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Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens.

Nach Festnahme

Mutmaßlicher Sexualstraftäter muss nicht in Untersuchungshaft

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Der mutmaßliche Sexualstraftäter, der in Griesheim vier Frauen begrabscht haben soll, muss nicht in Untersuchungshaft. Der Jugendrichter des Amtsgerichts habe entschieden, den Strafbefehl gegen den 16-Jährigen nicht zu vollstrecken.

Der mutmaßliche Sexualstraftäter, der in Griesheim vier Frauen begrabscht haben soll, muss nicht in Untersuchungshaft. Der Jugendrichter des Amtsgerichts habe entschieden, den Haftbefehl gegen den 16-Jährigen nicht zu vollstrecken, sagte Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt. Der Tatverdächtige stamme aus Pakistan und lebe dort bei seiner Mutter. Derzeit sei er vorübergehend bei seinem Vater in Frankfurt untergebracht. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn laufen noch.

Festgenommen wurde er Dank eines aufmerksamen Griesheimers. Der 43-Jährige hatte das Opfer des ersten Übergriffs am 21. Juni zufällig getroffen. „Ich lief abends gegen 18.15 Uhr Richtung Bahnhof Griesheim. An einer Straßenecke fand ich eine junge Nachbarin vor“, schildert er unserer Zeitung den Vorfall. „Sie ist etwa 30 Jahre alt, hochschwanger und war mit ihrem kleinen Sohn an der Hand unterwegs. Als ich zu ihr kam standen ihr Tränen in den Augen und sie zitterte am ganzen Körper. Sie erzählte mir, dass sie gerade von einem Mann von hinten angesprungen worden sei, der ihr an die  Brüste gefasst habe.“

Nachdem weitere Frauen über ähnliche Übergriffe in Griesheim berichteten, veröffentliche die Polizei am 4. Juli eine Warnmeldung mit Täterbeschreibung. Dem Nachbarn des ersten Opfers fiel daraufhin am Montagabend beim Blick aus seinem Fenster ein junger Mann auf, der sich auffällig verhielt und auf den die Beschreibung  passte.

„Er lief sehr langsam, schaute sich ständig um und rieb dabei immer wieder seinen Schritt“, berichtet der aufmerksame Griesheimer. „Ich zog mir rasch herumliegende Sportklamotten über, lief auf die Straße herunter und folgte ihm mit einiger Entfernung. Ich wollte ihm erstmal unbemerkt beobachten.“

Der verdächtige junge Mann sei ans Mainufer und durch den Bürgermeister-Schubert-Park spaziert. „Da er sich häufig umsah, bemerkte er mich irgendwann und behielt mich dann ebenfalls im Auge. Seine Gangart blieb jedoch ganz entspannt und langsam, seine Körpersprache absolut beherrscht. Er lief immer langsamer, so dass ich aufholte und ihn überholte. Kurz darauf setzte ich mich auf eine Treppe und machte, als er vorbeilief, ein Foto von ihm“, so der Zeuge. Das Foto habe er sofort per E-Mail an das 16. Polizeirevier geschickt.

Dann sei der junge Mann plötzlich weggerannt. „Ich rief das 16. Revier an, beschrieb meine Beobachtungen und lief weiter durch Alt-Griesheim“, so der 43-Jährige. „Einige Minuten später konnte ich den jungen Mann wieder entdecken und folgte ihm weiter. Per Telefon gab ich der Polizei laufend die Standortmeldungen durch.“ Schließlich kamen Beamten und nahmen den Tatverdächtigen fest.

Der 16-Jährige hat laut Polizei bei seiner Vernehmung alle vier Taten gestanden. Über seine Staatsangehörigkeit, pakistanisch oder deutsch, gibt es widersprüchliche Angaben.

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