Lars Grun und Alem Terzic führen gemeinsam die Geschäfte von Schreiber & Ebert.

Orthopädietechnik in Frankfurt

Mitten in Frankfurt. Besuch bei einer Cyborg-Werkstatt

Schreiber & Ebert hilft mit Hightech, Kompetenz und viel Menschlichkeit

Seit 40 Jahren gilt für die Orthopädie- und Sanitätstechnik-Spezialisten von Schreiber & Ebert ein Leitspruch: „Helfen ist unser Handwerk“. Unverändert blieben in diesen vier Jahrzehnten seit der Firmengründung im Jahr 1979 die Menschlichkeit und Fürsorge, mit denen das gesamte Team seinen Patienten begegnet. Stark verändert haben sich aber die technischen Möglichkeiten, die Werkstoffe und die Funktionalität insbesondere beim Ersatz von Gliedmaßen. Wo einst Holz und Leder und einfache Mechanik vorherrschten, wird heute beim bei Prothesen vor allem mit Carbon, Silikon und Mechatronik gearbeitet. Das lässt sich bei einem Besuch im Hauptsitz in der Schmalkaldener Straße in Frankfurt-Unterliederbach mit seiner Orthopädieschmiede sehr gut darstellen. 

Elektronische Prothesen für Unter- und Oberschenkel, für Arme und Hände mit Fingerbewegung, Hüftexartikulationsprothesen mit 3D-Funktionalität, Orthesen mit elektronischem Kniegelenksystem für Menschen, die nicht mehr laufen können, oder Skoliosekorsette für die Wirbelsäulentherapie sind nur einige Beispiele aus dem hochspezialisierten Leistungsspektrum von Schreiber & Ebert. Die Fertigungsstätte könnte als Cyborg-Werkstatt für einen Science-Fiction-Film Modell stehen. Das Gute aber ist, dass es sich nicht um Fiktion handelt. Die Prothetik-Spezialisten mit drei weiteren Filialen in Frankfurt, Eschborn und Rüsselsheim bauen keine künstlichen Geschöpfe, sondern helfen Menschen, die durch Krankheit oder einen Unfall Körperteile verloren haben, ein Stück Lebensqualität zurückzugewinnen. 

Die Hilfe und der menschliche Aspekt der Arbeit sind Alem Terzic, Technischer Leiter der Abteilung Orthopädietechnik und einer der beiden Geschäftsführer neben Lars Grun, am wichtigsten: „Natürlich arbeiten wir mit Scannern und Computern, viele Patienten finden das auch ganz toll und spannend. Aber um eine Form für einen Gipsabdruck machen zu können, muss man den Menschen fühlen können und mit ihm sprechen. Das kann kein Scanner ersetzen.“ Dazu gehört, dass man bei Schreiber & Ebert seine Patienten – anders als in einer großen Klinik – noch mit Namen kennt und sie bei einem Anruf unter der Nummer (069) 312728 an der Stimme erkennt.

In der „Cyborg-Werkstatt“ legen Kristian Klaic und Tolga Kaya an Beinprothesen letzte Hand an.

Viele Erfolgsgeschichten

Es sind die vielen persönlichen Erfolgserlebnisse, die bei den Orthopädietechnikern aus Unterliederbach für Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit sorgen: Ein Junge, der mit einer Unterschenkelprothese Karate macht, Schlaganfall-Patienten, die mithilfe elektronischer Ansteuerung ihrer Beinmuskeln wieder laufen lernen, Menschen die dank einer optimalen prothetischen Versorgung wieder aktiv am Leben teilnehmen können. Die Begleitung und Aktivierung des Patienten, das geduldige Einüben der Bewegungen mit dem künstlichen Körperteil, praktische Hilfe, die den Menschen den Alltag leichter machen – all das gehört zum Selbstverständnis im Hause Schreiber & Ebert. 

In diesem Sinne führen die beiden Geschäftsführer auch das Lebenswerk des vor knapp zwei Jahren verstorbenen Senior-Chefs Georg Grun weiter (siehe Kasten). Lars Grun ist Vorsitzender des Prüfungsausschusses für der Landesinnung Hessen für Orthopädietechnik und kreuzt auch mal die Klinge mit den Krankenkassen, wenn es nötig ist. Alem Terzic ist als Dozent an der Bundesfachschule für Orthopädietechnik, Prothetik und Biomechanik tätig und kann sein Wissen aus erster Hand an das eigene Fachpersonal weitergeben. „Wir wollen keine Masse, wir wollen Qualität“, ist ein zweiter Leitgedanke der beiden Geschäftsführer. 

Dazu gehört, dass Schreiber & Ebert durch zahlreiche Zertifizierungen Partner vieler Markt- und Technikführer im Orthopädie- und Sanitätsbereich ist – etwa als Skoliosezentrum nach Dr.Manuel Rigo, für das Mikroprozessor-Kniegelenksystem Rheo Gelenk von ÖSSUR und Genium Gelenk von Otto Bock oder für Lymphatische Kompressionstherapie der Firma Jobst. Kunden und Interessierte können sich von den modernen Produkten und Techniken bei Schwerpunkttagen überzeugen, die Schreiber & Ebert im zweiten Halbjahr des Jubiläumsjahres zu Themen wie Prothesen, Schlaganfall und Diabetes plant. Wichtig finden die beiden Unternehmer auch, dass die Zulieferer und Hersteller der Komponenten, die für die Produktion wichtig sind, aus Deutschland stammen. Materialien sollen hochwertig sein und werden von Familienunternehmen wie Streifender aus München bezogen. „So stärkt man den Mittelstand!“, sagen die beiden Geschäftsführer. 

Nur von einem kann es bei Schreiber & Ebert nie genug geben – und das sind motivierte Fachkräfte und Auszubildende. Die werden jederzeit gesucht und dürfen in der internationalen Stadt Frankfurt gerne auch interkulturelle Kompetenzen und Mehrsprachigkeit einbringen – für eine noch kompetentere und umfassendere Hilfe.


Erinnerung an Georg Grun

Er war ein Orthopädietechniker mit Leib und Seele. Als sein Vater Gerhard im Zweiten Weltkrieg ein Bein verloren hatte, sah sich Georg Grun dazu berufen, ihm das Leben zu erleichtern und startete somit seine berufliche Laufbahn. Er begann 1966 mit 15 Jahren seine Ausbildung, 1970 legte er die Gesellenprüfung ab, später wurde er Meister. 1992 trat er als Geschäftsführer und Mitinhaber in die Orthopädie-Technischen Werkstätten Schreiber und Ebert ein, deren Geschicke er ein Vierteljahrhundert mitbestimmen sollte – immer mit einem offenen Ohr, immer hilfsbereit. 

Die Hobbys von Georg Grun waren die Vogelzucht und das Segeln, recht spät noch das Skifahren und vor allem die Jagd, seine letzte und größte Passion. Bei dieser verstarb er unerwartet in Begleitung seiner Hündin Luna am 28. Mai 2017 in seiner Wahlheimat Bad Kötzing

Die Anfertigung von Prothesen war für Georg Grun eine Berufung.

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