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Christin Thüne protestiert in Gelbweste gegen die Grundsteuererhöhung.

Offenbach

Die AfD-Fraktion in Offenbach schrumpft weiter

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Abtrünnige und ausgeschlossene Mitglieder gründen in Offenbach die Fraktion „Alternative für Offenbach“. Das ist vor allem schlecht für die SPD.

Die AfD in Offenbach steht vor einem Scherbenhaufen. Bei der Kommunalwahl 2016 war die rechtspopulistische Partei auf Anhieb mit 6 von 71 Sitzen zur viertstärksten Kraft im Stadtparlament geworden. Doch die Freude über das gute Abschneiden währte nicht lange. Schlagzeilen machte die Fraktion vor allem durch gegenseitige Vorwürfe etwa wegen Veruntreuung, Rassismus oder Drogenmissbrauch. Stadtverordnete verließen die Fraktion oder wurden ausgeschlossen. Jetzt hat auch der stellvertretende Fraktionschef Hellmut Merrettig das Handtuch geworfen und mit drei weiteren abtrünnigen AfD-Stadtverordneten die Fraktion „Alternative für Offenbach“ gegründet.

AfD-Chefin trotz Ausschluss

Über die Gründe für seinen Wechsel äußerte sich Merrettig nicht. Konflikte unter den Mitgliedern müssten intern ausgetragen werden. Nur so viel verriet er: An seinen ursprünglichen politischen Ansichten habe sich nichts geändert. Er gehöre ebenso wie sein neuer Fraktionsvorsitzender Frank Gercke und Reinhard Wahlich nach wie vor der AfD an. Gerrit Köhler, Vierter im neuen Bunde, werde der Partei wahrscheinlich wieder beitreten.

Über die Art der Zerwürfnisse kann nur spekuliert werden. Die bemerkenswert hohe Fluktuationsrate dürfte wohl mit Christin Thüne zusammenhängen, der machtbewussten Fraktionsvorsitzenden und ehemaligen Landtags- und OB-Kandidatin. Ihr ist es gelungen, im Mai einstimmig als Chefin der AfD-Fraktion wiedergewählt zu werden, obwohl die Partei sie ausgeschlossen hat. Damals war Merrettig noch ihr Stellvertreter.

Kreis Offenbach: Vorstand des AfD-Kreisverbands Offenbach-Land komplett abgesetzt

Ihr stärkster Widersacher ist Gercke, der Thüne vorwarf, politisch in Richtung NPD zu liegen. Er hatte behauptet, sie habe Fraktionsgeld veruntreut. Thünes Kritiker sagen, sie habe das so geschickt angestellt, dass das städtische Revisionsamt keine Auffälligkeiten fand. Nicht bewiesen wurde vor Gericht Gerckes Behauptung, Thüne habe Hitler-Bilder in einer WhatsApp-Gruppe versendet.

SPD verliert Ausschusssitze

Gercke und Thüne haben sich gegenseitig verklagt, sie schwärzte ihn bei seinem Arbeitgeber wegen angeblichen Drogenmissbrauchs an. Entsprechende Tests waren negativ. Schon im Oktober 2016 war Gercke ausgeschlossen worden, Köhler hatte daraufhin die Fraktion verlassen. Im September 2017 folgte Reinhard Wahlich, der Thüne starke rechtspopulistische Tendenzen vorhielt. Alle drei behielten ihre Mandate. Die AfD-Fraktion besteht nach Merrettigs Austritt aus Thüne, Reinhard Hering-Zieringer und dem Ex-Republikaner Hans-Joachim Münd, der erklärt hat, Mitglied der AfD zu sein. Nach Angaben von Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber (SPD) wurde das aber nicht überprüft. Thüne zufolge hat Münd einen entsprechenden Antrag gestellt. Dieser sei vom Vorstand des AfD-Kreisverbands Offenbach einstimmig beschlossen worden und werde derzeit bearbeitet. In der Stadtverordnetenversammlung gibt es nun neun Fraktionen und zwölf Parteien/Gruppierungen.

Der Grünen-Stadtverordnete Tobias Dondelinger kommentierte die aktuelle Entwicklung auf Twitter mit den Worten, dass es nun eine „neue Nazi-Fraktion“ in Offenbach gebe. Er bedauerte, dass „gute Leute“, die ihre Rolle in der Opposition für die SPD ernst nähmen, nun Plätze in den Ausschüssen verlören zugunsten von Personen, von denen er seit 2016 noch nie etwas in der Stadtverordnetenversammlung gehört habe. Die SPD hat nur noch drei statt vier Sitze in den Ausschüssen.

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Zehn Jahre lang war die Modekette New Yorker in der Frankfurter Straße vertreten. Dann verlängerte sie aus nie offenbarten Gründen ihren Mietvertrag für die Hausnummer 6 nicht, sondern verließ im Februar 2015 den auffälligen Glasbau. Jetzt kommt sie zurück.*

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