+
Die Kurve der Lebensmittelpreise zeigt steil nach oben.

Verbraucher

Preise für Lebensmittel steigen deutlich

  • schließen

Die Preise für Nahrungsmittel sind im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich angestiegen. Besonders Gemüse, Molkereiprodukte und Eier sind teurer geworden. Für Energie müssen die Verbraucher ebenfalls deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Wenn bei vielen der 4560 Hartz-IV-Empfänger im Kreis Offenbach schon im ganzen Jahr nicht nur gegen Ende des Monats Schmalhans Küchenmeister war, wird es in diesem Monat noch schlimmer für sie. Denn die Preiserhöhungen, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden errechnet hat, treffen besonders Grundnahrungsmittel.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich demnach von September 2017 bis September 2018 mit plus 2,8 Prozent überdurchschnittlich. Der Preisanstieg binnen Jahresfrist hat sich damit im September 2018 verstärkt (August 2018: plus 2,5 Prozent). Erheblich teurer als ein Jahr zuvor war Gemüse (plus 12,3 Prozent, darunter Kartoffeln: plus 14,6 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt zogen im September 2018 gegenüber dem Vormonat an (plus 0,9 Prozent). Binnen Monatsfrist erhöhten sich vor allem die Kosten für Gemüse (plus 7,8 Prozent, darunter Gurken: plus 47,1 Prozent; Tomaten: plus 32,2 Prozent) sowie für Speisefette und Speiseöle (plus 2,5 Prozent, darunter Butter: plus 4,5 Prozent). Einige Nahrungsmittel wurden auch etwas günstiger, zum Beispiel Süßwaren (minus 0,7 Prozent).

Auch für Molkereiprodukte und Eier (plus 3,5 Prozent), Obst (plus 2,7 Prozent) sowie Fisch und Fischwaren (plus 2,2 Prozent) mussten die Verbraucher binnen Jahresfrist deutlich mehr bezahlen. Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im September 2018 bei plus 1,5 Prozent gelegen.

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im September 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent, maßgeblich bestimmt durch den Preisanstieg bei Energie (plus 7,7 Prozent). Auch andere Waren verteuerten sich binnen Jahresfrist deutlich, etwa Bier (plus 5,4 Prozent), Zeitungen und Zeitschriften (plus 4,3 Prozent) sowie Tabakwaren (plus 3,2 Prozent). Günstiger für die Verbraucher wurden unter anderem Telefone (minus 5,3 Prozent) und Geräte der Unterhaltungselektronik (minus 4,6 Prozent).

Im Vergleich zu den Preisen für Waren erhöhten sich im September 2018 die Preise für Dienstleistungen insgesamt mit plus 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich schwächer. Die Preisentwicklung für Dienstleistungen wirkte so dämpfend auf die Inflationsrate. Bedeutsam für die Preiserhöhung bei Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten (plus 1,5 Prozent), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden.

Stärker verteuerten sich zum Beispiel Pauschalreisen (plus 3,1 Prozent) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 2,7 Prozent). Günstiger waren hingegen Bildungsdienstleistungen des Elementar- und Primarbereichs (minus 11,4 Prozent), besonders durch den Wegfall der Kinderbetreuungskosten in einigen Bundesländern. Preisrückgänge gegenüber September 2017 gab es auch bei Flugtickets (minus 3,9 Prozent) und Telekommunikationsdienstleistungen (minus 0,7 Prozent).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare