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Jetzt noch eine Aufnahme! Vorne links Konrektor Andreas Lang.

50. Geburtstag

Mittelpunktschule Goldener Grund: Viel mehr als nur Unterricht

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Erinnerungen an die Schulzeit und neue Herausforderungen: Der 50. Geburtstag der Mittelpunktschule Goldener Grund zeigt, was sich geändert hat und was Schule heute bietet.

Vor gut 40 Jahren war er in diesem Raum. Der kleine Eisenbacher gehörte zu den Schülern, die gleich für die ersten Klassen eingeteilt werden sollten. „Als dann mein Name kam und sie sagten, zu Frau Schmidt-Bauer, da war ich ganz aufgeregt. ,Das ist der Volltreffer‘, hatten die anderen mir gesagt“, erinnert sich Daniel Ott. Heute führt er ein Geschäft in Bad Camberg, leitet dort die Geschäftsstelle der Nassauischen Neuen Presse und kam zum 50. Schulgeburtstag wieder nach Niederselters, in den gleichen Raum. „Genau dort habe ich heute Frau Schmidt-Bauer wiedergetroffen. Ich hatte Gänsehaut.“

So wie Daniel Ott geht es vielen an diesem Tag. „Darf ich Ihnen meine Tochter vorstellen“, nähert sich eine Mutter Reinhard Felkl. Der frühere Schulleiter war ihr Lehrer. „Die Ähnlichkeit ist unverkennbar“, sagt er mit einem Schmunzeln. „Nur ist sie braver als ich“, meint die Mutter. „Stimmt“, erinnert er sich später. „Das war keine einfache Klasse.“ Es hat sich ein kleiner Tisch mit ehemaligen Lehrern gebildet. Gerolt Leichthammer gehört noch dazu, Anke Wirth begrüßt Linde Weinem. Die frühere Schulsekretärin war über drei Jahrzehnte „die gute Seele der Mittelpunktschule“, erzählt Karin Schmidt-Bauer. Wenn ein Kind ein Wehwehchen hatte oder auch ein Lehrer ein Problem – war sie sofort mit Rat und Tat zur Stelle.

Im großen Gang hängen Bilder und Zeitungsartikel. Manche kommen gerade noch dazu, auf den letzten Drücker gefunden und mit aufgehängt. „Guck mal, so sah dein Papa früher aus!“ Stadtbauamtsleiter Benjamin Zabel zeigt seinem Sohn Tom ein Einschulungsfoto. Die Ähnlichkeit ist unverkennbar. „Aaaaah“, ein lauter Schrei von der anderen Seite. Drei Frauen umringen ein Bild und haben alte Bekannte wiederentdeckt. Manche sehen heute so anders aus, sie müssen sich direkt vorstellen.

Der 50. Schulgeburtstag am Samstag war Gelegenheit, zurück-zublicken. Brigitte Ortmann und Syille Herfurth vom Personalrat heben zum Beispiel das gute Klima in der Schule hervor, erinnern an den ersten Schulleiter Rudi Otto, „der für 20 Jahre unser Häuptling war“. Aber der Blick geht auch nach vorne. Die Schule hat einen Sport-Schwerpunkt. Unschwer zu erkennen an den vielen Angeboten dieses Tages. Das ganze Gelände ist wie verwandelt. Da es so viele Stationen gibt, dauert es nie lange, etwas zu testen oder ins Gespräch zu kommen. Ein Mädchen mit einer seltsamen Brille versucht, ein Kreuz auf ein Blatt Papier zu malen und von dort aus eine Wegbeschreibung zu zeichnen. Fast unmöglich! Die Jugendliche lacht. Die „Umkehrbrille“ lässt alles anders aussehen. Eine der Wissenschaftsstationen, an denen das Frankfurter Science-Center Experiminta zum Experimentieren einlädt.

Das ganze Schulgelände ist in Bewegung, und das beginnt schon am Anfang: Schüler in gelben Warnwesten weisen alle Autofahrer ein, die kommen. Denn Parkplätze sind genügend da, wenn man sie richtig einteilt und das Nachbargrundstück mit nutzen darf – wie an diesem Tag.

„Ich habe überwiegend positive Erinnerungen an meine Schulzeit“, sagt Daniel Ott, der sehr gerne gekommen ist. Seine eigenen Kinder gehen nun nach Bad Camberg in den Unterricht – weil er umgezogen ist. Doch viele Oberselterser sind mit hier, da ihre Kinder die Schule in Niederselters besuchen. „Eine große Familie“, sagt Konrektor Karsten Schweitzer. Auch wenn nicht alles einfach war. Davon zeugen zum Beispiel die Zeitungsartikel. „Lauert in heimischen Schulen der Tod?“, „PCB-Werte in der Schule dramatisch gestiegen“, hieß es zum Beispiel 2002. Und: „Unterricht ins Freie verlegt“. Damals mussten Probleme bewältigt werden. Jetzt sind die Schüler gerne draußen an diesem sonnigen Tag, feiern Schulgeburtstag. Andreas Lang und Bianca Flauger (Schulleitung) laden alle ein, das reichhaltige Programm auszuprobieren. Auf der Bühne zeigen die Schüler unter anderem mit Tanz, Akrobatik, Mini-Playback-Show, dem Theaterstück der Gruppe Darstellendes Spiel und dem französischen Theater, was sie können.

Schulamtsdirektor Jung, der Vorsitzende des Schulausschusses Manuel Böcher – sie wissen, vor welchen Herausforderungen Schule heute steht und was sie leistet. Plastisch bringen das die Drittklässler auf die große Freilicht-Bühne. Zwei „Klassen“ spielen Schule damals und heute. „Hände nur auf den Tisch, wenn geschrieben wird!“, ist nur eine der Anweisungen früher. Oder die Sache, wie man Buchstaben lernt – einst auf der Schiefertafel geschrieben, jetzt gemalt, gedruckt, ausgeschnitten, per PC. Neue Techniken haben Einzug gehalten. Eines ist sicher: Es wird sich immer etwas ändern. Und die Schule geht mit.

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