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Der Neubau des Polizei-Präsidiums am Spessartring im Süden Offenbachs gleicht von außen einer Festung. Nach jahrelangen Verzögerungen geht es nun zügig voran. 

Mit Kita und Fitnessanlage 

Neubau: Polizeipräsidium in Offenbach soll 2021 fertig sein

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Die Arbeiten für den Neubau mit Kita, Fitnessanlage und Laboren liegen im Zeitplan. Künftig werden Notrufe auch aus dem Main-Kinzig-Kreis von Offenbach aus gesteuert.

Offenbach - Wir liegen mit unserem Präsidiumsneubau in Offenbach voll im Zeitplan“, verkündete jüngst Polizeipräsident Roland Ullmann. Der für Stadt und Kreis Offenbach sowie für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis zuständige Polizeichef ist nach eigenen Angaben optimistisch, dass der Einzugstermin im April 2021 eingehalten werden kann. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn seit Jahren warten Hunderte Beschäftigte, die in teilweise maroden Gebäuden arbeiten müssen, auf den Umzug in das lange versprochene Domizil auf dem Buchhügel im Süden Offenbachs. Der Neubau hätte nach ursprünglicher Planung im Sommer 2014 fertiggestellt sein sollen.

Die Warterei soll sich für die 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszahlen*, die derzeit noch auf elf Standorte im gesamten Dienstgebiet verteilt sind. Laut Ullmann gilt das neue Haus als eines der modernsten Polizeipräsidien in Deutschland.

Offenbach: Neues Polizei-Präsidium soll 2021 fertig sein 

Als erste Polizeibehörde in Hessen wird sie nach Angaben von Kriminalrat Michael Schäffler, dem Leiter der eigens gebildeten „Arbeitsgruppe Neubau“, eine eigene Kindertagesstätte bekommen und damit einen Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen. Zudem fänden die Beschäftigten modernste Arbeitsplätze vor, die speziell auf die Bedürfnisse ihrer Tätigkeit zugeschnitten seien. Es werde Labore für den Erkennungsdienst beziehungsweise die Tatortgruppen geben, Sport- und Fitnessanlagen für die Bediensteten sowie eine zentrale Zwingeranlage für Diensthunde.

Eine Besonderheit wird die neue Leit- und Befehlsstelle werden. Künftig gehen alle Notrufe aus den Städten und Landkreisen direkt in der Leitstelle des neuen Präsidiums ein. Von Offenbach aus werden dann mittels eines computergestützten Einsatzführungssystems sämtliche Streifenwagen von Egelsbach bis in den Bergwinkel bei Schlüchtern koordiniert und eingesetzt. Die Zusammenlegung von Dienststellen bedeutet das Aus für Standorte unter anderem in Hanau, Mühlheim, Dreieich und Offenbach.

Ein langer Weg
Der Neubau des PolizeipräsidiumsSüdosthessen in Offenbach geht auf eine Entscheidung des damaligen Innenministers Volker Bouffier aus dem Jahr 2006 zurück. Die Stadt schuf 2009 Baurecht für das Grundstück am Spessartring. Es lag jahrelang brach.

Die Grundsteinlegungfür den Gebäudekomplex erfolgte erst Ende 2018. Schuld an den Verzögerungen waren unter anderem Rechtsstreitereien um das ÖPP-Vergabeverfahren (Öffentlich-Private Partnerschaft). 900 Beschäftigte sollen in dem Neubau arbeiten, Einzugstermin soll im April 2021 sein.

Das Land baut das Polizeipräsidium übrigens nicht selbst, sondern setzt bei dem Millionenprojekt auf ÖPP (Öffentlich-Private Partnerschaft). Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung des Neubaus haben die Firma Goldbeck (Bielefeld) und ihr Investmentpartner Amber Infrastructure (München) übernommen. Der Investor kaufte der Stadtwerke Offenbach Holding das Grundstück für zehn Millionen Euro ab.

Das Vertragsmodell sieht vor, dass Goldbeck den Neubau errichtet und 30 Jahre lang bewirtschaftet. Das Land wird die Immobilie über diesen Zeitraum anmieten. Laut Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) wäre ein Neubau in Eigenregie das Land 15 Prozent teurer gekommen. Der gesamte Auftrag soll ein Volumen von 400 Millionen Euro haben, die Baukosten werden auf 162 Millionen Euro veranschlagt.

Auch wenn ein gutes Ende nun absehbar ist, haben die jahrelangen Verzögerungen den Beschäftigten viel Geduld abverlangt. Bereits 2006 hatte der damalige Innenminister Volker Bouffier (CDU) entschieden, dass das neue Polizeidomizil als Ersatz für das viel zu kleine Polizeipräsidium im früheren Landratsamt an der Geleitsstraße wieder in Offenbach gebaut werden soll.

Polizei-Präsidium in Offenbach: Warten seit 2014 

Doch zunächst tat sich wenig. Die Stadt verlängerte immer wieder den Kaufoptionsvertrag für das Grundstück am Buchhügel und befreite die Fläche mehrmals im Jahr von Bewuchs, um zu verhindern, dass dort ein Biotop entsteht. 2012 stellte das Land Mittel im Haushalt für den Neubau bereit. Baubeginn sollte im selben Jahr und Fertigstellung im Sommer 2014 sein.*

Es kam anders. Der unterlegene Konkurrent im ÖPP-Bieterverfahren focht die Entscheidung zugunsten von Goldbeck an. Es kam zum jahrelangen Rechtsstreit. Erst Ende 2017 erhielt Goldbeck den Zuschlag. Dass die lange Wartezeit nicht nur an den Nerven der Beschäftigten zehrte, sondern auch dem Unternehmen viel Geduld abverlangt hatte, räumte der geschäftsführende Gesellschafter Jan-Hendrik Goldbeck ein. Nach seinen Worten war der Neubau für seien Firma „kein normales Projekt“. Es habe „viel Leidensfähigkeit“ erfordert, um weiterzumachen. Wenn nicht das Land der Partner gewesen wäre, wäre man wohl ausgestiegen.   Von Agnes Schönberger

*fr.de und op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks 

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