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Stolz zeigen (von links) Helene König, Alexandra Emmerling und Laura Lücker ihre Bronzemedaillen, die sie mit ihrer Mannschaft von der Carl-von-Weinberg-Schule bei der Schulfußball-Weltmeisterschaft in Guatemala gewonnen haben.

Carl-von-Weinberg-Schule

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Die Fußballerinnen der Carl-von-Weinberg-Schule haben mit dem dritten Platz einen großen Erfolg bei den Schulfußball-Weltmeisterschaften in Guatemala gefeiert. Zum ersten Mal konnte sich eine Mannschaft der Schule für diesen internationalen Wettbewerb qualifizieren. Für die Mädchen war es ein unvergessliches Erlebnis.

Niko Arnautis ist mächtig stolz auf seine Mädels. Seit vier Jahren arbeitet er als Sportlehrer und Fußballtrainer an der Carl-von-Weinberg-Schule und hat 17 junge Fußballerinnen im Alter von 15 bis 17 Jahren auf ihr bisher größtes sportliches Ereignis vorbereitet: die Weltmeisterschaften im Schulfußball des Internationalen Schulsport Verbandes (ISF), die jetzt in Guatemala ausgetragen wurden.

Es war die erste Teilnahme der Schule an dem internationalen Turnier, für das sich die Mannschaft vergangenes Jahr mit der Goldmedaille beim Bundesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin qualifizierte. Dank der Eltern und verschiedener Sponsoren konnte die Reise in das zentralamerikanische Land nach anfänglichen Finanzierungsschwierigkeiten ermöglicht werden (wir berichteten).

Das Vertrauen des Trainers, das dieser in seine Auswahl setzte, wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Die Mannschaft erreichte bei den Schulfußball-Weltmeisterschaften das kleine Finale. Dort besiegten sie die Mannschaft aus Finnland souverän mit 4:0. Die Mädchen aus Frankfurt freuen sich riesig über ihren dritten Platz, denn es ist ein großer Erfolg, den sie auf der internationalen Fußballbühne feiern konnten. Geschlagen geben mussten sie sich am Ende nur der ersten Auswahl von Gastgeber Guatemala und Turniersieger Frankreich.

„Es war einfach eine herausragende Zeit“, schwärmt Arnautis. „Mit der Teilnahme am Turnier haben die Spielerinnen ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, wenn Profis spielen.“ Die Spielerinnen seien auf dem Platz über sich hinausgewachsen. „Und das bei über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 75 und 80 Prozent“, sagt der Trainer. „Wenn man sieht, wie die Mädchen gespielt und sich verhalten haben, sowohl sportlich auf als auch neben dem Platz, das war wirklich toll“, lobt er weiter.

In der Gruppenphase mussten die Frankfurterinnen gegen die Mannschaften aus Guatemala, Finnland, der Türkei, Puerto Rico und China Taipeh antreten. Es gab insgesamt zwei Gruppen und 11 Mannschaften, die beim Turnier starteten. Die Frankfurterinnen qualifizierten sich in ihrer Gruppe als Dritte und setzten sich im Viertelfinale mit 1:0 gegen die Spielerinnen aus Brasilien durch.

Die deutsche Mannschaft kam beim Publikum super an, die Mädchen gaben während des Turniers sogar erste

Autogramme und Interviews

. „Die Zuschauer waren immer sehr begeistert und haben in allen Spielen für beide Mannschaften Stimmung gemacht, außer wenn Guatemala auf dem Platz stand“, sagt etwa Alexandra Emmerling. „Je nach Spielort waren bis zu 1000 Zuschauer dabei“, fügt die 15 Jahre alte Mittelfeldspielerin hinzu. Es sei einfach eine unglaubliche Atmosphäre gewesen.

„Durch den Wettbewerb haben wir wirklich gute Erfahrungen sammeln können“, erzählt Laura Lücker (16), die im Tor steht. Auch viele Eindrücke aus dem zentralamerikanischen Land nahmen die Spielerinnen mit, die allesamt das erste Mal dorthin reisten. „Es ist ein sehr armes Land, die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind deutlich sichtbar“, schildert Laura weiter.

Mit dem Pokal und der Bronzemedaille im Gepäck kehrten die Spielerinnen jetzt wieder zurück. Mittlerweile hat der Schulalltag, zu dem neben dem Unterricht natürlich auch regelmäßiges Fußballtraining gehört, sie wieder eingeholt. Die meisten Mädchen spielen beim 1. FFC Frankfurt und werden zusätzlich in der Carl-von-Weinberg-Schule, die gestern offiziell vom DFB als „Eliteschule des Fußballs“ ausgezeichnet wurde, in ihrem Sport gefördert.

Dass sie am Ende des Wettbewerbs auf dem Treppchen standen, ist für die Mädchen eine außergewöhnliche und tolle Erfahrung, die sie bestimmt so schnell nicht wieder vergessen werden. Und wer weiß, vielleicht spielt die eine oder andere in Zukunft als Profi und nimmt als Mitglied der Nationalmannschaft an Europa- und Weltmeisterschaften im Frauenfußball teil.

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