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So könnte eine künftige Multifunktionsarena am Kaiserlei aussehen.

Umstrittener Bau

Millionen-Arena am Kaiserlei bekommt Konkurrenz – Die Reaktionen sind zwiespältig

Die Millionen-Arena am Kaiserlei bekommt private Konkurrenz: Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer ist begeistert von dem Projekt am Flughafen.

Update, 13. Juni, 17.50 Uhr: Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer äußert sich überschwänglich zu einer möglichen Multifunktionshalle am Flughafen: "Wir sind begeistert und halten das Projekt für realisierbar." Krämers Begeisterung hat einen Grund. Denn der Besitzer der Katz Group, Daryl Katz, ist auch Besitzer des Eishockeyteams Edmonton Oilers. Der Investor würden den Löwen also nicht nur die Halle hinstellen. "Da gibt es mit Sicherheit Synergien", sagt Krämer. 

Katz-Group-Chef Schreiber ergänzt: "Überhaupt keine Frage, da gibt es einen intensiven Gedankenaustausch, wie wir für die Löwen ein besseres Team hinbekommen." Doch bevor es zu einer Kooperation zwischen den Frankfurt Löwen und den Edmonton Oilers, einem der renommiertesten Teams der nordamerikanischen Hockeyliga (NHL), kommen kann, müsste der kanadische Investor erstmal die Halle in der Nähe des Flughafens bauen dürfen.

Daran glaubt noch nicht jeder. Gunnar Wöbke etwa, der Manager der Skyliners, sagt: "Das Projekt ist interessant, aber extrem unrealistisch." Denn zunächst mal hat die Stadt ja noch die Ausschreibung einer Multifunktionshalle am Kaiserlei laufen.

"Das ist ein extrem langwieriges Projekt"

Doch Skyliners-Chef Wöbke fragt sich, inwieweit es vernünftig ist, jetzt einen neuen Standort ins Spiel zu bringen: "Das ist ein extrem langwieriges Projekt." Den Zeitplan der Kanadier, die Halle bis 2023 nach dem Vorbild der Arena in Edmonton gebaut und vor allen Dingen zuvor genehmigt zu bekommen, hält selbst Schreiber für "sportlich". Zunächst mal müsste Fraport das fragliche Gelände in Erbpacht vergeben. Die Verhandlungen darüber seien "erst ganz am Anfang", sagt Fraport-Sprecherin Angelika Heinbuch und ergänzt: "Es gibt etliche Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, bislang ist das eher theoretisch."

Ungeachtet dessen freuen sich die beiden Sport-Manager Krämer und Wöbke darüber, dass es einen weiteren Investor gibt, der in Frankfurt bauen möchte. "Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Krämer. Wöbke hofft allerdings, "dass die Stadt das jetzt am Kaiserlei auf die Reihe bekommt".

Update, 13. Juni, 13.02 Uhr: Die Stadt Frankfurt begrüßt Ideen für Investitionen in neue Veranstaltungsorte, rückt aber nicht von den Plänen für eine Multifunktionsarena am Standort Kaiserlei an der Stadtgrenze zu Offenbach ab. "Wir halten an dem Projekt Kaiserlei fest", betonte Sportdezernent Markus Frank (CDU). Das Ausschreibungsverfahren sei nach jahrelangen Vorbereitungen in einer entscheidenden Phase.

Zu Medienberichten über die Pläne der kanadischen Katz Group, in unmittelbarer Nähe des Flughafens ebenfalls eine Multifunktionshalle errichten zu wollen, sagte Frank: "Offiziell wurde uns das noch nicht vorgestellt." Es habe bislang als vertraulich bezeichnete Kontakte gegeben.

Millionen-Arena am Kaiserlei in Offenbach: Ist Konkurrenzprojekt realisierbar?

"Ich glaube, diese Projekt ist in einer sehr frühen Phase", sagte Frank über die Idee der Kanadier. Ein planungsrechtliches Verfahren sei auf jeden Fall notwendig, ebenso eine Zusage oder der Besitz der Fläche. "Eine spektakuläre Idee ist das auf jeden Fall, aber wir wissen ja gar nicht, ob das realisierbar ist."

Den Medienberichten zufolge planen die Investoren um die Katz Group einen Bau für 23.000 Zuschauer. Die am Standort Kaiserlei geplante Mehrzweckhalle soll Platz für rund 13.000 Zuschauer haben.

Geplante 130-Millionen-Halle am Kaiserlei bekommt teure, private Konkurrenz

Update, 12. Juni, 16.45 Uhr: Ein privater Investor plant auf einem Grundstück der Fraport eine neue Multifunktionshalle mit dem klangvollen Namen "The Dome". Die Mehrzweckhalle ist als Konkurrenzprojekt zur von der Stadt ersonnenen Veranstaltungshalle am Kaiserlei konzipiert und angeblich schon weit gediehen. Das berichtet "faz.net".

