stabsstelle Flüchtlingsmanagement, seien Übergangs- und keine Notunterkünfte.: „Die Menschen werden kaum eigenen Wohnraum finden, deswegen ist ein Mindeststandard notwendig. Ausgerichtet sei die Unterkunft auf zehn Jahre.

Zu den Baukosten will sich die Stabsstelle Flüchtlingsmanagement nicht äußern – auch, weil noch weitere Unterkünfte gebraucht werden und man Anbietern keinen Preis vorgeben wolle. Man brauche noch 1000 neue Plätze, so Birkenfeld.

Prof. Birkenfeld bedankte sich für die große Unterstützung aus dem Stadtteil; es hätten sich bereits 15 ehrenamtliche Helfer gemeldet. „Integration geht nur dann, wenn wir alle daran mitarbeiten.“ Die Ehrenamtlichen, meist aus den Kirchengemeinden, unterstützen das Team des Arbeiter-Samariterbunds (ASB), das die Unterkunft betreibt.

Der ASB hatte auch die Betreuung der Männer in der Turnhalle der Paul-Ehrlich-Schule übernommen, die nun umziehen: „Wir kennen schon viele Bewohner“, sagt Thomas Müffke, der Leiter der Nieder Einrichtung. Das ASB-Team besteht aus Betreuern, die in zwei Schichten arbeiten, sowie Sozialberatern. Man habe zehn eigene Sicherheitsmitarbeiter eingestellt, die „Einfühlungsvermögen und interkulturelle Kompetenz“ unter Beweis gestellt hätten und rund um die Uhr im Einsatz seien.

Auch die benachbarte Feuerwache stellt einen Sicherheitsfaktor dar: Die Brandschutz-, Katastrophenschutz- und Rettungsdienstzentrum Grundstücksgesellschaft mbH ist der Vermieter des Grundstücks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare