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Die alte Fabrikhalle von Manroland in Offenbach ist kein Hotspot des Drogenhandels, sagt die Polizei. 

Senefelderquartier in Offenbach 

Gerüchte um Drogenhandel in der Roland-Passage: Polizei trifft klare Aussage 

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Die Offenbacher Polizei sieht keine Anhaltspunkte für einen Drogen-Umschlagplatz in der Roland-Passage. Die Stadt will das umliegende Quartier weiter aufwerten.

Offenbach - Die Roland-Passage im Senefelderquartier, eine zum Supermarkt umgebaute Fabrikhalle, „ist kein Drogenumschlagplatz“, sagt eine Sprecherin der Polizei in Offenbach. Jedenfalls sei diese Einschätzung das Ergebnis von Kontrollen rund um die Halle. Man habe auch verdeckt ermittelt und nur ab und zu jemanden „mit Kleinstmengen Marihuana“ angetroffen.

Das für Rauschgift zuständige Fachkommissariat war aktiv geworden, nachdem beim monatlichen runden Tisch mit der Stadt das Thema zur Sprache kam. Presseberichte über Drogenhandel an der Passage haben auch die SPD dazu gebracht, zur heutigen Sitzung des Stadtparlaments einen Antrag einzubringen: Der Magistrat solle Maßnahmen ergreifen, um die öffentliche Sicherheit im Senefelderquartier wiederherzustellen.

Das Viertel ist Teil der dicht besiedelten und von schlichten Altbauten geprägten südlichen Innenstadt von Offenbach. Das Land Hessen hat das Gebiet 2013 für zehn Jahre in die Städtebauförderung Hegiss aufgenommen, deren Ziel es ist, die Lebensbedingungen in Vierteln zu verbessern, in denen vermehrt sozial benachteiligte Menschen wohnen.

Offenbach: Polizei ermittelt verdeckt im Senefelderquartier 

Viel ist geschehen in den vergangenen Jahren – nicht nur im Zuge des Förderprogramms. Am deutlichsten sind die Veränderungen am alten Fabrikgelände der Firma Manroland, wo seit 2013 Hunderte Wohnungen sowie Geschäfte, eine Kita und ein Quartierspark entstanden sind. Seitdem treffen sich hier etliche Kinder und Jugendliche. Es ist jener Ort, der nun im Zentrum der Debatte um Drogenhandel steht.

Stadtparlament
Die Stadtverordnetentagen am Donnerstag, 14. November um 17 Uhr im Rathaus, Berliner Str. 100.

Beim Ordnungsamt gilt die Gegend als Schwerpunktgebiet. „Seit Eröffnung der Passage erreichten uns einige Beschwerden über störendes Verhalten insbesondere von Jugendlichen“, berichtet Amtsleiter Peter Weigand. In diesem Jahr habe man 62 Sonderkontrollen vorgenommen, „bei denen auch zahlreiche Platzverweise ausgesprochen wurden“. Weigand hofft auf Verstärkung durch die Helferinnen und Helfer des „Freiwilligen Polizeidienstes“, die in zwei Wochen ihre Ausbildung abschließen und auch rund um die Passage eingesetzt werden sollen. Beschwerden über Müll gebe es ebenfalls.

Offenbach: Stadt ist nicht glücklich mit der Entwicklung

Auch die Stadt ist nicht so glücklich mit der Entwicklung. Marion Rüber-Steins vom Stadtplanungsamt sagt, man habe sich vom Investor der Passage, der KIZ-Gruppe aus Bad Soden-Salmünster, mehr versprochen. Der aber habe Fördergeld verfallen lassen und nicht für die geplante starke Begrünung der Passage gesorgt: „Das schmälert die Aufenthaltsqualität“, sagt Rüber-Steins.

Hier soll ein kleiner Pocket-Park entstehen. Foto: Monika Müller

Andernorts entwickelt sich die südliche Innenstadt positiver: Jüngstes Projekt ist die Umnutzung eines Gebäudes am Hauptbahnhof in Offenbach, den Initiativen nutzen können. Bald finde dort eine Lesung statt, erzählt Quartiersmanager Sascha Kirchmann. Auch das Stadtteilbüro sei gut frequentiert: Dort treffen sich Gruppen wie die jesidische Gemeinde oder die Initiative Stadtbiotop –Menschen, die viel im Viertel auf die Beine stellen, sei es ein Garten mit Gemüse und Wildblumen oder ein Fest auf Offenbachs erster Fahrradstraße.

Neu sind die Pläne für einen kleinen Park zwischen Bahntrasse und Feldstraße. Derzeit wirkt die Stelle neben einem Kiosk und einem oft mit Müll umlagerten Glascontainer düster. Die Stadt will Büsche entfernen, Sitzbänke und Spielgeräte aufstellen. Der Kiosk bekommt eine neue Sitzecke für Stammkunden. 
Von Fabian Scheuermann

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