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Diese Gewerbetreibenden Neuenhains finden es nicht gut, dass die Frankfurter Volksbank in eine Selbstbedienungsstelle umgebaut wird (von links): Francesco Russo (Pizzeria La Mama), Sima Russ (Teatime), Andreas Ruppel (Pommelino), Uwe König (Kiosk) sowie Helga Collischonn mit Eltern Ursula und Erwin Reul (Flirt).

Kunden verärgert

Volksbank-Filiale in Neuenhain wird zu gemeinsamer Selbstbedienungsstelle mit Sparkasse umgebaut

Es sind nur noch zwei Wochen, dann gibt es in der Neuenhainer Filiale der Frankfurter Volksbank kein Personal mehr. HK-Leserin und Volksbank-Kundin Ursula Reul ist darüber sehr empört. Vor allem für einige Ältere werden Bankgeschäfte nun schwieriger.

Eine Frechheit sei das, findet Ursula Reul. Von Kioskbetreiber Uwe König und einer seiner Kundinnen habe sie erfahren, dass die Filiale der Frankfurter Volksbank in der Hauptstraße 43 „geschlossen“ werden soll. Daraufhin meldete sie sich bei der Kreisblatt-Redaktion.

Auf Nachfrage bei der Volksbank gibt es noch am selben Tag eine gemeinsame Pressemitteilung von Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse zu dem Thema: Die Zentrale in Frankfurt schreibt, dass die Volksbankfiliale in Neuenhain zum 28. Januar in eine gemeinsame Selbstbedienungsstelle von Volksbank und Sparkasse umgewandelt wird.

Kostenfrei überweisen

In dieser Selbstbedienungsstelle soll es bereits ab 17. Januar nur noch möglich sein, Geld abzuheben und Kontoauszüge auszudrucken, wie Pressesprecher Michael Kröhle bestätigt. Überweisungen zu tätigen, werde zwar am Automaten nicht möglich sein, die Volksbank stelle den betroffenen Kunden aber Freiumschläge zur Verfügung, damit sie Überweisungsträger kostenfrei an die Volksbank verschicken können.

Ursula Reul und ihr Mann waren rund 60 Jahre lang Geschäftskunden und sind noch länger Privatkunden bei der Frankfurter Volksbank. „Mir tun die älteren Leute leid“, sagt sie. „Viele können nicht mehr weite Wege laufen und kommen mit den Automaten nicht zurecht.“ Sie findet es wichtig, dass Ansprechpartner vor Ort sind. Pressesprecher Kröhle verweist dazu auf die Filiale in Bad Soden, wo dann auch die drei Mitarbeiter aus der Filiale in Neuenhain ihren neuen Arbeitsplatz haben.

Wenig Parkplätze

Reul hat die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, in Bad Soden in der Nähe der Volksbank Parkplätze zu finden. Das Parkhaus sei ja auch noch nicht fertig. In Neuenhain gebe es einige Parkplätze, auch behindertengerechte. „Die machen sich das leicht“, meint sie.

Sie kritisiert auch, dass die Umstellung innerhalb von sehr kurzer Zeit, also rund zwei Wochen, geschieht. „Ein Vorlauf von einem halben Jahr wäre gut gewesen.“

Kröhle meint dazu: „Unsere Erfahrungen bei ähnlichen Maßnahmen in der Vergangenheit zeigen, dass eine Vorlauffrist von rund zwei Wochen von unseren Kunden als unproblematisch angesehen wird.“

Wer sich noch bis zum 17. Januar für das Onlinebanking anmelden möchte, kann das tun. Dass das noch rechtzeitig vor der Schließung möglich ist, versichert Karsten Schmidt, der als Filialleiter in Bad Soden auch für die Stelle in Neuenhain zuständig ist. Der Bargeldautomat werde dort auch am Wochenende des Umbaus zur Verfügung stehen. Für den Umbau muss die Filiale auch nicht für längere Zeit geschlossen werden, wie Kröhle sagt. „Wir machen das alles von einem Tag auf den anderen.“

Dass sich die Volksbank und die Sparkasse in einer Selbstbedienungsstelle zusammenschließen, passiert im Main-Taunus-Kreis zum ersten Mal, wie Kröhle mitteilt. In anderen Orten wie Königstein-Mammolshain und Oberursel-Weißkirchen gebe es solche Kooperationen bereits.

Schließfächer ziehen um

Auch für Kunden der Taunus Sparkasse ändern sich einige Dinge, wie Pressesprecher Lars Dieckmann auf Nachfrage erklärt: Die Filiale in der Hauptstraße 18a war in den vergangenen Jahren sowieso nicht durchgehend, sondern nur nach Vereinbarung besetzt: Auch damit ist nun Schluss. Die Kunden seien bereits angeschrieben worden, dass ihre Schließfächer in die Filiale in Bad Soden ziehen. Diese Filiale hatte die Taunus Sparkasse im vergangenen Jahr umgebaut und modernisiert. In der gemeinsamen Selbstbedienungsstelle in Neuenhain stellt die Taunus Sparkasse einen Automaten auf, an dem Kunden Bargeld abheben, Kontoauszüge ausdrucken und auch Überweisungen tätigen können.

In der Pressemitteilung heißt es, dass beide Banken überlegen, auch an anderen Standorten ihre „Kräfte zu bündeln“, falls die Kooperation erfolgreich ist. Konkrete Überlegungen gibt es dazu aber noch nicht, wie Kröhle mitteilt. Die Filialen am Augustinum und in Liederbach, die auch zur Bad Sodener Filiale gehören, bleiben bestehen.

von Katrin Walter

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