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Wallauer Spange: Bahn hat's eilig - Strecke nun zweispurig geplant

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Noch ist nicht entschieden, ob Wallau an der sogenannten Wallauer Spange einen Bahnhof bekommt. Aber die Chancen steigen.

Wallau - Natürlich kann es einen Haltepunkt auch an einer eingleisigen Strecke geben. Aber es liegt auf der Hand, dass irgendwelche Verzögerungen dort ganz schnell den Bahnverkehr in beide Richtungen durcheinander bringen können. Betroffen wäre im Fall der Wallauer Spange womöglich auch noch die Schnellbahnstrecke von Köln nach Frankfurt und Wiesbaden, denn diese beiden Zweige soll die Spange ja einmal verbinden.

Kein "Flaschenhals-Effekt"

Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass die Planer der Bahn diese Wallauer Spange neuerdings zweispurig bauen wollen. Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte ein Sprecher öffentliche Äußerungen des Wiesbadener Verkehrsdezernenten Andreas Kowol in dieser Richtung. Nur so sei ein verkehrlich sinnvoller Fahrplan mit Anschlüssen in Wiesbaden möglich, nur so würde der "Flaschenhals-Effekt" einer eingleisigen Strecke vermieden werden.

Die Wallauer Spange ist eigentlich nur Nebenprodukt einer geplanten Neubaustrecke von Frankfurt in Richtung Süden. Sie soll den Anschluss nach Wiesbaden sicherstellen. Geplant ist, dass über diese Strecke auch eine neue schnelle Bahnverbindung von Wiesbaden über den Flughafen nach Darmstadt geschaffen wird, in einem weiteren Schritt nach Frankfurt. Vor allem die Bewohner der Ländches-Orte Wallau, Delkenheim, Diedenbergen, Breckenheim und Nordenstadt bekämen eine schnelle Bahnverbindung in die Großstädte und zum Flughafen.

Ob daraus tatsächlich etwas wird, das hängt vom Ergebnis einer Potenzialstudie ab, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) in Auftrag gegeben hat. Dabei geht es auch darum, wie der neue Bahnhof mit einem Park-and-Ride-Platz versehen werde kann. Die Platzverhältnisse dort, am Schnittpunkt zweier Autobahnen und an der Gabelung einer Bahnstrecke, sind nicht ganz einfach. Berücksichtigt werden muss auch noch, dass in einigen Jahren das Wiesbadener Kreuz noch einmal umgebaut werden soll.

Neuerdings sieht es so aus, als solle das Vorhaben mit größerem Tempo vorangetrieben werden. Die Potenzialstudie soll im Sommer abgeschlossen werden, heißt es in der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linken im Landtag. Dann könnte der Planungsauftrag an die Bahn vergeben werden. Gebaut werden kann, wenn das Land, die Stadt Wiesbaden und der Main-Taunus-Kreis zugesagt haben, die Kosten zu übernehmen. Die Rede ist von einer Inbetriebnahme in den Jahren 2025 oder 2026.

Das heißt aber nicht zwingend, dass dann auch schon Züge am Bahnhof Wallau halten. Der RMV strebe an, Strecke und Haltepunkt gleichzeitig zu bauen, so Pressesprecher Maximilian Meyer. Die Bahn habe aber darauf hingewiesen, dass es sich um zwei getrennte Schritte handeln könnte, heißt es in der Antwort auf die Linken-Anfrage. Die Bahn hat es also eilig mit ihrer Neubaustrecke und damit auch mit der Wallauer Spange. Verzögerungen, etwa durch den Bau des Bahnhofes, für die gesamte Strecke will sie nicht hinnehmen, sondern notfalls den Haltepunkt nachträglich bauen.

Denn die Station hat Tücken. Ungeklärt ist beispielsweise die genaue Trassierung der Zufahrtsstraßen, genau wie der Standort des Park-and-Ride-Platzes. In einer dicht besiedelten Region mit knapper werdenden Flächen ist eine neue Straße ein Politikum ersten Ranges - und niemand weiß, ob sich nicht eine Initiative findet, die ein solches Projekt mit allen Mitteln verhindern möchte, notfalls auch juristisch.

Da nutzt es auch nichts, dass Wiesbaden seinen Teil des Ländchens als Wachstumsgebiet im Auge hat und die Stadt Hofheim dem Bahnhofsprojekt sehr positiv gegenüber steht. Für die Bahn hat die Fernverkehrsstrecke Vorrang, der Bahnhof hat nur die gleiche Priorität, wenn er keine Verzögerungen bedeutet.

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