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Den Berg im Herzen: Peter Stürtz ist seit 30 Jahren in der Gastronomie zu Hause, seit 16 Jahren ist er der Wirt des Feldberghofs.

Gastronomie

Wie Peter Stürtz zum Feldberghof kam

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Es wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Peter Stürtz kann in diesem Oktober auf drei Jahrzehnten in der Gastronomie zurückblicken. Alles begann auf dem Münchener Oktoberfest.

Service, Spülküche, Toilettenmann Küchenhilfe, Management oder Hausmeister – es gibt eigentlich keinen Job in der Gastronomie, den Peter Stürtz nicht schon übernommen hätte. Dass es den gebürtigen Frankfurter, der in Köppern aufgewachsen ist, mal ins Restaurantfach verschlagen würde, war vorherbestimmt. „Wir sind eine Gastronomenfamilie“, sagt der Mann, der gemeinsam mit seiner Frau Claudia seit 2002 mit großem Erfolg den Feldberghof bewirtet.

War sein Ur-Großvater, der Stürtze Heine, noch ein bekannter Wilderer, führte sein Großvater, ein gelernter Koch, in Mainz-Kastel und Flörsheim bereits traditionsreiche Gasthäuser. Seinen Vater Peter Messerschmidt zog es zunächst nach Amerika, wo er als Hotelmanager arbeitete. Später begründete er von München aus die Cocktailbar-Kette Peaches. „Das war zu einer Zeit, als Cocktails in Deutschland noch nicht sonderlich bekannt waren“, erzählt Sohn Peter. Er selbst stieg nach seiner Fachhochschulreife direkt in den väterlichen Betrieb ein – und das mit Karacho. 1988, also vor genau 30 Jahren, stemmte der heute 51-Jährige seinen ersten Stand auf dem Oktoberfest. „Wir waren Unterpächter im Eingang vom Hippodrome und hatten eine kleine Cocktailbar. Die Leute haben uns die Bude eingerannt“, erinnert sich Stürtz. 16 Tage lang – am Ende sei man auf der sprichwörtlich letzten Rille gelaufen. Im Jahr betrieben die Stürtzens schon einen eigenen Stand. Insgesamt erlebte er 14 Oktoberfeste mit. „Würde ich alle Geschichten erzählen, das würde einen Abend füllen.“

Zur selben Zeit hatte er einen der Läden seines Vaters in Schwabing übernommen, „der zog jedoch so viele Gäste an, dass er wegen Anwohnerbeschwerden geschlossen werden musste“. Später arbeitete er gemeinsam mit seinem Vater daran, die Peaches-Kette auf 22 Läden auszubauen. „Ich war der Mann vor Ort, verantwortlich für Planung, Bau, Einrichtung und Eröffnung.“

Zwischen 1994 und 2000 pendelte Stürtz regelmäßig zwischen München und dem Osten der Republik. Das Familienunternehmen erwarb in Dresden und Chemnitz Häuser, sanierte diese und setzte unten Peaches-Bars rein. In Dresden stand er dann eines Tages auf der Straße und war gerade am Kehren, als das Telefon klingelte. Ein Freund sagte ihm: Der Feldberghof in der Heimat sei zu haben. Da musste Stürtz nicht lange überlegen und sicherte sich 2002 nach „intensiven Verhandlungen“ die Bewirtung der 1999 errichten Gaststätte. „Ein Traum wurde war“, sagt der Mann, der mit Leib und Seele Wirt ist heute – auch wenn der Anfang nicht einfach gewesen sei. Es hatte ein wenig gebraucht, den angeknacksten Ruf des Feldberghofs wiederherzustellen.

Doch mittels diverser Veranstaltungen – Open-Air-Kino und -Oper, Schlittenhunderennen oder Techno-Veranstaltungen im Schnee – gelang es, dass Haus wieder auf gesunde Beine zu stellen. Gemeinsam mit Frau, Mutter und Schwiegermutter (und aushilfsweise auch die Kinder Alex und Katharina) hat er dem Feldberghof seinen rustikalen Charme verpasst. „Und natürlich habe ich hier ein Super-Team in Küche und Service.“ Und das sorgt an 365 (!) Tagen im Jahr dafür, dass Wanderer, Rad- und Motorradfahrer etwas zu trinken oder in den Magen bekommen.

Mindestens vier mal die Woche fährt Stürtz die rund 25 Minuten von Zuhause auf den Berg – seit nunmehr 16 Jahren. „Und jede Fahrt nach oben ist immer noch ein Erlebnis.“ Auch im Winter, vor allem wenn es geschneit hat. „Da haben wir schon so manchen verirrten Wanderer aufgepickt oder Fahrzeuge aus dem Graben gezogen.“ So einen klirrend-kalten Winter auf dem Feldberg, sagt der Wirt, muss man schon mal miterlebt haben. Längst hat sich Stürtz übrigens in ein wandelndes Feldberg-Lexikon verwandelt, kennt alle Anekdoten, die sich rund um den Feldbergturm abgespielt haben.

Zwischenzeitlich hatte das Ehepaar Stürtz („Ohne meine Frau läuft nichts“) 2012 noch das Hölderlins auf dem Bad Homburger Markplatz übernommen (und 2016 wieder abgegeben), 2015 kam der Hirschgarten in Dornholzhausen dazu, den er ebenfalls wieder in Gang gebracht hat. Doch nirgends fühlt sich die Familie Stürtz so wohl wie auf „ihrem“ Berg.

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