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Die jungen Maler und Lackierer freuten sich mit ihren Ausbildern über die bestandenen Gesellenprüfungen.

Arbeitsmarkt

Maler und Lackierer sind im Kreis Limburg-Weilburg begehrt

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Elf neue Maler und Lackierer sowie zwei Fahrzeuglackierer haben im Landkreis ihre Gesellenprüfungen bestanden. Obermeister Matthias Preis ehrte bei der Freisprechungsfeier in Staffel Carl-Christian Ebel aus Weilmünster als besten Prüfling.

Carl-Christian Ebel aus Weilmünster wurde bei der Freisprechungsfeier der Maler-, Lackierer- und Raumausstatter-Innung Limburg-Weilburg als bester von 13 Prüflingen ausgezeichnet. Gelernt hat er im Betrieb Jens Richter in Weilmünster. Der 28-Jährige hatte zuvor ein Chemiestudium erfolgreich abgeschlossen und hat klare Pläne. „Ich werde jetzt direkt mit dem Meisterkurs beginnen“, sagte er. Sein Ziel ist es anschließend, als Berufsschullehrer zu arbeiten.

Zweit- und drittbester Prüfling waren die beiden einzigen Fahrzeuglackierer des Jahrgangs, Madeleine Kura aus Diez sowie Lukas Städtler aus Weinbach. Sie lernten bei Sergej Wasiljew in Weilburg und bei der Autolackiererei Hohler aus Weilmünster.

Kaum ein Handwerksberuf biete so viele Jobangebote und Aufstiegschancen wie das Maler- und Lackiererhandwerk, sagte Obermeister Matthias Preis. Die Jung-Gesellen könnten also auswählen, was sie machen wollten. Preis weiß, dass sie mit dem nötigen Engagement nicht ihr ganzes Leben lang Gesellen bleiben müssten. Sie könnten, so der Obermeister, Ausbilder, Vorarbeiter, Meister und schließlich selbst Unternehmer werden. Preis riet den Jung-Gesellen, immer neugierig auf Neues zu bleiben, denn was heute gelte, könne morgen beruflich schon überholt sein.

Der Obermeister weiß auch, „wie wichtig es für den privaten und beruflichen Erfolg ist, Kontakte zu haben und zu pflegen oder neue zu knüpfen“. Von daher sollte seiner Meinung nach jeder Interesse daran haben, mit Kollegen, Lehrern, Ausbildern, der Innung und den Verbänden im Gespräch zu bleiben. Jeder solle sich überlegen, was seine konkreten beruflichen Berufsziele für die Zukunft seien.

Der Leiter der Limburger Friedrich-Dessauer-Schule, Stefan Laux, sprach vom Gesellenbrief als einem Fundament, auf dem die Prüflinge nun Stein für Stein ihr Lebenshaus aufbauen könnten. Laux betonte, die Jung-Gesellen könnten selbstbewusst in die Zukunft blicken, weil sie auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Leider würden noch immer viele Menschen glauben, nur jemand, der ein abgeschlossenes Studium nachweisen könne, habe es im Leben zu etwas gebracht. Doch Handwerker würden auf dem Arbeitsmarkt gebraucht. „Ihnen steht alles offen“, sagte Laux zu den Ausgezeichneten. Wer weiterkommen wolle, müsse aber künftig noch mal eine Schippe drauflegen. Stefan Laux meinte, die jungen Gesellen sollten draußen gute Botschafter für das Duale Ausbildungssystem sein.

Auch Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe pries die Vorzüge des deutschen Dualen Systems an. In vielen anderen Ländern würden junge Menschen nur schulisch ausgebildet. Folglich fehle ihnen das praktische Know-how, wenn sie ihre Ausbildung beendet hätten. In Deutschland hingegen könnten die Prüflinge nach der Ausbildung direkt ins Berufsleben einsteigen.

Uhe ist überzeugt, dass gute Handwerker auch in Zukunft gebraucht werden. Der Kreishandwerksmeister kritisierte aber, dass es in unserer Gesellschaft immer mehr reine Theoretiker gebe, die nicht in der Lage seien, Worte in Taten umzusetzen. Das Schöne am Handwerk ist laut Uhe, dass man jeden Tag direkt sieht, was man geleistet habe. Für den Erfolg im Beruf sei es wichtig, dass man an seiner Arbeit Spaß habe.

Neben den drei Besten habe die Gesellenprüfung bestanden: Philipp Kleiner (Aarbergen), Sebastian Lau (Wallmerod), Niklas Otto (Runkel), Sarah Pulz (Weilburg), Sanel Blagajcevic (Villmar), Marvin Dill (Runkel), Marvin Flügel (Bad Camberg), Jannis Klein (Weinbach), Adam Mikolaj Koziol (Hünfelden), Björn Vogt (Dornburg).

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