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Der Wilke-Wurstskandal hat auch die Stadt Offenbach erreicht. Sie warnt 100 Privatleute und 30 Gewerbebetriebe vor dem mit Listerien verseuchten Wurst.

Gefährliche Bakterien im Fleisch

Wilke Wurst in Offenbach - Stadt warnt Privatleute und Gewerbebetriebe

Der Wilke-Wurstskandal hat auch die Stadt Offenbach erreicht. Sie warnt 100 Privatleute und 30 Gewerbebetriebe vor der mit Listerien verseuchten Wurst.

Offenbach/Wiesbaden – Der Wilke-Wurstskandal zieht Kreise – auch in Rhein-Main gibt es immer mehr Betroffene. So hat die Lebensmittelüberwachung der Stadt Offenbach inzwischen 100 Privatleute und 30 Gewerbebetriebe angeschrieben, die im Großhandel nachweislich Produkte der Firma Wilke gekauft haben.

Die Liste derjenigen, die in den Anschreiben vor dem Verzehr der Waren gewarnt wurden, basiere auf Daten, welche das Regierungspräsidium Darmstadt zusammengestellt habe, teilte die Stadt mit.  Im Kreis Offenbach sind 64 Betriebe angeschrieben worden. „Keine Beanstandungen – sie sind dem Rückruf nachgekommen“, stellte eine Kreis-Sprecherin fest.

Offenbach: Listerien in Wurst - Stadt warnt vor Wilke-Produkten 

Unterdessen will Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) als Konsequenz aus dem Skandal die Lebensmittelkontrolle in Hessen verstärken. Es müsse effizientere Strukturen gegeben, die ein frühzeitigeres Eingreifen ermöglichen und dem Ministerium mehr Handlungsspielraum lassen, sagte sie. „Wir brauchen eine besser aufgestellte Lebensmittelüberwachung, damit ein solcher Fall nicht wieder vorkommt.“

In Gießen kommt jetzt ans Licht, dass auch das dortige Studentenwerk von dem Skandal um keimbelastete Wurst aus Nordhessen betroffen ist. In den Mensen des Studentenwerks Gießen gehörten Produkte des Herstellers Wilke zum Grundsortiment. Putenbrust, Kochschinken und Frühstücksschinken waren Teil des Grundsortiments, bestätigt Eva Mohr als Sprecherin des Studentenwerks Gießen.

Wurst-Skandal in Hessen: Todesfälle traten bereits 2018 auf

Die Waren des Wurstherstellers Wilke werden mit zwei Todesfällen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. Die Todesfälle hatte es nämlich bereits im Jahr 2018 gegeben, wo genau wissen die Behörden laut Hinz gar nicht, auch nicht, ob es in Hessen oder außerhalb war.

Mehr als ein Jahr dauerte es jedenfalls, bis das Robert-Koch-Institut am 16. September 2019 definitiv den Zusammenhang zwischen diesen Todesfällen und dem Verzehr von Wilke-Wurst bestätigte. Das ist für eine solche Analyse nicht ungewöhnlich, mussten doch erst Listerien-Stämme isoliert, Lieferketten nachverfolgt und alle möglichen Untersuchungen abgeschlossen werden.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Geschäftsführer – unter anderem wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung. Die Firma hat vorläufige Insolvenz angemeldet. Deshalb gebe es derzeit auch keinerlei Kooperation mit den Behörden, sagte Hinz. Die für Lebensmittelkontrolle zuständigen kommunalen Behörden hätten noch keinen Abschlussbericht über die Vorgänge vorgelegt.  mad/cm/dpa/fd

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