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Ein Herz für Hasen: Auszubildende Theresa Kopp füttert die Kaninchen im Gehege. Insgesamt 19 Karnickel haben beim Tierheim am Wetterpark aktuell Unterschlupf gefunden.:

Missverstandene Mümmler

Kurz vor Ostern: Tierheim bekommt so viele Kaninchen wie nie

Wer an Ostern denkt, dem kommt auch gleich der Hase in den Sinn.

Offenbach – Doch während das Langohr sich im Kontext österlicher Tradition großer Beliebtheit erfreut, wollen viele Offenbacher wohl nichts mehr mit seinen domestizierten Verwandten zu tun haben: Das Tierheim am Wetterpark verzeichnet in diesem Jahr kurz vor den Feiertagen eine ungewöhnlich hohe Anzahl abgegebener Kaninchen.

Es sei zwar leider normal, dass vor Ferienbeginn mehr Kaninchen abgegeben würden, sagt Theresa Kopp. „Aber dieses Jahr merken wir es besonders stark, gerade die letzten Tage und Wochen.“ Auch der Zeitpunkt ist für die Auzubildende beim Tierheim ungewöhnlich. „Normalerweise passiert das vor den Sommerferien, aber jetzt anscheinend auch vor Ostern. In den letzten Wochen kamen sicher an die zehn Kaninchen zu uns.“

Kaninchen-Flut im Tierheim Offenbach: Menschen kommen leichter an Haustiere

Die genauen Beweggründe der ehemaligen Karnickelfreunde kennt Kopp nicht. „Vielleicht liegt es daran, dass sie keine passende Urlaubsbetreuung finden.“ Es häufe sich schon merklich. „Ich könnte mir vorstellen, dass es daher kommt, dass es in den letzten Jahren generell leichter geworden ist, an Haustiere zu kommen.“ Man müsse auf der Internet-Börse Ebay nur mal den Begriff „Kaninchenbabies“ eingeben. „Da wird man überschüttet – von teuren bis zu geschenkten.“ Kopp kann sich gut vorstellen, dass viele Leute sich durch diesen einfachen Zugang noch weniger Gedanken darüber machen, was Tierhaltung bedeutet.

Ein gewisser Teil der Asyltiere ist immer weiter zu vermitteln. Aber für Kaninchen haben nur wenige Leute das geeignete Gehege, weiß Theresa Kopp: „Man sagt, dass eins eine Fläche von ungefähr vier Quadratmetern braucht, und einer mehr ist nötig pro weiterem Kaninchen.“ Wenn der Platz stimmt, hat man weniger Problem im Zusammenleben mit den Tieren. Auch sollten es immer mindestens zwei sein. „In der Natur leben sie auch in Gruppen“, erklärt Theresa Kopp.

Alleinsein ist für Kaninchen der Horror

 „Alleinsein ist für sie der Horror. Es gibt auch den Irrglauben, dass sie einen Ersatz hätten, wenn man sie mit Meerschweinchen zusammen hält – aber das ist eine andere Art mit einem ganz anderen Sozial- und Kommunikationsverhalten.“ Immerhin: Sechs Kaninchen konnte der Tierschutzverein im letzen Monat schon an neue Besitzer vermitteln. Die Nachfrage variiere stark. „Wir haben Monate, da haben wir gar keine Anfragen für Kaninchen, und andere, da kommen zehn.“

Aktuell sind es 19 putzige Langohren, die beim Tierschutzverein am Wetterpark ein Dach über dem Kopf haben. Wer selbst welche halten möchte, kann sich jederzeit an den Verein wenden. „Das Wichtigste ist, dass ich mir dabei vorher überlege: Kann ich damit leben, dass ich mir Tiere anschaffe, die ich nur beobachte?“ Es gebe zwar Kaninchen, die sehr zahm würden, aber es sei besser, sich darauf einzustellen, dass dies nicht geschehe. „Wenn man den Platz dafür hat, kann man aber Tiere beobachten, die ein großes Verhaltensspektrum zeigen.“

Öffnungs- und Vermittlungszeiten am Wetterpark 1 sind immer freitags und samstags von 15 bis 18 Uhr.

VON MARIAN MEIDEL

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