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Widerspenstige Bar-Gäste

Bad Sodener legen sich in Frankfurt mit Polizei an - Gericht lässt Milde walten

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Wenn der Wirt und dann auch noch die Polizei sagen, dass es Zeit zum Gehen ist, sollte der Gast den Rat befolgen und sich nicht noch körperlich mit den Beamten anlegen. Wenn doch, endet das wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt vor Gericht. Wie im Fall der beiden jungen Männer aus Bad Soden.

Bad Soden/ Königstein - Die beiden Bad Sodener hatten am Abend des 18. November 2018 in einer Bar in Sachsenhausen wohl zu tief ins Glas geschaut. Jedenfalls waren sie nicht mehr ganz Herr ihrer Sinne, weshalb sie sich, es ging auf 2 Uhr zu, gegenüber einer Tänzerin ausfällig zeigten. Auch soll es zu Tätlichkeiten gegenüber der Dame gekommen sein. Jetzt stand einer der beiden, ein 20-Jähriger, vor dem Königsteiner Jugendgericht.

Dort hatte er sich zwar nicht wegen Ausfälligkeiten gegenüber der Tänzerin und auch nicht wegen Körperverletzung zu verantworten, das war wohl der andere, sondern wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit einem tätlichen Angriff gegen einen Polizeibeamten. Seinen gesondert verfolgten Freund erwartet ein eigenes Verfahren.

Der Angeklagte wollte sich partout nicht zur Sache äußern, wohl aber der Polizist, der die Anklage in allen Punkten ohne Belastungseifer, bestätigte. Danach hatte der Wirt die stark betrunkenen Gäste - der Bad Sodener hatte 1,26 Promille Alkohol intus - des Lokals verwiesen, ohne dass die beiden der Aufforderung nachgekommen wären. Wenig später standen dann vier Polizisten im Rahmen und lösten den Disput mittels "einfacher körperlicher Gewalt".

Von Polizei "begleitet"

Das heißt im Klartext: Sie bemächtigten sich der Störenfriede und, so drückte es ein als Zeuge zum Prozess geladener Polizist aus, "begleiteten" sie nach draußen. Das war schwierig, da beide sich buchstäblich "mit Händen und Füßen wehrten", was den Tatbestand des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erfüllt. Der vom Gericht vernommene Beamte nahm den Angeklagten fast noch in Schutz, der andere Sodener sei noch viel wilder gewesen.

Gleichwohl habe sich der Bad Sodener heftig gegen den Polizeigriff gewehrt und versucht, sich herauszuwinden, indem er dem Polizisten die Hand wegschlug und Anstalten machte, seinem Kumpel beizustehen. Dabei habe er versucht, den Beamten zu treten, was aber misslungen sei. Am Ende waren die Polizisten dann doch erfolgreich, konnten die renitenten Zecher fesseln und sie zur Polizeistation bringen.

Angeklagten steht es frei, zur Sache zu schweigen, das ist ihr gutes Recht. Darüber werden sie auch stets vom Gericht aufgeklärt. Sie können dann aber auch keine Punkte, etwa für ein Geständnis, sammeln. In diesem Fall hätte das Gericht das Verfahren gegen den bis dato unbescholtenen Mann sogar mit einer kleinen Geldauflage eingestellt.

Warum der Angeklagte trotz der glaubhaften Aussage des Polizisten so eisern an seinem Schweigegelübde festhielt, erschloss sich weder der Staatsanwältin, noch der Richterin. "Wären Sie mein Sohn, würde ich Ihnen sagen, dass Sie gerade etwas Doofes tun, jetzt muss es wohl ein Urteil geben", versuchte die Richterin den Angeklagten zur Umkehr zu bewegen. Dieses Verhalten sei ihm angeraten worden, erklärte der 20-Jährige trotzig.

Falsche Nibelungentreue

Das Königsteiner Jugendgericht konnte also letztlich nur mutmaßen, dass er mit einem Geständnis seinem Kumpel bei dessen Prozess nicht in die Parade fahren wollte, ein Rechtsanwalt könne ihm - ohne Akteneinsicht genommen zu haben - wohl kaum diesen Rat gegeben haben. Die Richterin sagte dazu: "Falsch verstandene Nibelungentreue!"

Das unausweichliche Urteil nach Jugendrecht fiel dennoch glimpflich aus: Der junge Mann wurde jugendrichterlich verwarnt und zu künftigem Wohlverhalten ermahnt. Auch muss er 240 Euro an die Kunstwerkstatt Königstein zahlen.

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