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Etwa neun Hektar umfasst das Areal das alten Güterbahnhofs. Die ehemalige Bahntochter Aurelis erschließt das Gelände und macht es baureif. 

Stadtentwicklung in Offenbach

Alter Güterbahnhof wird zu Wohn- und Gewerbegebiet umgebaut - und das schon bald 

Bei der Stadtentwicklung von Offenbach geht es Schlag auf Schlag: Gerade hat die Stadt den Erwerb des Clariant-Geländes verkündet, schon steht das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs im Fokus. 

Offenbach – Die ehemalige Bahntochter Aurelis wird die 8,9 Hektar große Fläche unmittelbar neben derS-Bahn-Station Offenbach-Ost in ein Wohn-und Gewerbegebiet umwandeln. Zugleich baut die Stadt auf dem Gelände, das von 1909 bis 1996 als Verladestation der Bahn genutzt wurde, ein neues Gymnasium.

Für Baudezernent Paul-Gerhard Weiß steht damit eine weitere wichtige Fläche vor der Wiederbelebung. Den nun vom Magistrat beschlossenen Bebauungsplan-Entwurf muss das Stadtparlament in der nächsten Woche absegnen, nach Offenlegung und Satzungsbeschluss soll im Frühjahr 2020 Baurecht für Aurelis geschaffen sein.

Offenbach: 300 Wohnungen sollen bis 2023 entstehen - Auch Kita geplant 

Dann kann der Quartiersentwickler loslegen, dessen Job es sein wird, kraft städtebaulichem Vertrag die Infrastruktur herzustellen, die Grundstücke – inklusive der Altlastensanierung – baureif zu machen, um sie dann als fertiges Bauland an Immobilienentwickler und Investoren zu verkaufen.

Elmar Schütz, Entwicklungschef von Aurelis, erläutert die Pläne: Im Inneren des Mischgebiets, das von der Unteren Grenzstraße aus über eine U-förmige Ringstraße erschlossen wird, entstehen rund 300 Wohnungen für nahezu 600 Bewohner. Einer der Bauten beherbergt im Erdgeschoss eine Kita, darüber ist geförderter Wohnungsbau vorgesehen. Die ersten Wohnungen könnten 2023 bezogen werden, schätzt Schütz.

Bauprojekt in Offenbach: Öffentlicher Park und neues Gymnasium

Den Wohnungsbau schirmen aus Lärmschutzgründen Gewerbeeinheiten im Süden entlang der Bahnlinie und im Norden ab, wobei die alte Güterhalle zumindest in ihrer Form zunächst erhalten bleibt. Angestrebt wird die Ansiedlung von immissionsarmen Kleinbetrieben, die sollen insgesamt etwa 650 Arbeitsplätze bringen. 74 000 Quadratmeter sind laut Schütz für Gewerbe reserviert, 31 200 fürs Wohnen. An der östlichen Spitze des Geländes in Richtung Laskabrücke entsteht ein 1,5 Hektar großer öffentlicher Park mit Bolz- und Spielplatz, an den sich ein von der Stadt zu errichtendes neues GymnasiuFm anschließt.

An der Unteren Grenzstraße ist unmittelbar neben der S-Bahn-Station ein viergeschossiges Parkhaus mit unterschiedlichen Mobilitätsangeboten (Car-Sharing und Ähnliches) geplant, es soll teilweise Ersatz für die wegfallenden Park-&Ride-Plätze bieten.

Offenbach: Altlasten im Boden müssen entfernt werden

Zentral zwischen Unterer Grenzstraße und Wohnbebauung prägt ein Quartierszentrum das Viertel. Es wird mit bis zu sieben Geschossen das höchste Gebäude des neuen Quartiers sein. Die Wohnbauten verfügen über vier bis fünf Stockwerke, die Gewerbeeinheiten sind dreigeschossig konzipiert, wobei sie aufgrund höherer Räume in etwa so hoch wie die Wohngebäude werden.

Der Verkauf der Wohngrundstücke dürfte für Aurelis ein Selbstläufer sein. Elmar Schütz hat auch keine Bedenken, dass die Gewerbeflächen begehrt sind. Das sei keine Frage des Bedarfs, sondern der Vermarktung. Auch unter diesem Areal schlummern offenbar jede Menge Altlasten. Schütz: „Aber wir wussten, was auf uns zukommt und entfernen mit der jeweiligen Baumaßnahme den Boden.“

Für das Gelände wurde 2006 schon einmal die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Ziel war die Entwicklung zu einem Büro- und Dienstleistungsstandort sowie die Sicherung des Ostbahnhofs als Halt für den Bahnfernverkehr inklusive der Herstellung öffentlicher Stellplätze. Aufgrund der sinkenden Büroflächennachfrage und der Weigerung der Bahn, den Ostbahnhof zum Fern- und Regionalbahnhalt aufzuwerten, wurden die Pläne verworfen. 2015 ließ Aurelis ein Konzept erstellen, das Grundlage der jetzigen Planungen ist.

VON MATTHIAS DAHMER

Auf dem ehemaligen Clariant-Gelände in Offenbach soll nun ein riesiges Gewerbegebiet entstehen. 

In Offenbach klagen Auto- und Busfahrer über zu viele Baustellen, während der Pioneer-Park in Hanau Formen annimmt. Die ersten Bewohner sollen schon 2020 einziehen.

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