Demnach soll der geplante Gebäudekomplex zwischen der A3 und der B43 neben dem bereits existierenden Parkhaus "The Squaire" entstehen und eine große Arena, ein Hotel und ein Forum enthalten. Sollte das Projekt wie geplant verwirklicht werden, würde für rund 300 Millionen Euro die zweitgrößte Multifunktionshalle Europas entstehen, die bis zu 23.000 Zuschauer fassen kann.

"Am Ende wird es nur eine neue, große Multifunktionshalle geben."

Zum Stand der Planungen gibt es sehr unterschiedliche Einschätzungen. Während Bernhard Schmittenbrecher, Sprecher der Projektentwicklungsgesellschaft, sich gegenüber der "Hessenschau" sehr zuversichtlich zeigt, wiegelt der potenzielle Verpächter Fraport ab. Auch die Stadt sieht hinter dem Projekt viele Fragezeichen und betont, dass man bei der bisherigen Planung einer Mehrzweckhalle am Kaiserlei festhalte. 

Einig sind sich die Entwickler des "Dome"-Projekts und Vertreter der Stadt nur in einem Punkt: "Am Ende wird es nur eine neue, große Multifunktionshalle geben." 

Erstmeldung vom 12. Juni: Im Offenbacher Stadtteil Kaiserlei, an der Schwelle zwischen Frankfurt und Offenbach, soll sie entstehen: Eine Mehrzweckhalle für rund 13.000 Menschen. Vor allem Sportbegeisterte in der Rhein-Main-Region träumen von einer Arena, in der die Fraport Skyliners und die Löwen Frankfurt ihre Heimspiele austragen können. 

130 Millionen Euro soll die Arena am Kaiserlei kosten, der Bau ist als interkommunales Projekt zwischen Offenbach und Frankfurt geplant. Gebaut werden soll die Arena auf dem Areal ganz im Westen des Kaiserlei-Gebiets zwischen Berliner Straße und der Bahntrasse. Hier verläuft auch die Stadtgrenze nach Offenbach.

Kaiserlei weckt viele Begehrlichkeiten

Die Verhandlungen mit möglichen Investoren, der französischen Unternehmensgruppe Lagardère und der US-amerikanischen Anschutz Entertainment Group, die unter anderem das Staples Center in Los Angeles betreibt, gehen weiter. Vor wenigen Tagen bekräftigte Sportdezernent Markus Frank (CDU), er lasse keine Zweifel an dem Projekt mehr zu. Die Halle sei Teil des "Blockbuster-Programms" der Koalition.

Dabei galt die Entstehung einer Mehrzweckhalle am Standort Kaiserlei lange Jahre alles andere als gesichert, denn die Fläche am Verkehrskreuz Kaiserlei an der A661 weckt auch andere Begehrlichkeiten.

So haben beispielsweise die Frankfurter Grünen angeblich ihre Zweifel, ob die Entscheidung für die Arena richtig ist. Die Fraktion sieht die Chance, auf dem Gelände ein anderes großes Problem der Stadt zu lösen: Hier könnte auch die Schule der Europäischen Zentralbank (EZB) entstehen, die Europäische Schule im Nordwesten Frankfurts sucht dringend nach einem neuen Standort.

Multifunktionshalle zwischen Offenbach und Frankfurt: Verhandlungen ziehen sich

Thomas Schmitt (Bürger für Frankfurt) zweifelt dann auch an der Handlungsfähigkeit der Koalition im Römer. Schließlich ziehen sich die Verhandlungen mit den Investoren inzwischen bereits zehn Monate lang hin. Frank hingegen will keinen "Schnellschuss". Wenn die Entscheidung dann gefallen und die Genehmigung da sei, rechnet er mit "ein bis zwei Jahren Bauzeit".

Die Diskussion um den Bau einer Mehrzweckhalle in Frankfurt zieht sich inzwischen schon seit anderthalb Jahrzehnten. Dabei waren mehrer Standorte im Gespräch, auch wenn Frank schon 2011 das Gelände im Kaiserlei favorisierte.

"Stadt und Region brauchen die Multifunktionsarena", stellte Frank kürzlich erneut klar. Auch die beiden Sportvereine werben für einen baldigen Bau der Arena. Doch so lange keine Genehmigung erteilt ist, werden die Diskussionen um die Nutzung des attraktiven Standorts im Kaiserlei wohl anhalten.

Von Tobias Möllers

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