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Der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour rappte im ?Horst? im Gallus über Dschihadisten und Schwachmaten.

Stadtgeflüster

Bei „MC Omid“ ist Sprechgesang angesagt

Als Politiker muss Omid Nouripour (Grüne) viel reden. Da kommt es nicht von ungefähr, dass die Lieblingsmusik des Bundestagsabgeordneten Rap ist.

Als Politiker muss Omid Nouripour (Grüne) viel reden. Da kommt es nicht von ungefähr, dass die Lieblingsmusik des Bundestagsabgeordneten Rap ist. Was nicht viele wissen: In seiner Jugend rappte der heute 42-Jährige selbst. „Ich bin in der Batschkapp sogar mal bei einem Battle aufgetreten und Achter geworden“, berichtet der Politiker.

Und bis heute kam ihm diese Leidenschaft nicht abhanden. „Ich rappe vor dem Spiegel und meine Frau meint, ich würde unter einer Midlife-Crisis leiden“, sagt Nouripour. Nun rappte er auch öffentlich.

Das tut er hin und wieder und tritt dann als Rapper unter dem Namen „MC Omid“ auf. Kürzlich stand er im „Horst“ an der Kleyerstraße wieder einmal auf der Bühne. Dort gab „Bridges“ im Rahmen des Musikmesse-Festivals ein Konzert. „Für mich ist es als Schirmherr eine große Ehre, dass ich mit ihnen hier auftreten darf“, schwärmte Nouripour. „Bridges“ ist eine interkulturelle Musikinitiative aus Frankfurt, die seit Anfang 2016 schon weit mehr als 100 Musikern mit und ohne Flucht- oder Migrationshintergrund zusammenbringt.

Für das Musikmesse-Festival formierte sich eine 15-köpfige „Bridges“-Band, die Mitglieder aus sieben Nationen traten dabei in einen musikalischen Dialog Anfangs war das als Gag gemeint. Doch aus Spaß wurde Ernst und Nouripour integrierte zwei Stücke ins „Bridges“-Programm – eins auf Deutsch und eins auf Farsi, der persischen Sprache. „Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, gestand Nouripour, der noch eine zweite Leidenschaft hat: Fußall. Besonders Eintracht Frankfurt gehört sein Herz. Nicht zuletzt deshalb ist er auch Vorsitzender des Vereins „Bundesadler“, des Fanclubs von Eintracht Frankfurt im Deutschen Bundestag, dessen Gründung er maßgeblich initiierte.

„Ich fühle mich ungefähr so, wie die Musiker sich fühlen würden, wenn sie im Bundestag eine eineinhalbstündige Rede über die Gesundheitspolitik von Jens Spahn halten müssen – ich kann das auf dem Effeff, sie nicht“, schildert der Grünen-Mann seine Gefühlslage vor dem Auftritt.

Die Musik zu den beiden Liedern stammt von Mitglieder von „Bridges“, aber die Texte verfasste Nouripour. „Ich habe zwischen 2 und 3 Uhr vor einigen Tagen mal Zeit dazu gefunden, etwas zu Papier zu bringen.“ Entstanden ist ein Text über einen Dschihadisten mit dem Titel „Schwachmat“. „Ich finde, man muss dieses Thema in die Popkultur bringen, schließlich haben die auch eine Popkultur“, so Nouripour, der im vergangenen Jahr ein Buch zu diesem Thema veröffentlichte – „Was tun gegen Dschihadisten?: Wie wir den Terror besiegen können“.

Den zweiten Song teilte er sich mit dem – zumindest in seinem Heimatland – prominenten Sudanischen Rapper Abbas . „In diesem Song rappen wir über Korruption – er in seiner Sprache und ich eben auf Farsi“, erklärt Nouripour, der selbst ein großer Fan des Frankfurter Rap ist – „Moses Pelham , Tone, Mike Cruch oder Mr. L, aber es gibt noch sehr, sehr viele andere“.

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