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Das erste Richtfest hat’s in Bieber-Nord inzwischen gegeben – in der Philipp-Ullrich-Straße 45 ist ein Zehn-Familien-Haus entstanden.

Wohnen in Offenbach

Erschließung ebnet Wege für Baugebiete Bieber-Nord und Bürgel-Ost

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Bagger verschieben Aushub, Versorgungsleitungen liegen im Erdreich, künftige Straßen sind angelegt , Baugrundstücke parzelliert. Es tut sich was in zwei der letzten großen Wohnbaugebiete. In Bieber-Nord und Bürgel-Ost sollen dereinst etwa 3000 Menschen leben.

Offenbach – In den beiden Stadtteilen nimmt langsam Form an, was Lokalpolitiker, Verwaltung und Eigentümer etwa drei Jahrzehnte lang beschäftigt hat. Und ja: Manch einer hat gar nicht mehr geglaubt, dass es was wird mit den neuen Baugrundstücken.

Zur Erinnerung: Die Erschließungskosten, also jene Kosten für die Infrastruktur wie Straßen, Kanal, Strom und Telefon, um die keine Kommune und kein Bauherr eines Neubaugebietes herumkommt, lähmten in der Vergangenheit beide Projekte. Aber in der rasant und stetig wachsenden Rhein-Main-Region haben auch diese Areale (Bieber: gut 12 Hektar, Bürgel: beinahe 10 Hektar) an Dynamik zugelegt – auch wenn ehemals angedachte Zeitpläne nicht mehr zu halten sind.

Etwas schneller scheint’s in Bieber zu gehen. Unlängst gab es nach der Fertigstellung eines Zehn-Familien-Hauses mit Tiefgarage der MF Bau- und Verwaltungsgesellschaft mbH in der Philipp-Ullrich-Straße 45 dort das erste Richtfest. Bislang können 61 Bauvorhaben umgesetzt werden, dafür hat die Bauaufsicht entweder die Baugenehmigungen oder, Letztere erübrigende, Genehmigungen im Freistellungsverfahren erteilt. Es liegen weitere Anträge vor. In dieser Zahl enthalten sind 19 Vorhaben, für die bereits mit den Baumaßnahmen begonnen wurde.

Offenbach: Im Bebauungsplan-Gebiet bedarf es im Prinzip keiner Baugenehmigung

Zur Erklärung: im Bebauungsplan-Gebiet bedarf es im Prinzip keiner Baugenehmigung. Sofern die privaten Bauvorhaben vollständig innerhalb der B-Plan-Vorgaben ausgeführt werden, reicht eine Anzeige des Vorhabens. Nur wenn von den Vorgaben abgewichen wird, was immer mal vorkommt und möglich ist, müssen Genehmigungen zur Freistellung vom B-Plan beantragt werden. Private Bauherren können aber immer auch alternativ Baugenehmigungsanträge trotz B-Plans einreichen.

 Die Versorgungsleitungen (in Bieber zählt dazu auch die Nahwärme) sind verlegt.  Die Sammelstraßen (Adam-Marsch- und Philipp-Ulrich-Straße) sind endgültig mit Gehwegen und Parkflächen sowie Fahrbahn ohne Asphaltdeckschicht von vier Zentimetern ausgebaut. Die Wohnstraßen sind provisorisch als Baustraßen errichtet, sodass die einzelnen Flurstücke erreicht werden können, um sie zu bebauen. Der Endausbau der Oberflächen ist laut Stadt frühestens ab 2022 zu erwarten, wenn die Bebauung entsprechend vorangeschritten ist.

In Bürgel-Ost sind die einzelnen Straßen schon zu erkennen. Aktuell werden die letzten Versorgungsleitungen unter die Erde gebracht. Als nächstes folgt die Lärmschutzwand entlang des Mainzer Rings.

Offenbach: Lärmschutzwand parallel zur B448 ist fertig

Die Lärmschutzwand parallel zur B448 ist fertig.  Die einzelnen Elemente der Lärmschutzwand an der Dietesheimer Straße (Friedhof Bieber) werden in Kürze gestellt.  Die Schutzwand parallel zur S-Bahn-Trasse befindet sich im Bau; die Köcher-Fundamente sind fertig, die Wand-Elemente selbst können frühestens in drei bis vier Wochen nach Trocknen der Fundamente gestellt werden.

Dass es in Bürgel-Ost ebenfalls vorangeht, ist an der verdreckten Fahrbahn des Mainzer Rings abzulesen – Folge eines regen Lastwagen-Verkehrs aus dem und zum künftigen Wohngebiet. Die Arbeiten für den Regenwasser- und Schmutzwasserkanal sowie die Wasser- und Gasversorgung sind abgeschlossen. Aktuell wird noch an den Leitungen für die Stromversorgung und Telekommunikation gearbeitet, parallel laufen die Straßenbauarbeiten. Und im Dezember starten die Arbeiten für die Lärmschutzwand entlang des Mainzer-Rings, die Fertigstellung ist für März geplant.

Vollständige Erschließung des gesamten Baugebietes in Offenbach im Frühjahr 2020

Die vollständige Erschließung des gesamten Baugebietes wird im Frühjahr 2020 hergestellt sein. „Leider wird noch zwischen Behörden abgestimmt, wann Bauanträge eingereicht werden können“, heißt es zum weiteren Zeitplan. Das alles wird in einer gesonderten Pressemitteilung der Stadt mitgeteilt – voraussichtlich noch in dieser Woche.

Für alle Fragen rund um Bauanträge oder Mitteilungen nach Paragraf 64 der hessischen Bauordnung steht das Baubüro im Stadthaus montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8.30 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr zur Verfügung. Informative Merkblätter zu Bauanträgen und Bauvoranfragen bietet die Bauaufsicht auf der Homepage.

VON MARTIN KUHN UND MARIAN MEIDEL

Große Flächen für Wohnungsbau gibt es in der Stadt kaum noch, mit Bieber-Nord wird aktuell eine der letzten bebaut. Umso mehr richtet sich der Blick auf kleinere Grundstücke.

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