Sozialstation

100 Mitarbeiter im Dienste von pflegebedürftigen Menschen

Seit 40 Jahren gibt es die Kirchliche Sozialstation Diez. Zum „runden Geburtstag“ öffnen sich die Türen im fertiggestellten Anbau des ambulanten Pflegedienstes für die Verbandsgemeinden Diez, Hahnstätten und Katzenelnbogen. Auch diese Räume haben nur ein Ziel: der in den vergangenen vier Jahrzehnten deutlich gewachsenen Nachfrage nach häuslicher Versorgung gerecht zu werden, um Patienten ambulant zu behandeln und Pflegebedürftigen so lange wie möglich ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Veränderte politische Rahmenbedingungen und Förderrichtlinien waren in den 1970er Jahren der Grund, warum auch in der Region des damaligen Dekanats Diez für die Verbandsgemeinden Diez, Hahnstätten und Katzenelnbogen eine Sozialstation gegründet wurde. Zwar gab es damals noch einige wenige Gemeindeschwestern, aber keine ambulante Versorgung in allen Ortsgemeinden. Mit Schwester Hannelore Böhlke aus Cramberg wurde die erste Leiterin der Station besetzt, die den Einsatz der damaligen „Bezirksschwestern“ plante und selbst noch im Einsatz war.

Mit zehn Mitarbeiterinnen nahm die Station 1978 ihre Arbeit auf. Schon damals stand die medizinische Versorgung im Mittelpunkt des ambulanten Dienstes. Das ist bis heute so geblieben: Verbände wechseln, Wunden versorgen, Injektionen geben, künstliche Ausgänge säubern, die ganze Palliativversorgung, Medikamente verabreichen – vieles, wozu einst ein Krankenhausaufenthalt nötig war, leisten heute die Krankenschwestern der Sozialstation bei den Patienten zu Hause.

Zudem wuchs seit Einführung der Pflegeversicherung in Deutschland im Jahr 1995 auch die Nachfrage nach pflegerischen Diensten immer stärker an. Mittlerweile bietet die Sozialstation

Essen auf Rädern

, Alltagsbegleiter, Hauswirtschaftskräfte, eine Hotline sowie Beratung für die Angehörigen von Demenz-Patienten an. Sie beschäftigt knapp 100 Kräfte. Hinzu kommen noch einmal zehn Personen, die – etwa zur Verteilung von

Essen auf Rädern

– auch ehrenamtlich für die Station auf Achse sind.

Die 60 examinierten Krankenschwestern und Pflegekräfte steuern in den drei Verbandsgemeinden etwa 360 Patienten an und legen dabei jedes Jahr mehrere Hunderttausend Kilometer zurück. Zusätzlich werden regelmäßig rund 100 Haushalte mit

Essen auf Rädern

beliefert. Die Station hat mittlerweile einen 25 Fahrzeuge großen Fuhrpark.

Nicht nur zu dessen Finanzierung trägt der Förderverein der Station jedes Jahr mit einer beträchtlichen Spende bei. Von Beginn an war das Interesse groß, durch eine Mitgliedschaft die Arbeit der Station zu unterstützen. 51 Gründungsmitglieder hoben den Verein am 13. November 1978 aus der Taufe; heute zählt er 870 Mitglieder. Zudem helfen viele Bürger der Region immer wieder durch Spenden und Sammlungen, dass die Station ihrem Versorgungsauftrag gerecht werden kann. Kein Wunder: Die weißen Einsatzfahrzeuge gehören heute zum Straßenbild in den Ortschaften der Region Diez, Aar, Einrich und Esterau dazu wie das Amen in der Kirche. – Apropos Kirche: Dass die ambulanten Dienste des Dekanats den Namen „Kirchliche Sozialstation Diez“ erhielten und nicht, wie andernorts üblich, „Diakoniestation“, ist den Gründungsjahren geschuldet, als eine katholische Bezirksschwester im Einsatz war. Die ökumenische Ausrichtung ihres christlichen Dienstes am Nächsten war den Gründern wichtig. Was die Patienten anbelangt, spielen Konfession und Religionszugehörigkeit ohnehin keine Rolle.

Ein neuer Anbau sorgt in der Friedhofstraße seit diesem Sommer für etwas Entlastung. In dem 210 Quadratmeter großen Gebäude, das mit dem Altbau verbunden ist, wurden auf zwei Etagen sechs neue Büroräume eingerichtet. Mit einem Tag der offenen Tür sind die Bürger eingeladen, sich die neuen Räume anzuschauen.

Der Tag der offenen Tür in der Kirchlichen Sozialstation Diez (Friedhofstraße 19 ) am Samstag, 11. August, beginnt um 14 Uhr mit einer Andacht, geleitet vom Vorstandsvorsitzenden der Station, Pfarrer Addi Tremper. Anschließend sind für die Gäste während einer kleinen Geburtstagsfeier Kaffee und Kuchen vorbereitet; bis 16 Uhr können die neuen Räume besichtigt werden. Gleichzeitig gibt es dort von diesem Tag an eine Bilderausstellung der Künstlerin Ilse Vogt aus Netzbach zu sehen.

(red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare