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Von: Alexandra Flieth

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Kunstradfahrer Daniel Andrés führt seinen Sport auf dem Fest vor.
Kunstradfahrer Daniel Andrés führt seinen Sport auf dem Fest vor. © Maik Reuß

Das Bürgerfest hat Tradition in Unterliederbach, bereits zum 35. Mal wurde es gestern auf dem Außengelände der Ludwig-Erhard-Schule gefeiert. Es ist ein Fest der Vereine für die Menschen im Stadtteil, das die Gemeinschaft stärken soll.

Mateusz (11) ist geschickt im Umgang mit Kunststoffbechern und möchte anderen Kindern den Spaß daran vermitteln. „Speed-Stacks“, Becherstapeln, nennt sich sein Hobby und er zeigt auf dem Bürgerfest, wie es geht. Die Veranstaltung hat im Stadtteil Tradition und wurde 1981 erstmals ausgerichtet. Die aktuelle Auflage ist das 35. Mal. Auf die Beine gestellt wird das Bürgerfest vom Vereinsring Unterliederbach auf dem Außengelände der Ludwig-Erhard-Schule, das sich entlang der Hunsrück- und Stegerwaldstraße zieht.

Schnelle Reaktionen

Mateusz hat einen eigenen Tisch am Stand der Walter-Kolb-Schule, die sich auf dem Fest präsentiert, und stapelt die vor ihm stehenden Becher zu einer Pyramide und wieder zurück. Lazaros und Younes (beide 9 Jahre) schauen konzentriert zu und probieren es auch einmal aus. Ganz so schnell wie bei Mateusz klappt es noch nicht. Kein Wunder, schließlich bedarf es hierfür regelmäßiger Übung. „Seit zweieinhalb Jahren, seit der dritten Klasse, mache ich das schon“, sagt er stolz. Bei Wettbewerben habe er aber noch nicht mitgemacht. „Mir macht es einfach viel Spaß.“

Das Bürgerfest ist eines von drei großen Festen, die jährlich im Stadtteil organisiert werden. Und es lockt dieses Mal wieder viele Menschen. Auch das Wetter spielt mit. „Aus den vergangenen Jahren weiß ich, dass wir beim Bürgerfest ein Abo auf schönes Wetter haben“, sagt Hubert Schmitt. Er ist der Vorsitzender des Vereinsrings Unterliederbach, der aktuell 25 Mitgliedsvereine hat. „Es ist eine Fest der Vereine, das Menschen jeden Alters anspricht“, betont er weiter.

Sozialbezirksvorsteher Heinz Alexander formuliert es so: „Das Fest ermöglicht den Vereinen, ihre Arbeit vorzustellen und den Menschen näherzubringen. Gleichzeitig haben Besucher die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.“ Alexander ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Regionalrats Unterliederbach, der ebenfalls mit einem Stand bei der Veranstaltung vertreten ist. Er weiß, was die Bürger im Stadtteil, vor allem die älteren Menschen bewegt: „Das ist zum Beispiel die Sorge, man könne Opfer des Enkeltricks werden“, schildert er. Prävention sei wichtig, wissen, an wen man sich im Notfall wenden könne. Das solle vermittelt werden.

Nicht jeder Besucher kommt dabei aus Unterliederbach. Inge Chimerek lebt in Niederhöchstadt und ist zum ersten Mal beim Bürgerfest, um sich mit einer Freundin zu treffen. Während die Freundin Getränke besorgt, sammelt Chimerek Eindrücke von der Veranstaltung. Auf dem Hof präsentieren sich gerade verschiedene Gruppen der Turngemeinde (TG) Unterliederbach mit Vorführungen. Außerdem haben Mädchen und Jungen der Walter-Kolb-Schule einen Tanz einstudiert, den sie zeigen.

Auch der Unterliederbacher Daniel Andrés (24) ist mit dabei, zeigt sein Können als Kunstradfahrer. Er trainiert beim RV Germania Tempo Höchst, hatte kurz zuvor noch einen Wettbewerb in Wiesbaden. „Für mich ist es selbstverständlich, mich als Unterliederbacher an diesem Fest mit einem Beitrag zu beteiligen“, sagt er nach seiner Präsentation. Außerdem könne er den Besuchern so auch seinen Sport näherbringen.

Gefährliche Einsätze

Ihre Arbeit näherbringen, möchten auch die Vertreter der Diensthundestaffeln von Zoll und Stadtpolizei. Mitgebracht haben sie ihre vierbeinigen Partner, mit denen sie im Alltag zusammenarbeiten. In zwei Vorführungen haben die Hunde bereits ihr Können gezeigt, das an vielen Stellen gefragt ist, beispielsweise bei der alltäglichen Arbeit des Zolls am Flughafen.

Die Zusammenarbeit zwischen Stadtpolizei und Zoll bei der Diensthundeausbildung gibt es seit drei Jahren. „Wir tauschen uns aus, geben unsere Erfahrungen weiter“, sagt Dieter Keller vom Hauptzollamt. Er ist zuständig für die Ausbildung der Zollhunde. „Mit den Vorführungen auf den Festen möchten wir den Bürgern zeigen, wie unsere tägliche Arbeit aussieht.“

Dass die Einsätze oftmals auch sehr gefährlich werden können, weiß Martin Simon von der Hundestaffel der Stadtpolizei. Er hat unter anderem seinen treuen Begleiter Sammy (16) mitgebracht. Der belgische Malinois, ein Schäferhund, ist nicht mehr im aktiven Dienst. „Er hat mir schon das Leben gerettet“, erzählt Simon. Man spürt dabei, wie stolz der Beamte auf Sammy ist.

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