+
Hat Spitzen-Gastronomie nach Offenbach gebracht: Schau-Mahl-Erfinder Stefan Lang. 

Ehrung für Kochkunst

Schau-Mahl in Offenbach schafft es in renommierten Restaurantführer 

Der Gault-Millau ist ein überaus angesehener Restaurantführer. Das Schau-Mahl in Offenbach wurde darin zum sechsten Mal in Folge ausgezeichnet. Ein Beweis der großen Kochkunst.

Offenbach –  Ein Offenbacher Restaurant schafft es nun schon seit Jahren, immer wieder gleichbleibend hohe Bewertungen zu erzielen: das Schau-Mahl von Stefan Lang in der Bismarckstraße.

Im Gault-Millau 2020 erhielt die Kochkunst des Schau-Mahl im sechsten Jahr in Folge 16 Punkte und zwei Hauben verliehen. Diese Punktzahl steht laut der Herausgeber für einen „hohen Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität“. Mit seinen 16 Punkten und zwei Hauben zählt es laut Gault-Millau zu den 15 besten Restaurants in Hessen.

„Das ist einzig meinem Team zu verdanken“, sagt Inhaber Lang. Besonders Chefkoch Björn Andreas, Restaurantleiterin Esra Egner und Sommelier Raffaele Fazio seien für die Top-Bewertung zu loben. „Ich bin eher der Mann im Hintergrund und rede dem Service und der Küche nicht hinein“, sagt Lang, „so haben meine Mitarbeiter Spaß bei der Arbeit – und das spüren auch die Gäste.“

Offenbach: Spitzengastronomie in Offenbach möglich

Begonnen hat alles 1999, damals erwarb der in der Finanzbranche tätige Lang das denkmalgeschützte Gebäude des ehemaligen „Hessischen Hofs“ in der Bismarckstraße. Zu Offenbach hatte der „Sachsenhäuser Bub“, wie er sich augenzwinkernd nennt, zuvor schon Kontakt, war er doch in der Schwimmabteilung des EOSC aktiv. „Ich habe das Gebäude lange saniert und wollte etwas Besonders darin unterbringen“, sagt der 52-Jährige. Mit einem Bekannten, der aus der Gastronomiebranche kam, entschied er sich dazu, 2003 ein Gourmetrestaurant zu eröffnen. Seit 2007 führt er das Geschäft allein.

Spitzengastronomie, so sein Credo, sei ohne Weiteres auch in Offenbach möglich. Und zwar auch abseits des Wilhelmsplatzes, der sonst als gastronomisches Aushängeschild für die Stadt fungiere. Zwar vermerkt der Gault-Millau, dass das Schau-Mahl im „tristen Bahnhofsviertel“ liege, doch Lang sieht darin kein Problem. „Das Ledermuseum liegt gerade einmal sieben Minuten entfernt, zur Innenstadt ist es auch nicht weit.“ Die Gäste kämen aus der ganzen Region, um die saisonal wechselnde Karte zu probieren. Wer im Gastraum genau hinschaut, erkennt auf kleinen Metallschildern sogar die Namen der Stammgäste. „Nach 25 Reservierungen hat man ein Anrecht auf eine Plakette“, sagt Restaurantleiterin Egner und lacht.

Offenbach: "Die Branche muss umdenken"

In die weit verbreitete Klage, dass sich kaum noch Personal für die Gastronomie finden ließe, will Lang nicht einstimmen. „Natürlich ist niemand bereit, unbezahlte Überstunden zu machen, wie es früher gang und gäbe war – heute muss man gerade für das Personal attraktive Arbeitszeiten bieten, dann finden sich gute Leute.“ So sei das Schau-Mahl etwa an Sonn- und Feiertagen geschlossen. „Denn wer möchte da arbeiten, statt die Zeit mit der Familie zu verbringen?“, sagt Lang.

Die Branche müsse umdenken, ist er überzeugt. „Sich zu spezialisieren ist notwendig – und man muss den Gästen ein Erlebnis bieten.“ So lade das Schau-Mahl etwa regelmäßig zu „Wein und Genuss-Abenden“ ein, an denen Winzer ihre Weine präsentieren. „Das Konzept wurde oft kopiert, aber bei uns läuft es seit elf Jahren beständig gut“ , sagt Lang sichtlich stolz. Dass Gourmetrestaurant exorbitant teuer sein müsse, sei ein Vorurteil, mit dem er aufräumen möchte. Tatsächlich heißt es dazu im Gault-Millau: „Bleibt noch zu erwähnen, dass sich die Preise (...) nach wie vor erfreulich weit unter dem üblichen Rhein-Main-Niveau bewegen.“

Stefan Lang möchte den ersten Stern nach Offenbach holen

Auch wenn sein Restaurant seit Jahren auf hohem Niveau kocht, für die Zukunft hat Stefan Lang noch Ambitionen. „Ganz klar, ich möchte den ersten Stern nach Offenbach holen“, sagt er selbstbewusst. Für den ist freilich dann der Guide Michelin zuständig.

„Vielleicht war auch schon einmal ein Tester vom Guide Michelin bei uns – genau wie beim Gault-Millau wissen wir ja nicht, ob und wann ein Tester zu uns kommt.“ Das sei somit ausreichend Ansporn, auch weiterhin in Sachen Essen und Weine sich gleichbleibend auf Spitzenniveau zu bewegen.

VON FRANK SOMMER

Ein anderes Lokal in Offenbach hat jüngst geschlossen: Die Stars Lounge auf dem Gelände des alten Schlachthofs. Zum Auszug gab‘s nochmal Ärger wegen der Müllentsorgung, wie op-online.de berichtet. 

Ein Mann aus Offenbach wundert sich, dass er sehr weit fahren muss, um sein DHL-Paket abzuholen. Doch warum ist das so? Die Post hat keine Erklärung, aber einen einfachen Tipp.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare