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Ein Absperrband mit der Aufschrift "Polizeiabsperrung" am Tatort. Foto: Silas Stein

Polizeieinsatz in Dietzenbach

Mordverdächtiger stirbt bei Verhaftung

Am Mittwoch ist ein Mann bei einen größeren Polizeieinsatz in Dietzenbach ums Leben gekommen. Der wegen eines Tötungsdelikts Verdächtige fügte sich laut Polizei die tödlichen Verletzungen selbst zu.

Bei einem Polizeieinsatz in  Dietzenbach (Kreis Offenbach) ist der Verdächtige im Fall eines getöteten Ehepaares ums Leben gekommen. Eine Spezialeinheit sollte den 66-Jährigen am Mittwoch verhaften. Er stand unter Verdacht, im Juni das Ehepaar umgebracht zu haben, das in derselben Straße wohnte. Bei der Polizeiaktion habe sich der Mann selbst schwere Verletzungen zugeführt, er sei noch in seiner Wohnung gestorben, teilten die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Polizeipräsidium Südosthessen mit.

Für kurzzeitige Aufregung sorgte ein verdächtiger Gegenstand in der Wohnung des 66-Jährigen. Deshalb wurde unter anderem eine nahe gelegene Schule geräumt. Später konnten Experten des Kampfmittelräumdienstes aber Entwarnung geben.

Wie sich der Mann verletzte und woran er starb, blieb zunächst unklar. Auch zum genauen Vorgehen der Spezialkräfte machten die Ermittler keine näheren Angaben. Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären.

Am 7. Juni hatte die Polizei in Dietzenbach abends ein totes Ehepaar entdeckt. Die 61 Jahre alte Frau war zuvor nicht bei ihrer Arbeitsstelle erschienen. In der Wohnung des Paares, die sich in derselben Straße wie die Wohnung des Verdächtigen befindet, fanden die Beamten auch den toten Ehemann (64).

Zunächst vermutete die Polizei einen gemeinsamen Suizid, doch bald tauchten Zweifel daran auf. Die Ermittler veranlassten weitere Untersuchungen, die sie schließlich von einem Verbrechen ausgehen ließen. "Weitere Ermittlungen erhärteten den Verdacht gegen den Dietzenbacher", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Warum genau der 66-Jährige unter Tatverdacht geriet, blieb am Mittwoch zunächst unklar. Ein Richter des Amtsgerichts Offenbach erließ Haftbefehl gegen den Mann wegen Totschlags. Spezialkräfte der Polizei rückte an, um den 66-Jährigen festzunehmen und den Haftbefehl zu vollstrecken.

Bei dem Einsatz entdeckten die Beamten auch einen verdächtigen Gegenstand in der Wohnung. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um einen Sprengsatz handelt, wurden das Wohnhaus und eine nahe gelegene Grundschule evakuiert. Für rund 250 Schüler und ihre Lehrer war der Unterricht daher vorzeitig zu Ende, sie wurden nach Hause geschickt. Auch 15 Menschen mussten ihre Wohnungen vorübergehend räumen.

Experten des Landeskriminalamtes konnten aber schon wenig später Entwarnung geben, es wurde kein Sprengstoff festgestellt. "Wir wussten nicht, was es ist und wollten lieber auf Nummer sicher gehen", sagte Polizeisprecher Rudi Neu.

    (dpa)

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