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Susanne Bettac (links) und Yvonne Schuster wollen eine Jugendfeier für konfessionslose Jugendliche organisieren. Yvonne Teichler macht auch mit, fehlt aber auf dem Foto.

Für Achtklässler

Mütter aus Schmitten wollen eine "Jugendweihe" anbieten

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Konfirmation und Firmung sind nach wie vor für viele Jugendliche ein wichtiger Schritt ins Erwachsenenleben. Nicht getaufte Kinder stehen da aber oft nebendran. Drei Frauen aus der Gemeinde Schmitten wollen jetzt erstmals als Alternative eine Jugendfeier organisieren und suchen Mitstreiter.

Susanne Bettac, Yvonne Schuster und Yvonne Teichler aus Schmitten wollen konfessionslosen Jugendlichen mit einer Feier den Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter symbolisch verdeutlichen und zwar, indem sie das Ereignis feiern. Sie kennen sich über ihre Kinder, alles Achtklässler und alle nicht getauft. Trotzdem sollen die Schüler – wie ihre Klassenkameraden, die zwischen Ostern und Pfingsten konfirmiert oder gefirmt werden – feierlich in die Gemeinschaft der Erwachsenen eintreten.

Susanne Bettac stammt aus Rostock und Yvonne Schuster aus Potsdam. Beide Frauen haben als Jugendliche in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) die sogenannte Jugendweihe gefeiert. Sie wollen nun etwas Ähnliches in Schmitten für Interessenten aus dem Usinger Land oder auch darüber hinaus anbieten. Wichtig ist ihnen dabei die religiöse und politische Unabhängigkeit.

Ihnen ist klar, dass der Begriff „Jugendweihe“ für viele negativ besetzt ist, weil diese Feier und die vorausgehende Erziehung in der DDR von der damaligen Regierung instrumentalisiert wurde (zum Begriffsursprung siehe Infobox). Deshalb wollen die Schmittenerinnen eine Jugendfeier für konfessionslose Jugendliche organisieren, an der aber auch getaufte Mädchen und Jungen teilnehmen dürfen.

„Die Werte sind im Grunde die gleichen“, sagt Yvonne Schuster, der es darum geht, Achtklässlern symbolisch klar zu machen, dass sie auf dem Weg ins Erwachsenenleben sind. „Sie sollen bewusst wahrnehmen, dass das ein wichtiger Einschnitt in ihrem Leben ist“, ergänzt die 48-Jährige.

Solche Jugendfeiern würden in Frankfurt, Wiesbaden und Hannover von in Verbänden organisierten Freidenkern und Humanisten ausgerichtet, so Susanne Bettac. Doch das ist für die drei Frauen zu weit weg von der Gemeinschaft, in der sie mit ihren Familien leben. Sie gehen davon aus, dass es im direkten Umfeld, in der Feldberggemeinde, im Usinger Land oder im Hochtaunuskreis, genug Interessierte für so etwas gibt. Vor allem wollen sie nicht gleich einen Verein dafür gründen oder einem bestehenden Verein beitreten.

Für ihr Vorhaben, dass wie Konfirmation und Firmung irgendwann im Mai stattfinden soll, suchen die Drei jetzt weitere Mitstreiter und Teilnehmer. Immerhin gibt es allein in Schmitten 34 konfessionslose Kinder, die aktuell die achte Klasse besuchen.

Nach ersten Gesprächen im Schmittener Rathaus ist Schuster auch optimistisch, dass sie in der Feldberggemeinde einen geeigneten Saal findet.

Das ist aber noch nicht alles. Für einen solchen Festakt suchen die Initiatorinnen zum Beispiel einen Redner, der über Werte und die Entwicklung zum Erwachsenen spricht, aber auch Musiker. Dekoriert sein, sollte der Raum natürlich auch. „Schön wäre es auch, wenn jemand als Moderator fungiert und die einzelnen Jugendlichen kurz vorstellt und offiziell in der Gemeinschaft der Erwachsenen begrüßt“, so Yvonne Schuster.

Soweit die Ideen der drei Frauen. Einen genauen Termin, Veranstaltungsort und Details zum Ablauf gibt es aber noch nicht. Für die Erstauflage der Jugendfeier finden auch noch keine Vorbereitungsstunden statt, dafür ist die Zeit zu knapp, da sehen die Frauen aber die Eltern in der Pflicht. Ob die Jugendfeier überhaupt stattfindet und wie sie gestaltet wird, hängt davon ab, wieviel Rückmeldungen die Organisatorinnen erhalten.

Interessierte Eltern oder Unterstützer können sich per E-Mail unter jugendfeier@yahoo.com melden oder telefonisch, per SMS oder WhatsApp bei Susanne Bettac unter 01 76-56 56 82 85.

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