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Anja Spiegel wirkt schon am ersten Musical 2003 mit. Simon Großner spielt in der Band, die die Live-Musik beisteuert.

Theaterstück

Musicalproben: Hier findet jedes Kind seinen Platz

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Anja hier, Anja da. Die Betreuerin Anja Spiegel ist gefragt, wenn weit über 100 Beteiligte das neue Theaterstück einstudieren. Die Mädchen und Jungen lernen dabei mehr als „nur“ Schauspielerei“.

Wenn 100 Kinder und über 75 ehrenamtliche Mitarbeiter und Betreuer bei einem Musical mitwirken, ist es für alle Akteure hilfreich, wenn bei den Proben Shirts mit dem eigenen Namen getragen werden. So weiß jeder gleich, mit wem er es zu tun hat. Auf einem Shirt steht „die Anja“. Zwar sind die Kinder Mittelpunkt des Ganzen, aber „die Anja“ ist trotzdem ein ganz wichtiger Mensch für die Erfolgsgeschichte der Kindermusicals der Evangelischen Andreasgemeinde Niederhöchstadt. 2003 hatte Anja Spiegel zusammen mit Daniel Baginski das erste Musical realisiert. 11 Musicals mit 40 Aufführungen gab es seither.

Daniel Baginski, der inzwischen weggezogen ist, komponierte damals „Die große Flut“, die nun zum 15-jährigen Jubiläum wieder aufgeführt wird. „Dazwischen liegen 15 Jahre Erfahrung. Am Anfang war schon Manches etwas holprig“, sagt Anja Spiegel. „Aus dem kleinen Team von damals ist eine große Gemeinschaft geworden, die sich für jedes Musicalprojekt neu zusammenfindet“, sagt sie. „Besonders schön ist, dass Kinderdarsteller von früher in das Mitarbeiterteam der Musicalproduktionen von heute hineingewachsen sind“, freut sich Anja Spiegel.

Sechs- bis Zwölfjährige stehen als Schauspieler, Tänzer oder Chorsänger auf der Bühne. Die Älteren dürfen nur im Hintergrund weiter mitwirken – das dann aber durchaus generationenübergreifend. Das gilt auch für Felix Weidmann, der die Öffentlichkeitsarbeit für das neue Musical macht, das am Samstag, 13. Oktober, Premiere hat (siehe Terminliste im kleinen Text neben den Fotos). „Ich habe als Kind bei den ersten beiden Musicals mitgemacht, obwohl ich überhaupt nicht singen kann“, sagt er. „Und Du siehst, wir haben Dich trotzdem genommen“, scherzt Anja Spiegel.

„Das ist auch heute noch unser Grundsatz: Jedes Kind kann etwas und findet auf der Bühne seinen Platz“, sagt Simon Großner, der zusammen mit Anja Spiegel die Kindermusical-Leitung ausübt. Simon Großner spielt in der Band, die für die Livemusik sorgt, das Keyboard/Piano. Mit Cello, Violine, Harfe, Trompete und anderen Instrumenten wird das ein orchestrales Ereignis. Auf der Bühne ist sowieso eine Menge los. Die Proben, die im Juni begonnen hatten, gehen jetzt auf die Zielgerade. Die Generalprobe am Freitag ist schon im Bürgerzentrum, wo dann auch bei den vier Aufführungen endlich vor Publikum gespielt wird.

Bei der großen Flut geht es um die biblische Geschichte von Noahs Arche. Seine Familie, herzlose Dorfbewohner, fiese Sklavenhändler und ihre menschliche „Ware“ sowie viele lebendige „Tiere“ bevölkern dann die Szenerie. In 23 Liedern wird die Geschichte erzählt – manchmal unerwartet, immer spannend und mit Humor. Die Tanzgruppe mit den Jüngeren – das sind Carlotta, Coralie, Eli, Ella, Josephine, Marie, Mira, Rafael, Rebekka, Salome und Tabea – symbolisiert mit ihren Stäben und bunten Flatterbändern die „Schöpfung“ als sie noch rein war und der Chor stimmt dazu das Lied „Alles ist sehr gut“ an. Es beginnt mit der Zeile: „Die Welt war jung und strahlte in den schönsten Farben“.

Aber Anja Spiegel mahnt bei der Probe den Chor:„Ihr singt zu leise. Ich höre hier vorne nichts.“ Und schon wird kraftvoller geschmettert. Doch die Bosheit und Dummheit der Menschen macht die Erde bald zu einem schlechten Ort: Noah verzweifelt nicht daran, sondern versucht mit seiner Arche einen Neustart. Zwei Ausnahmen gibt es beim Kindermusical: Mit Sebastian Zipp als Noah und Nils Rosenfeld als Jared stehen auch zwei junge, erwachsene Akteure und Sänger auf der Bühne. „Das gibt den Kindern Rückhalt und Sicherheit“, sagt Simon Großner.

Übrigens: Viele der Requisiten, das Bühnenbild und Teile der Kostüme sind selbst gemacht. Auch das Programmheft ist toll: Dort finden sich alle Mitwirkenden mit Namen und Foto wieder. Die Proben haben Lust auf mehr gemacht.

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