+
Der Lkw-Verkehr nervt viele Menschen in Flörsheim (Symbolbild).

Ärger in Flörsheim

Lkw-Verkehr nervt Einwohner: Die Weilbacher fühlen sich verschaukelt

  • schließen

Trotz Ablauf einer Sondererlaubnis fahren auch sonntags Lkw durch den Ort Weilbach. Das Ordnungsamt will jetzt eingreifen, doch auch damit ist der Ärger in Flörsheim nicht zu Ende.

  • Ärger in Flörsheim: Lkw fahren auch sonntags durch Weilbach
  • Sondergenehmigung für Lkw ist abgelaufen
  • Ordnungsamt will eingreifen

Weilbach - Wenn es um den Verkehr im stark belasteten Stadtteil Weilbach geht, schauen Anwohner der Durchgangsstraßen ganz genau hin. Einige Betroffene trauten an den ersten Wochenenden des Jahres ihren Augen nicht. Die Vertreter des Vereins "Weilbach wehrt sich" (WWS) ärgern sich darüber, dass Lkw des ungarischen Transportunternehmens Prevost sonntags durch ihren Ort rollen. Ihrem Ärger machten sie in einem Brief an den Kreisbeigeordneten Johannes Baron Luft. Der Dezernent für das Straßenverkehrsamt des Main-Taunus-Kreises hatte im Vorjahr das Ende einer Ausnahmeregelung zugesagt. Der Brief und die Lkw-Kontrollen waren Thema in der jüngsten Sitzung der Flörsheimer Verkehrskommission.

Bürgermeister Bernd Blisch (CDU), der das Schreiben von WWS zur Kenntnisnahme erhielt, gab den Inhalt wieder. Die Weilbacher beziehen sich in ihrem Brief auf eine Stellungnahme von Johannes Baron aus dem März 2019, die dieser Zeitung vorliegt. Darin teilte der Kreisbeigeordnete mit, dass der Main-Taunus-Kreis Ausnahmegenehmigungen für Weilbach aufgrund von Dringlichkeitsbescheinigungen im Rahmen des Luftfracht-Ersatzverkehrs erteilte. Infolge eines Urteils des Verwaltungsgerichtes Frankfurt habe er jedoch entschieden, keine weiteren Ausnahmen mehr für den Luftfrachtersatzverkehr zu genehmigen. 

Flörsheim: Genehmigung für Lkw galt bis Ende Dezember

Baron erläuterte den Weilbachern, dass bereits geltende Genehmigungen bis Ende 2019 bestehen bleiben. Ablaufdatum sei der 31. Dezember. Im aktuellen Schreiben weist WWS den Kreisbeigeordneten darauf hin, dass Prevost in diesem Monat weiterhin - sogar verstärkt - durch Weilbach fahre. WWS fühle sich, wie schon in Zusammenhang mit der Weilbacher Umgehung, "getäuscht und verschaukelt".

Der Verein möchte wissen, wer das Sonntagsfahrverbot zurück genommen hat und ob der Verkehrsbehörde dieser Umstand bekannt ist. "Wir sind davon ausgegangen, dass nur der Kreis Genehmigungen erteilen kann", erklärte Werner Siebel, der WWS in der Verkehrskommission vertritt. Dort war zu hören, dass Weilbacher schon mehr als 20 Lkw-Bewegungen an einem Sonntag gezählt haben. Flörsheims Verwaltungschef Blisch erklärte, dass das Fahrverbot des Kreises nicht zurückgenommen worden sei. Dass die Ortsdurchfahrt weiterhin an Sonntagen genutzt werde, sei der Verwaltung bekannt, seit sie von einem Weilbacher darauf aufmerksam gemacht wurde.

Lkw-Ärger in Flörsheim: Ordnungsamt will eingreifen

Ordnungsamtsleiterin Heike Schiller erläuterte, dass das ungarische Transportunternehmen Sondergenehmigungen beim Straßenverkehrsamt in Aachen einhole. Die Genehmigung werde in der ersten Stadt nach Überquerung der Grenze beantragt. In der Vergangenheit sei auch schon mit Genehmigungen aus Passau in Weilbach gefahren worden. Diese Genehmigung werde jedoch falsch interpretiert und erlaube es den Lkw nicht, Weilbach anzufahren. Schiller erklärte, dass die Flörsheimer Verwaltung die Lastwagen stärker kontrollieren werde. Es gebe mehrere Betriebe, die gegen das Fahrverbot verstoßen. "Wir werden da einsteigen", betonte sie. Wer Aufnahmen mit Kennzeichen habe, solle diese dem Ordnungsamt zur Verfügung stellen.

Schließlich ging es in der Verkehrskommission noch um die Aussage, dass sich WWS getäuscht und verschaukelt fühle. Bürgermeister Bernd Blisch störte sich an der Formulierung und betonte, dass die Verwaltung nicht mit böser Absicht handele. Weder in seiner Amtszeit noch in der seines Vorgängers habe die Verwaltung in Bezug auf die Weilbacher Umgehung gezielt getäuscht. WWS-Sprecher Werner Siebel verwies auf die Zusage von Johannes Baron. "Wir sind davon ausgegangen, dass das Wort des Stellvertreters des Landrats gilt", so der Weilbacher. In Bezug auf die Umgehungsstraße erklärte Siebel, dass in der Vergangenheit - trotz der Aussage, dass alles auf einem guten Weg sei - überhaupt nichts passiert sei.

Sascha Kröner

Traurige Gewissheit bei der Suche nach der vermissten Iryna U. aus Frankfurt. Die Polizei hat in einem Müllberg in Flörsheim Teile von Knochen der Toten entdeckt.

Eine Familie aus Flörsheim hat am Flughafen Frankfurt einen Wahnsinn-Rekord gebrochen und dafür einen Reisegutschein in Höhe von 1000 Euro erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare