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Geht es nach den Anwohnern der Engelsruhe, wird diese Abbiegemöglichkeit von der Königsteiner Straße wieder gestrichen: Die Straße "Engelsruhe" ist durch versetztes Parken verengt, der Verkehr kommt nicht aneinander vorbei, und es wird bis spät in die Nacht gehupt und geschimpft.

Ergebnisse werden diskutiert

Unterliederbach: Eine neue Regelung bringt mehr Verkehr

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Der Verkehrsversuch auf der oberen Königsteiner Straße ist zu Ende gegangen. Während er ausgewertet wird, hat Ortsbeirat Alexander Schott (SPD) mit den Anliegern diskutiert: Was hat sich bewährt, was muss geändert werden?

Unterliederbach - Als vor vier Jahren die Tempo-30-Schilder angeschraubt wurden, waren die Zweifel groß. Doch als nun Ortsbeirat Alexander Schott vor rund 30 Anliegern sagt, dass sich die Geschwindigkeitsbeschränkung bewährt habe, gibt es kein Murren. "Das hat die Sicherheit erhöht", sagt Schott. Es geht um den Abschnitt der Königsteiner Straße zwischen der Autobahn und dem Burgunderweg. Mit Einrichtung von Tempo 30 wurden damals noch zwei andere Regelungen wirksam, über die nun wieder diskutiert wird: Auf Wunsch des Regierungspräsidiums in Darmstadt wurden zwei Linksabbiegemöglichkeiten quer über die dort vierspurige Straße eingerichtet: Zum einem von der Königsteiner in Fahrtrichtung Höchst nach links in die Straße "Engelsruhe", zum anderen von der Hans-Böckler-Straße nach links in Richtung Autobahn und Main-Taunus-Zentrum.

Schleichverkehr unterbinden

Über Sinn und Unsinn dieser Abbiegemöglichkeiten muss nun neu befunden werden: Der Verkehrsversuch ist ausgewertet, die Ergebnisse werden überprüft. Einige der Anwohner sind gegen beide Abbieger, sprechen von zahlreichen Unfällen mit abbiegenden Autos. Zwei Anlieger, die direkt an der Straße wohnen, relativieren das: "Es waren genau vier in vier Jahren", sagt Wolfgang Stillger, der für Tempo 30 gekämpft hat. Andere - vor allem aus der Hans-Böckler-Straße - finden, dass sich der Linksabbieger zur Autobahn bewährt hat. Grundsätzlich allerdings nur. Denn schwarze Schafe gibt es immer, etwa die, die im Berufsverkehr trotz Rückstau vor der Ampel auf der Stadtauswärts-Spur in die Kreuzung einfahren und dann den Verkehr stadteinwärts blockieren.

Der Unterliederbacher Ortsbeirat Alexander Schott (SPD) diskutierte am Dienstagabend in der Hans-Böckler-Straße mit Anwohnern.

Probleme gibt es auch, weil mehr Verkehr durch die Inselsberg- und Stegerwaldstraße rollt und sogar einige Autofahrer gegen die Einbahnregelung von der Liederbacher Straße über das alte Brückchen in die Hans-Böckler-Straße fahren, um zur Autobahn zu kommen. Ganz schlimm war es während der Baustellen-Zeit, als sich der Schleichverkehr wochenlang Stoßstange an Stoßstange durch das Wohnviertel schob (wir berichteten). Jetzt gibt es noch eine Hochbelastungszeit, wenn die Berufsschüler der Ludwig-Erhard-Schule nach Hause fahren.

1000 zusätzliche Autos

Große Ablehnung zeigte sich beim Ortstermin mit Alexander Schott jedoch hinsichtlich des Abbiegers von der Königsteiner Straße in die Engelsruhe: Die Anwohner der schmalen, durch versetztes Parken zusätzlich verengten Straße sind vehement dagegen, weil der Verkehr in ihrer Straße nicht aneinander vorbeikommt und bis spät in die Nacht gehupt und gestritten wird. Der Abbieger, sagt Schott, habe der Straße rund 1000 zusätzliche Autos am Tag gebracht. Während die Anlieger fordern, dass der Verkehr wieder wie früher über die Königsteiner Straße und den Sossenheimer Weg rollt, findet der für seine langjährigen Verdienste als Ortsvorsteher des Ortsbeirats 6 zum Ortsältesten ernannte Sozialdemokrat Dr. Rudolf Hartleib: "Das ist nur ein Verschieben des Verkehrs von einer Straße auf die andere." Trotzdem will sich Schott dafür einsetzen, dass der Engelsruhe-Abbieger wieder wegkommt.

Eine Idee sieht vor, diese Container in einer Ausbuchtung in die derzeitige Fahrbahn zu stellen, um die Autofahrer auszubremsen.

Diskutiert wurde auch über die Raserei in der Hans-Böckler-Straße und dort die Parkplätze blockierende Firmenfahrzeuge und Container. Um die recht gerade Straße zu verschwenken, will Schott einige Parkplätze (oder Altglas- und Kleider-Container) auf die Straße versetzen lassen, in den Kopfparklücken Markierungen einzeichnen lassen (damit nicht kreuz und quer geparkt wird) und prüfen lassen, ob auf der Sportplatz-Seite mehr Schrägparkplätze eingezeichnet werden können. Besser sichtbare Tempo-30-Schilder, Piktogramme auf der Fahrbahn oder eine optische Anzeige wie auf der Gotenstraße wären auch zu prüfen.

"Die fahren hier mit Tempo 70 durch", beschwert sich eine Anwohnerin. Zu den Leidtragenden gehört etwa Andreas Brauner, der kurz vor der Brücke wohnt: Zwei mal im letzten halben Jahr sind sich gegenseitig ausweichende Autofahrer in sein rechtmäßig geparktes Auto gekracht, seit Beginn des Verkehrsversuchs sogar vier Mal. "Ich hab' es am Montag erst aus der Werkstatt geholt."

Etwa 90 Prozent der Themen, mit denen sich der Ortsbeirat als Stadtteilparlament für den Frankfurter Westen beschäftigt, drehen sich inzwischen um Klagen über Verkehr und Parken. Jeder will vor seiner Türe Ruhe haben, aber alle wollen Auto fahren. Siedlungen, deren Stellplatzzahl in den 50ern geplant wurde, als ein einziges Auto Zeichen des Wohlstands war, platzen aus allen Nähten, weil zu jeder Wohnung mehrere Autos gehören (oft ist noch ein SUV darunter) und zudem manche Firmenchefs die Chuzpe besitzen, ihren Angestellten den Firmen-Sprinter oder den Werkstattwagen mit nach Hause zu geben, weil kein Platz auf dem Firmengelände ist - das ist in Unterliederbach-Ost genauso wie in der Sossenheimer Henri-Dunant-Siedlung oder in Nied. Der Magistrat reagiert restriktiv und schränkt die Zahl der Parkplätze ein; Verkehrsdezernent Oesterling will kein zusätzliches Anwohnerparken. Allerdings: Solange der öffentliche Nahverkehr täglich zusammenbricht, werden die Leute weiter Auto fahren. Der tägliche Stau ist berechenbarer als Busse & Bahnen.

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