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Es herrschte großer Andrang bei der Premiere des Films ?Raumstadt Nordweststadt.Von der Vision zur Wirklichkeit?, der im Nordwestzentrum gezeigt wurde.

Geschichte

Nordwestzentrum: Film über das Stadtviertel feiert Premiere

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Ein Film über die Nordweststadt, die vor 50 Jahren fertiggestellt wurde, stellt den Blick der Bewohner in den Mittelpunkt und lässt sie zu Wort kommen. Er erzählt aber auch von den Machern und von der Konzeption, die dem Großprojekt einst zugrunde lag.

Der Wohnungsmarkt ist in Frankfurt eine Herausforderung - nicht erst seit heute. Vor vielen Jahren hat die Suche nach den eigenen Vier-Wänden Kurt Wolfer (78) in die Nordweststadt geführt. „Das war 1966 und es war damals schwierig, in der Stadt eine Wohnung zu bekommen“, beschreibt er die Situation von einst. Seit mehr als 50 Jahren lebt er nun in der Nordweststadt und fühlt sich wohl.

Erst zwei Jahre danach, im Jahr 1968, wurde die von den Architekten Walter Schwangenscheidt (1886 - 1968) und Tassilo Sittmann (*1928) geplante Raumstadt, wie die Nordweststadt aufgrund der ihr zugrundeliegenden Entwurfsidee von Wohnraum und Freifläche auch genannt wird, fertiggestellt. Doch wie blicken die Bewohner heute, 50 Jahre danach, auf das Stadtviertel?

Der Film „Raumstadt Nordweststadt. Von der Vision zur Wirklichkeit“, der jetzt seine Premiere bei einer Vorführung im Nordwestzentrum feierte, lässt nicht nur die Anfänge Revue passieren, sondern stellt vor allem die Menschen, die dort leben, in den Mittelpunkt. Die Idee dazu geht zurück auf Enno Echt und Hagen Gottschalk, die ihre Schulzeit in der Nordweststadt verbracht haben. „Ich war als Jugendlicher sehr gerne hier, obwohl meine Familie nicht in der Nordweststadt gewohnt hat“, erzählt Enno Echt. Er hat das Drehbuch zum Film geschrieben. Gottschalk, der wie Echt auf der Ernst-Reuter-Schule II ging, hat die Regie übernommen. „Am Ende gab es Filmmaterial, das für viereinhalb Stunden gereicht hätte“, sagt Gottschalk. „Nicht jeder, mit dem wir gesprochen haben, kommt daher im Film vor“, bedauert er. Mit der Fertigstellung hat dieser eine Länge von 94 Minuten.

Kurt Wolfer ist einer der Protagonisten im Film. Bis heute ein Musiker aus Leidenschaft, spielt er gerne Gitarre und organisiert ab und zu für die Generation 60plus im Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde St. Matthias in der Nordweststadt Oldie-Abende. Es sei gerade die sehr gute Nahversorgung mit dem Nordwestzentrum und die Anbindung an die Innenstadt, die ihm am Wohnen und Leben dort besonders gefalle.

Erdacht wurde das 170 Hektar große Quartier, das auf Feldern auf den Gemarkungen Niederursel, Heddernheim und Praunheim erbaut wurde, von Hans Kampffmeyer, der von 1956 bis 1970 Planungsdezernent von Frankfurt war. So wurde Platz für 25 000 Bewohner geschaffen - eine Kombination aus Einfamilienhäusern und Wohnblöcken. Und auch wenn die Nordweststadt genau genommen kein eigener Stadtteil ist, so wird diese dennoch mittlerweile in Frankfurt als solcher wahrgenommen.

„Ich habe die U-Bahn praktisch im Keller“, sagt Fritz Freyeisen. 1968 zog er mit seiner Familie in eine Wohnung, die zum Gebäudekomplex des Nordwestzentrums gehört. Bis heute lebt er dort mit seiner Ehefrau. „Schon 1965 sind wir in den Gerhardt-Hauptmann-Ring gezogen und haben dort in einer kleinen Betriebswohnung gelebt“, schildert Freyeisen. Als die Familie sich vergrößert habe, sei der Umzug in die Wohnung im Nordwestzentrum erfolgt. Auch wenn sich Dinge verändert hätten sei eines aber immer noch so wie früher: „Die Luft ist hier viel besser als in der Innenstadt“, sagt Freyeisen. An die Freiräume und die Möglichkeit, alles mit dem Fahrrad zu erkunden, daran erinnert sich auch Jörg Henzel gerne zurück. Er kam als Sechsjähriger mit der Familie in die Nordweststadt. „Mein Vater war Hausmeister im Nordwestzentrum. Dadurch kannte ich jede Ecke.“

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