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Engagieren sich gerne: Nicole Kaluza (von links), Bettina Borrmann und Helmut Hertsch.

Seit 15 Jahren

Verein "Christen helfen" untersützt mit Second-Hand-Laden Menschen in Not

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Armut ist nicht immer sichtbar, nicht zuletzt auch deswegen, weil es Menschen gibt, die helfen. Das sozial-diakonische Zentrum „DiakoNied“, das neben unterschiedlichen Beratungsangeboten seit 15 Jahren den kleinen Secondhand-Laden „Secundo“ im alten Teil von Nied betreibt, hilft damit Bürgern, die in finanziell prekären Verhältnissen leben.

Der Secondhand-Laden in Alt-Nied 22 ist nicht irgendein Geschäft. Denn mit dem Sortiment sollen keine Gewinne erwirtschaftet werden. Es ist vielmehr ein Angebot an Menschen, die in finanziell prekären Verhältnissen leben. „Secundo“ heißt der Laden, der vor 15 Jahren seine Türen öffnete. Zunächst aus einer Initiative der freikirchlichen Ichtys-Gemeinde in Nied heraus gegründet, ist seit 2010 die gemeinnützige Stiftung „Christen Helfen“ Träger dieser Einrichtung. „Secundo“ ist ein Teil des sozial-diakonischen Zentrums „DiakoNied“, das neben dem kostengünstigen Einkaufen im Secondhand-Laden auch unterschiedliche Beratungsangebote macht. So gibt es die Schuldnerberatung und die psychosoziale Beratung. Zudem stehen ehrenamtliche Lotsen Ratsuchenden zur Seite, wenn es um Fragen mit Behörden geht. Die DiakoNied, deren Träger ebenfalls die Stiftung „Christen helfen“ ist, bietet mit ihren unterschiedlichen Angebote soziale Hilfestellung im Stadtteil.

Dass diese Angebote notwendig sind, spüren auch die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter. „Die Menschen kommen meistens mit einem ganzen Paket an Sorgen hierher“, schildert Nicole Kaluza, Leiterin des Secondhand-Ladens „Secundo“. Da gehe es nicht nur darum, dass sie wenig finanzielle Mittel zur Verfügung haben, sondern meist auch um familiäre Sorgen oder Arbeitslosigkeit. „Wir versuchen an die richtigen Stellen zu vermitteln“, fügt sie hinzu. Die Schuldnerberatung wird von drei hauptamtlichen und einem ehrenamtlichen Mitarbeiter geführt. „Dieses Angebot ist staatlich anerkannt und wird von der Stadt finanziell mit unterstützt“, sagt Helmut Hertsch, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. Die Beratung selbst werde in angemieteten Räumen der Ichtys-Gemeinde angeboten.

Der Secondhand-Laden ist sehr gut besucht. Zwischen 30 und 50 Kunden finden täglich den Weg dorthin. Durchschnittlich zwei Euro kosten Kleidungsstücke oder kleinere Haushaltsgegenstände. Alles, was im Sortiment zu finden ist, wurde gespendet und kann daher günstig abgegeben werden. „Secundo“ ist aber auch ein Ort der Begegnung. Im vorderen Teil des Geschäftes gibt es ein kleines Café. Dort erhalten Bedürftige kostenlos einen Tee, einen Kaffee oder Wasser, können sich bei den kalten Temperaturen auch aufwärmen oder ins Gespräch mit anderen kommen.

„Wir haben mal direkt gegenüber in einem kleineren Ladengeschäft mit der Arbeit begonnen“, schildert Hertsch. Seit drei Jahren nun sei der Secondhand-Laden und ein Teil des Beratungsangebotes in den aktuellen Räumen, die früher von einer Bank genutzt wurden. „Gerne würden wir im Secundo auch Möbel anbieten. Doch dafür reicht der Platz nicht aus“, sagt Hertsch bedauernd.

Die ehrenamtliche Arbeit nimmt einen wichtigen Teil in der Umsetzung der Angebote der DiakoNied ein. Bettina Borrmann engagiert sich bereits seit langer Zeit ehrenamtlich im Nieder Secondhand-Laden „Secundo“. Ihre Motivation ist, wie sie sagt, die „christliche Nächstenliebe“. Daneben unterstützen Honorarkräfte die Beratunsgangebote. „Zum Start der Arbeit vor 15 Jahren gab es noch viele Geschäfte im alten Teil von Nied“, weiß Hertsch. Heute sei dies anders. Überall stehen die Läden leer. Es fehle eine gute Infrastruktur im Stadtteil. „In Nied ist die Armut spürbar“, betont er.

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