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Weiterführende Schulen im Wettbewerb

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Von: Thorben Pehlemann

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Historischer Tag der offenen Tür in der IGS West: Es war der letzte im Container-Pavillon. Die Vorfreude auf den Einzug in den Neubau kann auch die künftige Konkurrenzsituation mit dem neuen Gymnasium in Nied nicht trüben.

Die „Odyssee“ der Integrierten Gesamtschule (IGS) West, wie es Schulleiter Hans-Peter Müller nennt, naht dem Ende: Im Sommer wird die Schule den jahrelang ersehnten Neubau in der Palleskestraße beziehen. Mehrere Änderungen im Plan, wo die IGS einen festen Standort erhalten sollte, sowie die Altlasten im Boden unter dem Neubau führten letztlich dazu, dass die Unterbringung erst an der Käthe-Kollwitz-Schule in Zeilsheim und dann in Containern in Höchst zu einer siebenjährigen Dauer-Übergangslösung wurde (wir berichteten). Der Tag der offenen Tür am Samstag stellte nun eine Zäsur dar: Es war der letzte im Container.

Dem Image der IGS West hat all dies aber nicht geschadet, wie der Eltern- und Schüler-Ansturm zeigte. „Wenn all die Schüler, die inzwischen ihr Interesse bekundet haben, wirklich zu uns wollen, werden wir wohl einige Absagen verschicken müssen“, berichtete Hans-Peter Müller mit einer Mischung aus Freude über den Stellenwert der IGS und Bedauern gegenüber Schülern, die vielleicht nicht angenommen werden können.

108 Plätze an der IGS

Für das neue Schuljahr kann die IGS 108 Plätze in vier neuen 5. Klassen anbieten. Fünf bis sieben davon sind Schülern mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung für die Teilnahmen am Inklusiven Unterricht vorbehalten, die restlichen sollen möglichst zu je einem Drittel an Kinder mit Empfehlungen für Gymnasium, Real- und Hauptschule vergeben werden. Dies nämlich macht das integrative pädagogische Konzept der IGS aus: Mit verstärkter individueller Förderung sollen die Schüler gemeinsam und voneinander lernen, unabhängig von der Einschätzung der Leistungsfähigkeit. „Wir schaffen es dadurch, viele Kinder besser zu machen, als sie es nach der 4. Klasse waren“, betonte Müller. Viele Kinder kämen mit einer Empfehlung für die Realschule in die 5. Klasse der IGS und verließen die 10. mit einer Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe. „Ich finde das Konzept gut, weil die Kids dann nicht gleich festgelegt sind“, urteilte Besucher Holger Schwab aus Sossenheim, als er sich mit seiner Frau und seinen beiden Kindern die Schule besichtigte. Einiges Interesse galt dabei natürlich dem mehr als 50 Millionen Euro teuren Neubau an der Palleskestraße und der dann modernen Ausstattung mit Smartboards als Tafeln, einer großen Mensa, einer eigenen Sporthalle und hochwertig arrangierten Fachräumen für Kunst, Musik oder Darstellendes Spiel.

Neue Konkurrenz

„Jetzt kann es richtig losgehen“, heiße es deswegen derzeit im Lehrerkollegium der IGS West, erzählte Schulleiter Müller: Die neue Ausstattung werde die volle Entfaltung des pädagogischen Konzepts ermöglichen, weil man nicht mehr auf die Enge der Pavillonanlage beschränkt sei. Gegenüber den städtischen Plänen für das neue Gymnasium in Nied zeigt sich Müller daher zwar irritiert — „es gibt über 500 gymnasiale Plätze an Integrierten Gesamtschulen in Frankfurt, die nicht annähernd ausgeschöpft sind“ —, doch sei er nicht besorgt über die künftige Konkurrenzsituation, die potenzielle Gymnasiasten nach Nied wechseln lassen könnte: „Wir müssen abwarten, wie sich alles entwickelt“, sagte er. An der IGS West vertraut man auf die eigene Stärke.

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