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Gespannt verfolgten Entenbesitzer sowie Zuschauer die gelben Plastiktiere bei ihrer Schwimmtour auf dem Niedrigwasser führenden Weilbach.

Eintracht-Fanclub

Wenig Wasser, aber viele Enten

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Erstmals nahmen an der Jux-Veranstaltung auch Asylbewerber teil, die seit kurzem in dem Stadtteil wohnen.

„Die Enten sind noch etwa 30 Meter vom Ziel entfernt“, informierte eine freundliche Stimme über den Lautsprecher. Kaum hatte Frank Spengler, Stellvertretender Vorsitzender des Eintracht-Fanclubs (EFC) „Fuchselöcher“, seine Durchsage ins Mikrofon gesprochen, füllte sich der Bereich entlang des Bachbetts mit aufgeregten Kindern. Keiner der Knirpse wollte den spannenden Zieleinlauf verpassen. Einige Meter entfernt lieferten sich bereits zwei gelbe Plastikvögel ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Die Ente mit der Nummer 42 hatte den Schnabel vorn bis sie an einem Ast hängen blieb und von Ente 142 überholt wurde. Der neue Favorit hatte jedoch mit dem teilweise niedrigen Wasserstand zu kämpfen. Schließlich war es eine Erdbeere – die außer Konkurrenz – als erste durchs Ziel ging. Die warmen Temperaturen sorgten gestern für sehr guten Zuspruch und volle Bänke beim Entenrennen des EFC. Das sonnige Wetter führte aber auch dazu, dass der Weilbach relativ wenig Wasser führte. Die gelegentlich aufragenden Steine und kleinen Sandbänke in dem Bach taten dem Spaß beim Entenrennen jedoch keinen Abbruch. Der ausrichtende Verein hatte wieder seine „Entenschubser“ im Einsatz, die gestrandete Schwimmobjekte zurück in die Strömung beförderten. „Der Bach war schon trockener“, kommentierte Frank Spengler die gestrigen Verhältnisse.

500 Enten gingen in drei Vorläufen an den Start. Die besten 75 durften im Finale am Nachmittag erneut ihr Glück versuchen. Zum ersten Mal nahmen Asylbewerber aus der Unterkunft an der Frankfurter Straße am Entenrennen teil. Der EFC „Fuchselöcher“ förderte die Integration, indem er zwei Tische auf dem Festplatz für die Flüchtlinge reservierte. Die Asylbewerber durften kostenlos Enten ins Rennen schicken.

Während der EFC das Vatertagsfest samt der vier Rennen stemmte, war Fußball ausnahmsweise mal Nebensache. „Viele sprechen uns auf die Eintracht an“, erklärte Frank Spengler. Die Priorität der Helfer liege aber darauf, den Besuchern einen schönen Tag zu bieten. Etwa 30 der insgesamt 120 EFC-Mitglieder waren für die Organisation des Entenrennens auf den Beinen. Im Hinterkopf hatte mancher Helfer den Fußball aber trotzdem: Einige Mitglieder fahren heute nach Berlin, um beim morgigen Auswärtsspiel der Eintracht dabei zu sein. Laut Frank Spengler, lag es den Betroffenen am Herzen, dass sie gestern Abend früh ins Bett kamen.

Das Thema Fußball war auch bei den Preisen des Entenrennens gegenwärtig: Der dritte Platz wurde mit einem signierten Fußball der Eintracht belohnt, für die zweitplatzierte Ente gab es Eintrittskarten zum Spiel gegen Leverkusen. Der erste Preis war dann eine Jahreskarte für das Hattersheimer Freibad. Aufs Siegertreppchen schafften es gestern Siegerin Caroline Reiter sowie Nicole Hochmuth und Leon Schmidt. Der EFC spendete tausend Euro aus dem Entenverkauf an das ASB-Wohnprojekt für Demenzkranke in Weilbach.

(sas)

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