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An diesem Abgang neben dem Höchster Bahnhof hat es gebrannt. Die Ermittler haben ihre Arbeit aufgenommen.

Leistungsbilanz

So oft waren die Freiwilligen Feuerwehren im Jahr 2017 im Einsatz

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Am Sonntagabend erst war die Freiwillige Feuerwehr Höchst beim Brand im Keller des Höchster Bahnhofs im Einsatz. Die Wehren im Westen haben für 2017 eine beeindruckende Leistungsbilanz mit 24 120 Stunden ehrenamtlicher Arbeit abgelegt.

Die freiwilligen Feuerwehren haben in jüngster Zeit große Aufgaben zu meistern gehabt. Sie waren im Einsatz in der Bewältigung der Flüchtlingskrise und bauten Feldbetten in Turnhallen auf; sie hielten sich über viele Stunden in Bereitschaft und leisteten wichtige logistische Dienste bei den großen Bombenentschärfungen in Frankfurt. Die vielen Ehrenamtlichen in den Einsatzabteilungen, aber auch in den Jugend- und Miniwehren leisten einen großen Dienst an der Gemeinschaft: Sie sind die Gegenbewegung zu den Gaffern und Knipsern an den Unfallstellen.

Der Arbeitsaufwand der Ehrenamtlichen ist gestiegen: 1280 Alarmierungen im vergangenen Jahr stehen 1350 im Jahr 2016 entgegen. Die Einsatzstunden der freiwilligen Wehrleute summierten sich 2017 auf 24 120 Stunden; 2016 waren es 17 296 Stunden gewesen. Einen großen Anteil an der Steigerung hatten die Bombenentschärfungen, bei denen fast alle Kräfte im Einsatz waren. Bei diesen Einsatzstunden sind Einsatz-Übungen, Ausbildungen und Lehrgänge nicht eingerechnet.

Sieben freiwillige Feuerwehren gibt es im Frankfurter Westen: Griesheim, Höchst, Nied, Schwanheim, Sindlingen, Sossenheim und Zeilsheim. Die Griesheimer Wehrleute rückten 2017 zu 35 Einsätzen aus, 20 Bränden und 15 Hilfeleistungen. Die Höchster, älteste Wehr weit und breit, war bei 57 Einsätzen dabei, im Einzelnen sind das 16 Brände, 37 Hilfeleistungen und vier Einsätze der Notfallseelsorge. Die Nieder kommen auf 41 Einsätze: 24 Brände und 17 Hilfeleistungen. 39 Mal rückten die Schwanheimer aus – 16 Mal brannte es, 23 Mal ging es um Hilfeleistungen. Die Sindlinger waren bei 31 Einsätzen aktiv; 11 Bränden und 20 Hilfeleistungen. Wegen der Vielzahl an Brandstiftungen in ihrem Stadtteil kommen die Sossenheimer auf 51 Einsätze: 34 Brände und 17 Hilfeleistungen. Die Zeilsheimer löschten 15 Brände und leisteten 11 Mal Hilfe, macht zusammen 26 Einsätze.

Neben den Bombenentschärfungen – die 1,8-Tonnen-Bombe löste am 2. und 3. September 2017 die größte Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte aus, bei der allein 5400 Einsatzstunden zusammenkamen – haben auch vermehrt Unwettereinsätze die Leistungsbilanz der freiwilligen Wehren in Frankfurt in ungeahnte Höhen getrieben: Im August 2017 zog ein Sturm übers Rhein-Main-Gebiet, und binnen weniger Stunden kamen 287 Einsätze zusammen, an denen fast alle freiwilligen Wehren beteiligt waren. Im ganzen Jahr waren es 1280 Einsätze.

Beim Kreisfeuerwehrverbandstag der freiwilligen Feuerwehren Frankfurts sind am Wochenende in Höchst viele Feuerwehrkameraden befördert worden (wir berichteten). Unter anderem wurde der Sindlinger Wehrführer Sven Sommerschuh zum Oberbrandmeister ernannt. Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Torsten Greiff wurde aus gesundheitlichen Gründen verabschiedet, wird jedoch im Kreisvorstand als Schriftführer weiter mitwirken. Der Stadtbrandinspektor Dirk Rübesamen ist jetzt Hauptbrandmeister.

Zu den politischen Forderungen der 763 männlichen und 121 weiblichen freiwilligen Feuerwehrleute in Frankfurt gehören ein „Rentenbonus“ für ehrenamtliche Feuerwehrangehörige, eine Steuerentlastung und bezahlbarer Wohnraum. Die kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln hatte ihnen Oberbürgermeister Peter Feldmann direkt nach seiner Wahl versprochen – nach der ersten.

Die Wehrleute blicken in die Zukunft: Im Frühjahr soll die Alarmierung von Analog auf Digital umgestellt werden. Die Schwanheimer erwarten ein neues Löschgruppenfahrzeug. Der Neubau des Griesheimer Gerätehauses soll voranschreiten, nachdem Schwierigkeiten mit Nachbarn ausgeräumt wurden. Eine Hiobsbotschaft ist allerdings, dass das Zeilsheimer Gerätehaus abgerissen und neu gebaut werden muss: Das erst gut zwei Jahrzehnte alte Haus ist feucht und verschimmelt, weil es zu nah an den Welschgraben gebaut wurde. Ein neuer Standort im Stadtteil muss noch gefunden werden. Doch es gibt auch etwas zu feiern: Im kommenden Jahr wird der Kreisfeuerwehrverband 150 Jahre alt.

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