Volksnah und stets hilfsbereit: So kannten die Lorsbacher ihren Ortsvorsteher Erwin Zeitz. Er starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren.
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Volksnah und stets hilfsbereit: So kannten die Lorsbacher ihren Ortsvorsteher Erwin Zeitz. Er starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren.

Lorsbach trauert

Ortsvorsteher Erwin Zeitz im Alter von 86 Jahren gestorben

Lorsbach trauert um seinen Ortsvorsteher Erwin Zeitz. Der BfH-Politiker ist am vergangenen Sonntag im Alter von 86 Jahren gestorben.

Seine Hilfsbereitschaft sei grenzenlos gewesen, sagt Hofheims Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater über Erwin Zeitz, und er trifft damit die Wahrnehmung zumindest eines ganzen Stadtteiles. Dass er sich ehrenamtlich um den Blumenschmuck an der Brücke mitten im Ort kümmerte, ist vielen bekannt, denn häufig konnte man Erwin Zeitz sehen, wie er sich an den Pflanzen zu schaffen machte. Das ist aber nur ein Beispiel von vielen – wenn in Lorsbach Hilfe gebraucht wurde, sprang er ein, wenn es ihm irgend möglich war.

Ein Beet gewidmet

Am vergangenen Sonntag ist Erwin Zeitz im Alter von 86 Jahren gestorben. Für den Stadtteil Lorsbach ist das ein Verlust, der so schnell nicht auszugleichen ist, auch wenn der Volksmund immer behauptet, dass niemand unersetzlich sei. Es spricht Bände, dass die Organisatoren des „Lorsbacher Paradiesgartens“ am Gemeindezentrum vor Jahren schon dem Ortsvorsteher ein Beet widmeten. Wie wichtig wiederum umgekehrt Lorsbach für Zeitz war, das hat er vor einigen Jahren im Gespräch mit dem Kreisblatt gesagt: Wenn alle im Ort, von den kleinen Kindern bis zur ältesten Einwohnerin, von ihm einfach nur als „dem Erwin“ sprächen, dann sei das für ihn Heimat.

Im Palmengarten gelernt

Dabei ist Zeitz keineswegs gebürtiger Lorsbacher gewesen. Er kam 1947 als Heimatvertriebener aus dem Egerland nach Lorsbach. Im Frankfurter Palmengarten lernte er das Gärtner- und Floristenhandwerk. Später eröffnete er unweit des Bahnüberganges mitten im Ort ein Blumengeschäft, das vor allem nach seiner Wahl zum Ortsvorsteher das heimliche Rathaus des Ortes wurde.

Der Einstieg in die Politik kam spät, 1999 wurde Zeitz Vorsitzender der Bürgerinitiative „Pro Lorsbach“. Das Maß der Kooperationsbereitschaft der anderen Parteien blieb hinter den Erwartungen zurück, also trat die BI als Wählergemeinschaft „Bürger für Hofheim“ selbst bei der Kommunalwahl an. Zeitz gehörte sowohl dem Ortsbeirat als auch – mit einer kurzen Unterbrechung – der Stadtverordnetenversammlung von 2001 bis zu seinem Tod an, arbeitete im Planungsausschuss mit, außerdem in verschiedenen Ausschüssen und Kommissionen. Neben der im Oktober 2016 verstorbenen Petra Gottschalk war er eines der beiden Gesichter der BfH. Es dürfte für ihn auch eine Selbstverständlichkeit gewesen sein, von ihrer Gründung im Jahre 2010 an aktives Mitglied der Hofheimer Bürgerstiftung zu sein.

Große Betroffenheit

Die Nachricht von seinem Tod macht viele betroffen. „Herr Zeitz war immer ein geduldiger Ansprechpartner, er hatte immer Lösungen für alle Probleme, und war ein feiner, fairer Mensch, den ich sehr geschätzt habe“, so Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang. „Er hatte eine klare Position, wirkte aber immer am machbaren mit“, ergänzt Stadtverordnetenvorsteher Vater. „Lorsbach ist authentisch, das ist das Bedeutende“, hat Zeitz selbst einmal gesagt. Viele Lorsbacher werden das über ihren verstorbenen Ortsvorsteher sagen. Die Beisetzung findet am kommenden Freitag, 20. Juli um 9.30 Uhr auf dem Lorsbacher Friedhof statt.

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