Gastro-Kolumne

Marokkanisches kombiniert

Ein Tisch für alle Gäste? Klingt nach einem lässigen Konzept. Und nach einem kommunikativen. Damit passt es perfekt zu Rachid Belhabib, der im

Ein Tisch für alle Gäste? Klingt nach einem lässigen Konzept. Und nach einem kommunikativen. Damit passt es perfekt zu Rachid Belhabib, der im Rashcook Table entspannt in der offenen Küche arbeitet, dabei seine Gäste begrüßt und auch sonst gerne ein paar Worte wechselt. Genauso hat er sich sein erstes eigenes Lokal vorgestellt, für das er zwei Jahre lang nach den richtigen Räumen suchte. Im Europaviertel hat sie er gefunden, wobei es nicht die Gegend war, die ihn überzeugte, sondern der Laden: „Die offene Küche, dazu genug Platz für die Tafel, die mir schon immer vorschwebte – alles, wie es sein soll“, sagt der Inhaber und Koch in einer Person.

Seine Ausbildung hat er bei den LSG Sky Chefs absolviert, dem Catering-Unternehmen der Deutschen Lufthansa. Dieser Branche blieb er auch im Anschluss treu, hat für Eurest und Wisag am Herd gestanden. Mit dem Maritim an der Messe wechselte vorübergehend in die Hotellerie. Eine wichtige Station in seinem Lebenslauf bildet auch der FPS, der zu den größten Caterern im Rhein-Main-Gebiet zählt: „Dort war ich für 8000 Essen zuständig“, sagt Belhabib. Trotzdem hatte er noch genug Zeit, die Bar ohne Namen mit aufzubauen. Als er komplett in den Hotspot am Eschenheimer Tor eingestiegen war, brachte er mit Rashcook sein eigenes Projekt auf den Markt. Unter diesem Namen hat er Events becatert, an Pop-up-Konzepten teilgenommen, Kinderkochkurse veranstaltet – und Ende Juni sein Lokal eröffnet.

Mittelpunkt im Rashcook Table ist die lange Tafel, die sich für 20 Gäste eignet und aus sieben Tischen besteht. „Zwei gute Freunde und ich haben sie über Online-Portale gekauft, auseinandergesägt und wieder zusammengesetzt“, erzählt der Betreiber. Hinter dem originellen Möbelstück befindet sich der breite Tresen inklusive Küche und einer Kühltheke für die Getränke. Dort können sich die Gäste selbst bedienen, anschließend bestellen und bezahlen sie die Gerichte, die ihnen am Tisch serviert werden.

Beim kulinarischen Angebot machen sich die marokkanischen Wurzeln Belhabibs deutlich bemerkbar. „Ich bin zwar gebürtiger Frankfurter, meine Eltern stammen allerdings aus Berkane.“ Wobei er seine Küchenrichtung lieber als Crossover bezeichnet, weil er Marokkanisches mit Produkten aus anderen Ländern kombiniert. Darunter auch Handkäse: „Ich habe ihn mal auf marokkanische Art angemacht, mit Arganöl, Harissa, ein paar Oliven und roten Zwiebeln“, sagt der Koch. Mit seinen Gerichten, genauer gesagt Shakshuka (7,90 Euro), pochierten Eiern in Tomatensauce, lässt es sich schon in den Tag starten. Danach gibt es einen wechselnden Mittagstisch, mal mit Salat und mal mit Dessert (9,60 Euro), gefolgt von einer Handvoll weiterer Speisen.

Dazu gehört marokkanische Linsensuppe (5,90 Euro), wunderbar nach exotischen Gewürzen schmeckend und nicht ganz so sämig wie die deutsche Variante – muss aber auch nicht sein. Oder eine Mischung aus verschiedenen Blattsalaten, kleinen Tomaten, Gurken, kandierten Walnüssen, Zucchini-Spaghetti, mit Kurkuma gewürztem Hühnerfleisch und Mango-Minze-Dressing (13,50 Euro). Das Ganze frisch, knackig und aromatisch. Den besten Überblick über Belhabibs Fähigkeiten erhalten die Gäste aber durch die Rashcook Plate: Auf einem großer Teller reihen sich pikanter Hummus, Auberginenpüree mit Sesamnote, fruchtig schmeckender Couscous, weil mit Berberitzen verfeinert, Rote-Bete-Apfel- und Tomaten-Gurken-Salat aneinander (13,90 Euro). Das alles verrät einen Koch, der wirklich Spaß an seinem Job hat.

Sein bisheriges Angebot will der Inhaber ab August um ein Drei-Gänge-Menü ergänzen, das immer samstags auf den Tisch beziehungsweise die Tafel kommt. Die insgesamt 20 Tickets für 20 Personen werden 24 Stunden vorher verkauft. An diesem Abend lässt sich der Koch auch unter die Arme greifen. „Wer Lust hat, kann aufstehen und mithelfen.“ Preis pro Person: 38 Euro – und zwar ohne alkoholische Getränke, die im Rashcook Table ohnehin nicht über den Tresen gehen. Wein, Wodka und Co. lassen sich gegen ein Korkgeld von 10 bis 15 Euro allerdings mitbringen.

Rashcook Table

Europaviertel, Europa-Allee 41, Tel. 01 52-33 56 50 16, www.rashcook.de, Mo–Fr 9–15 + 18–22, Sa 19–22 Uhr, So Ruhetag, Sitzplätze: 30 innen/6 außen, Küche: Crossover

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