Vom Gewerkschaftshaus zum Wilhelmsplatz marschierten die Demonstranten gestern über die Berliner Straße.
+
Vom Gewerkschaftshaus zum Wilhelmsplatz marschierten die Demonstranten gestern über die Berliner Straße.

DGB-Kundgebung auf Wilhelmsplatz

200 Menschen demonstrieren für soziale Gerechtigkeit - Scharfe Kritik an Spitzengehältern

Unter dem zentralen Motto „Europa. Jetzt aber richtig!“ sind am Tag der Arbeit gut 200 Menschen auf die Straße gegangen, um für mehr soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren.

Bei der DGB-Kundgebung auf dem Wilhelmsplatz lag der Schwerpunkt auf der Forderung nach fairen Löhnen.

Offenbach – Glasscherben, Kronkorken und Zigarettenstummel – der Wilhelmsplatz ist noch stark vom Tanz in den Mai am Vorabend gezeichnet, als gestern gut 200 Demonstranten mit Flaggen, Trillerpfeifen und Trommeln auf ihn strömen. „Europa. Jetzt aber richtig!“ steht auf ihrem großen Banner, und so ist auch die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf dem Wilhelmsplatz überschrieben.

Dort haben sich Gewerkschaften wie Verdi und IG Metall, Vertreter von SPD, Grünen, DKP, der Linken und der Satirepartei Die Partei traditionsgemäß zusammen mit Gruppen wie der Offenbacher Friedensinitiative versammelt, um anlässlich des Tages der Arbeit lautstark für mehr soziale Gerechtigkeit zu plädieren.

Kundgebung in Offenbach: Oberbürgermeister Felix Schwenke ist krank

Gleich zwei Ausfälle hat Brigitte Bach-Grass, Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Verdi bei ihrer Begrüßungsrede zu beklagen. Oberbürgermeister Felix Schwenke, der ein Grußwort sprechen wollte, habe krankheitsbedingt abgesagt, und der DGB-Kreisvorsitzende Tobias Huth, der eigentlich anstelle von Bach-Grass auf der Bühne hätte stehen sollen, habe kurzfristig hauptberuflichen Pflichten in Hanau nachkommen müssen. Immerhin: Der Hauptredner Jürgen Bothner, hessischer Landesbezirksleiter von Verdi, ist erschienen und fasst seine Anliegen in deutliche bis scharfe Worte.

„Der 1. Mai in Offenbach war und ist bunt“, konstatiert er zu Beginn und stellt klar: „Hier ist kein Platz für Nationalismus.“ Bothner warnt in diesem Zusammenhang vor Rechtspopulisten, denen leider immer wieder Menschen auf den Leim gingen. Doch das ist nicht das Einzige, was er zu bemängeln hat.

Kundgebung in Offenbach: Kritik an Spitzengehälter

„Für das Jahresgehalt eines Dax-Vorstandschefs müsste ein Durchschnittsverdiener über 200 Jahre arbeiten“, sagt er. „Der Chef der Softwareschmiede SAP kassierte letztes Jahr rund 22 Millionen Euro. Dafür müsste eine Altenpflegerin über 900 Jahre malochen.“ Solche Spitzengehälter sieht er in keiner Verhältnismäßigkeit zur Leistung.

„Wenn Leistung angemessen entlohnt würde, müsste eine Krankenschwester mehr verdienen, als alle Investmentbanker dieser Welt zusammen“, so Bothner. „Und wir wissen: Nur Tarifverträge sorgen für Verteilungsgerechtigkeit.“ Verdi fordere aber nicht nur gerechte Löhne, sondern auch eine gerechtere Steuerpolitik. Unter anderem wolle man Kapital genauso besteuern wie Arbeit.

Im Hinblick auf die anstehende Europawahl sagt Jürgen Bothner: „Merkels Europa des Marktes, der Banken und Konzerne ist nicht unseres. Wir wollen ein soziales Europa der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“

VON MARIAN MEIDEL

Lesen Sie auch:

Feuerteufel wieder unterwegs? Drei Gartenhütten in Flammen – Feuerwehr verhindert Schlimmeres: Schon wieder: In Offenbach brennen drei Gartenhütten ab. Die Feuerwehr ist im Einsatz und kann in einem Fall Schlimmeres verhindern.

Feuerwehr rettet Igel in Not: Die Hanauer Feuerwehr hilft jedem - auch einem Igel, der sich am Dienstag in einer ziemlich misslichen Lage befand.

Dreieicher entdecken fremden Mann auf Balkon – dieser reagiert sofort: In Dreieich schlagen Kriminelle gleich zweimal zu. In einem Fall sehen die Bewohner eines Hauses den fremden Mann noch auf dem Balkon. Doch dieser reagiert sofort. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare