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Thomas Scherhag verkündet von der Plattform des Hubsteigers aus den Richtspruch.

Ländcheshalle

In Wallau kursieren wilde Gerüchte

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Der Rohbau der neuen Ländcheshalle steht, wenn auch mit geringer Verzögerung. Manche Wallauer glauben, wie versichert wurde, immer noch nicht an das Projekt.

Bei unwahrscheinlichen Nachrichten ist es immer gut, wenn man zwei Zeugen hat. Es gebe nach dem jahrelangen Hickhack immer noch Wallauer, die nicht daran glaubten, dass die Stadt Hofheim eine neue Ländcheshalle baue, berichtete Michael Kage, der Präsident des TV Wallau. Spreche man diese Leute auf die große Baustelle zwischen Taunusblickschule und Sportplatz an, dann bekomme man zu hören, es handele sich wohl um eine Erweiterung für die Schule. Auch Hofheims Erster Stadtrat Wolfgang Exner ist schon mit solchen Theorien konfrontiert worden. Und der CDU-Politiker wohnt in Wallau, kennt die Stimmungslage im Ort. „Fassen Sie es an, es ist tatsächlich da“, forderte er die Zweifler bei der Grundsteinlegung auf, die gemeinsam mit dem Richtfest begangen wurde.

„Grandiose Leistung“

Es ist vor allem Beton, den man anfassen kann. Denn von der neuen Ländcheshalle steht der Rohbau, zumindest weitgehend – zwischen den großen Stahlträgern hindurch, jeder neun Tonnen schwer und 27 Meter lang, kann man noch den Himmel erkennen. Acht Monate haben die Bauhandwerker gebraucht, um das Projekt so weit zu bringen. Eine „grandiose Leistung“ habe die Firma abgeliefert, lobte Exner. „Hoffentlich ist auch alles an der richtigen Stelle.“ Wobei er dies nicht nur hofft, sondern davon überzeugt ist. Falls etwas nicht stimmt, wird es spätestens zu Beginn des Jahres 2020 auffallen. Dann soll die Halle in Betrieb genommen werden.

Wobei solche Zeitpläne immer mit Unsicherheiten behaftet sind. Etwa sechs Wochen im Rückstand sei man auf der Baustelle, berichtete Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD). Das liegt daran, dass es Probleme mit dem Baugrund gab und die Beteiligten sich nicht gleich einig waren, wie diese zu lösen seien. Wie schnell es weiter geht, das hängt vom Winter ab – Kälte wird nicht viel ausmachen, aber wenn es ein feuchter Winter wird, dann könnte das zu weiteren Verzögerungen führen.

Viel hängt auch von Projektleiter Ralf Aßhoff ab. Der hat bislang sieben Firmen koordiniert, das kann bei einer großen und komplizierten Baustelle durchaus schwierig sein. Für den weiteren Ausbau werden jetzt nicht weniger als 40 Firmen eingesetzt, da ist die Koordinierungsaufgabe sicher deutlich größer. „Es wird wuselig auf der Baustelle“, so Bürgermeisterin Stang.

Sie wies auf die Bedeutung der Halle für den Ort hin. Die neue Ländcheshalle werde vielen Sportarten in Wallau eine neue Heimat geben, kündigte sie an. Manche Vereine könnten es noch gar nicht abschätzen, welche Entwicklungsmöglichkeiten sich ergeben, so Exner. „Für die Handballer die Bundesliga“, formuliert einer aus dem Publikum schon hohe Erwartungen, wenn auch nicht ganz ernst gemeint. Überhaupt geht es nicht nur um den Sport – die neue Mehrzweckhalle nimmt sich neben der Dreifeldhalle zwar eher klein aus, ist aber nach Exners Worten gerade für die kulturtreibenden Vereine ein wichtiges Projekt.

Auf die Kosten schaut man bei einem feierlichen Richtfest nicht ganz so genau. Von 9,5 Millionen Euro sprach Exner, das ist schon eine Steigerung in sechsstelliger Höhe. Denn vor einigen Monaten wurden die Kosten noch mit weniger als 9 Millionen Euro angegeben. Aber die Probleme mit dem Boden haben das Projekt nicht nur verzögert, sondern auch teurer gemacht. Enthalten in dieser Summe sind der Umbau eines Wirtschaftsweges zu einer Straße und ein neuer Parkplatz. Nach Exners Worten kann man davon ausgehen, dass es zu besonderen Steigerungen jetzt nicht mehr kommen kann. Denn 93 Prozent der Aufträge seien vergeben. Als nächstes werden nun die Dachdecker und die Fassadenbauer anrücken, danach geht es mit der Haustechnik los.

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