Fasziert von seinem Beruf

Valentin Schaffer ist Hessens bester Betonbauer

Nach der Prüfung vor der IHK liegen noch zwei Jahre bis zum Bachelor vor Valentin Schaffer. An seinem Beruf fasziniert ihn, dass man täglich verfolgen kann, wie die Arbeit entsteht.

Eine Rede hat ihm besonders gut gefallen. „Thomas Lurz, der Weltmeister im Freiwasserschwimmen, hat darüber gesprochen, dass Anerkennung für gute Leistung die Belohnung ist für die gesamte Trainings- beziehungsweise Lehrzeit“, erzählt Valentin Schaffer. Der 22-Jährige durfte sich bei der Ehrung der 251 jahrgangsbesten Azubis des hiesigen IHK-Bezirks in besonderem Maße angesprochen fühlen, wurde er doch sogar als Landesbester seines Fachs ausgezeichnet.

Gemeinsam mit seinem Ausbildungsbetrieb Eurovia Beton in Wallau, der ebenfalls geehrt wurde, durfte sich der Beton- und Stahlbetonbauer zu Recht freuen, hatte er doch bei der Prüfung 95 von möglichen 100 Punkten erreicht: „Bei dem praktischen Teil musste ich eine Stütze mit schrägem Anschluss bauen und dafür sowohl die Holzschalung herstellen als auch die Stahlbewehrung dem Bewehrungsplan entsprechend passend zuschneiden“, erzählt Valentin Schaffer. Nur der Beton wurde nicht gegossen.

Immerhin dürfen sich seine Eltern täglich an einem seiner Werkstücke erfreuen. Während des ersten Lehrjahrs stellte er im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung im Bau-Bildungszentrum einen eckigen Blumenkübel her: „Wenn die eigene Arbeit ein solches Produkt hervorbringt, ist das einfach schön. Und dieser Kübel steht immer noch bei uns vorm Haus.“

Nach dem Abitur 2014 an der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach ging er erstmal für ein freiwilliges Jahr nach Frankreich. Parallel hatte er allerdings schon den Kontakt zu Eurovia geknüpft und sich an der Fachhochschule Frankfurt für ein duales Studium zum Bauingenieur beworben. „Diese Möglichkeit war uns zwar bekannt, wurde aber bisher hier nicht umgesetzt“, erklärt der kaufmännische Leiter Andreas Weitzel. Während der dreijährigen Lehrzeit sind die praktische Ausbildung und das Studium eng miteinander verzahnt, wobei Schaffer zu Beginn nur zwei Tage pro Woche an der Hochschule verbrachte, im letzten Lehrjahr aber bereits vier. Nun hat er noch zwei Jahre Studium vor sich, bis er den Bachelorabschluss im Bauingenieurwesen ablegen kann. Für den Master ist eine Spezialisierung im Bereich Bauinstandsetzung denkbar – immerhin ist das der Schwerpunkt bei Eurovia. Und Weitzel macht keinen Hehl daraus, dass er seinen bisher besten Auszubildenden gerne langfristig beschäftigen würde.

„Bisher ist alles super gelaufen, und nun bin ich froh, dass ich parallel zum Studium weiterhin einen Tag hier im Büro arbeiten kann“, bestätigt Schaffer das gegenseitige Interesse. Glücklicher Zufall, dass Eurovia zu einem französischen Mutterkonzern gehört und er in Frankreich sein Pflichtpraktikum absolvieren kann. Immerhin ist er auch privat mit einer Französin verbandelt. Für die weitere berufliche Tätigkeit sieht er sich eher auf der ausführenden Seite: „Zwar passiert Vieles am Schreibtisch, da wir als Bauingenieure ja auch organisieren, planen und abrechnen müssen, aber ich möchte zudem regelmäßig raus auf die Baustellen, um die Arbeit dort zu überwachen und zu schauen, ob alles läuft.“

Ein wenig stolz ist er darauf, dass er bereits während seiner Ausbildung an einem Großprojekt mitarbeiten durfte: der Instandsetzung der Weidenhäuser Brücke in Marburg. „Zuvor hatte ich keine große Ahnung von Beton, aber auf solchen Baustellen kriegt man natürlich alle Gewerke mit, und so konnte ich den ganzen Ablauf sehen und was alles dazugehört, wenn man bauen will.“

Und noch etwas gefällt ihm an diesem Beruf besonders gut: „Man kann täglich verfolgen, was aus der eigenen Arbeit und Mitwirkung entsteht, und man setzt dabei neue Dinge in die Welt, die für viele Jahre bestehen bleiben. Das ist faszinierend.“

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