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Noch ist das grün-feuchte Idyll am Fechenheimer Mainufer mit Blick nach Offenbach ein kleiner Tümpel. Mit dem Bau des Altarms (siehe rechts) wird es größer.

Umweltprojekt

Neuer Altarm wird deutlich teurer

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Rund drei Hektar groß soll die Wasserfläche des Altarms werden, den die Stadt 2019 entlang des Mainufers in Südosten Fechenheims baut. Damit sich die Natur dort ungestört entfaltet, wird der Leinpfad auf fast einem Kilometer Länge von Ufer weggeführt.

Rund 700 Meter lang und bis zu vier Meter tief soll der neue Altarm am Fechenheimer Flussufer im Südosten des Mainbogens werden. Drei Hektar Wasserfläche kommen hinzu mit einer 400 Meter langen Insel, die zwischen dem Zu- und Abfluss des Gewässers entsteht. Menschen haben hier keinen Zutritt, damit sich Tier- und Pflanzenwelt ungestört entwickeln können. Bauen will die Stadt bereits im kommenden Jahr. Doch das Projekt wird teurer als gedacht: Wegen „Kostensteigerungen“ und „geänderten Planungen“, heißt es in der Bau- und Finanzierungsvorlage, der die Stadtverordneten Ende September zustimmten, steigen die Baukosten von drei auf über vier Millionen Euro.

Woher das zusätzliche Geld kommt, ist noch nicht ganz klar: Das Land hat bereits 2,27 Millionen Euro Fördergeld zugesagt, die Stadt hätte 743 000 Euro selbst gezahlt. Nun soll die Stadtverwaltung eine Aufstockung der Fördersumme in Wiesbaden beantragen. Bei einer gleichbleibenden Förderquote würde sich die Zuwendung des Landes von 2,27 Millionen auf knapp 3,1 Millionen Euro erhöhen, schreibt die Verwaltung. Der städtische Anteil stiege dann auf knapp 1,1 Millionen, ohne zusätzliche Förderung auf 1,89 Millionen.

Ein zweites Altwasser, das aus praktischen Gründen und um Geld zu sparen südlich des Fechenheimer Friedhofs zusammen mit dem Altarm entsteht, bezahlt nicht die Stadt, sondern die Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil als umweltrechtliche Ausgleichsmaßnahme. Anders als der Altarm wird das Altwasser nicht an den Main angebunden. Bereits 2015 baute die Stadt zwischen der Carl-Ulrich-Brücke und dem Südende der Starkenburger Straße drei kleinere Altwasserteiche. Auch wurden Teile des bislang mit Steinen befestigten Ufers aufgebrochen, um bessere Lebensbedingungen für Tiere zu schaffen.

Verlegt werden muss für den Altarm auch der heute auf ganzer Länge fast am Mainufer entlangführende Leinpfad – und zwar weiter als 2012 zunächst geplant: Nun soll er bis zu 50 Meter vom Ufer entfernt um den künftigen Altarm herumführen. „Durch den Bau des Altarms und Verlegung des Leinpfades wird ein großer Schritt zu einem Naturerlebnisraum getan. Die derart bereicherte Auenlandschaft verbessert die Naherholungsmöglichkeiten für die Fechenheimer Bevölkerung“, heißt es in der Bau- und Finanzierungsvorlage.

Der Altarm soll neue Lebensräume für Amphibien und Fische bilden. Anders als im Main ist die Strömung im Altarm eher langsam, an vielen Stellen steht das Wasser, es können sich Buchten und Mulden bilden: Laich- und Aufwuchsstube, Rückzugsraum oder Winterquartier unter anderem für Karpfen, Hechte, Schleie, Nase, Rotauge, Forelle und Zander. Aber auch Pflanzen und Insekten finden einen neuen Lebensraum.

Während dieser kleine Altarm 2019 entstehen soll, steckt der Bau eines großen Altarms quer durch den Mainbogen noch in den Kinderschuhen: Hier kann der Bau erst beginnen, wenn die dazu nötigen Grundstücke der Stadt gehören. Doch das benötigte Areal besteht aus vielen kleinen Parzellen. Dazu startete das Amt für Bodenmanagement in Büdingen 2014 ein Flurbereinigungsverfahren, das noch nicht abgeschlossen ist.

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