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2007 war die Welt noch in Ordnung: Im September wurde der Kunstrasen auf dem Bremthaler Sportplatz verlegt. Schon drei Jahre später gab es den ersten Ärger, weil das Granulat in der Hitze des Sommers 2010 schmolz.

Warten auf den Zuschussbescheid

Verlegung eines neuen Kunstrasens in Bremthal kostet etwa 270 000 Euro

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Auch der Ortsbeirat ist einverstanden: Der Kunstrasen in Bremthal muss ausgetauscht werden. Das wird das teure Ende einer ärgerlichen Geschichte.

Weitgehend überflüssig war nach Einschätzung von Ortsvorsteher Guido Ernst die jüngste Debatte um den Kunstrasenplatz in Bremthal „Da hat einer Feuer gelegt“, sagt Ernst. Dabei sei die weitere Vorgehensweise längst geregelt. Diese wurde jetzt auch im Ortsbeirat einvernehmlich und ohne große Diskussion gebilligt.

Das bedeutet keineswegs, dass der Platz kein Problemfall ist, im Gegenteil. Es gab Verklumpungen, Nähte gingen auf. In einem Fünfmeterraum musste der Belag ausgetauscht werden. Stoßfugen wurden beseitigt, und weitere Ausbesserungsarbeiten wurden vorgenommen. Das war vor zwei Jahren, und das war nicht das erste Problem mit dem Belag, der im Jahr 2007 verlegt wurde.

Granulat schmolz

Im heißen Sommer des Jahres 2010 nämlich begann das Granulat zu schmelzen und klebte den Fußballern an den Schuhen. Zum Glück für die SG Bremthal verklebte sich das Material nicht mit dem eigentlichen Kunstrasen, sonst hätte der Platz komplett neu gemacht werden müssen. In Flörsheim war genau dies passiert. In Bremthal tauschte die Firma, die den Platz gebaut hatte, das Granulat aus.

Damals galt die Gewährleistung noch, der Stadt entstanden keine Kosten. Ob diese Nachbesserungen aber dem Bauunternehmen den Garaus gemacht haben, das lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Jedenfalls musste die Firma später Insolvenz anmelden, und jetzt hat Eppstein doch auch das Problem damit. Denn es gibt keinen, der für die bisherigen Reparaturen finanziell haftbar gemacht werden könnte. Erst recht wird der Neubau zu einem großen Teil von der Stadt bezahlt werden müssen. Die Stadt rechnet mit einer Investition von rund 270 000 Euro. Ortsvorsteher Ernst beziffert den Zuschuss, den die Stadt unter anderem vom Land Hessen bekommen könnte, auf 80 000 bis 120 000 Euro.

Kein Gesundheitsrisiko

Allerdings gibt es noch keinen Zuschussbescheid. In Auftrag geben darf die Stadt irgendwelche Arbeiten dafür erst, wenn das Zuschusspapier auf dem Tisch liegt. Und es wäre nicht das erste Projekt, bei dem sich Gelder, die nur in Aussicht gestellt sind, verzögern. Dann nutzt es eventuell auch nichts, dass die Stadt in den Haushaltsplan 2019 eine sogenannte Verpflichtungsermächtigung eingestellt hat. Das heißt, sie dürfte für den Bremthaler Sportplatz schon Geld ausgeben, auch wenn dieses erst im Jahr 2020 tatsächlich zur Verfügung steht.

Tatsächlich heißt es in einer Magistratsvorlage für Ortsbeiräte, noch 2019 werde mit Vorüberlegungen und Planungen begonnen. Außerdem weist der Magistrat darauf hin, dass der Betrieb ohne gesundheitliche Risiken für die Sportler weiter gehen kann und eine Schließung des Sportplatzes nie zur Debatte stand.

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