+
Hier schlägt das sportliche Herz des Stadtteils: Die neue Anlage an der Goldpeppingstraße.

Trotz Sportpark

In Preungesheim ist noch immer nicht genügend Platz für den Sport

  • schließen

Im vergangenen Jahr eröffnete der Sportpark Preungesheim. Doch noch immer klagen Schulen und Vereinssportler über zu wenig Sportstätten.

Nach dem Bau des Sportparks Preungesheim und der Eröffnung der 14,3 Millionen Euro teuren Anlage mit einer Dreifachsporthalle, Natur- und Kunstrasenfußballplatz, Leichtathletikanlagen und mehreren Kleinspielfeldern im Mai vergangenen Jahres hätte man denken können, nun hat Preungesheim genügend Sportanlagen. Doch die Diskussion geht weiter. So meldeten die Schulen größeren Bedarf an und baten darum, die Halle im Sportpark künftig bis 18 Uhr nutzen zu können – was die Stadt ablehnte, denn diese Zeiten müsse sie den Vereinen wegnehmen. Während umgekehrt auch der TV Preungesheim dringend um weitere Hallenzeiten bittet, um seine Angebote ausweiten zu können – und auch er geht leer aus: Die Halle ist ausgebucht.

Während Schulen und Sportler gerne mehr Hallenzeiten hätten, sieht die Verwaltung den Bedarf zumindest für die Schulen zurzeit gedeckt: Erst wenn das geplante Oberstufengymnasium an der Goldpeppingstraße in Betrieb ist, könne man 2021 nachdenken, ob die Einfeldhalle der Carlo-Mierendorff-Gesamtschule (CMS), der das Gymnasium angegliedert wird, eine neue Zwei-Felder-Halle benötigt. Das sei zu wenig und zu spät, kritisiert hingegen der langjährige Vorsitzende des TV Preungesheim, Klaus Böttger: Aus Sicht des Vereinssports sei der Bau einer Drei-Felder-Halle unverzichtbar.

Auf Nachfrage des Ortsbeirats legt die Stadt in einer schriftlichen Stellungnahme dar, wie sie die Situation sieht: Die Liesel-Oestreicher-Grundschule (LOS), die CMS und die neue Oberstufenschule benötigen demnach jeweils eine Zwei-Felder-Halle. Die LOS hat eine solche Halle, zurzeit nutze die CMS die Halle für eine Doppelstunde pro Woche, schreibt der Magistrat. Die CMS selbst hat besagte Ein-Feld-Halle, die aber marode ist. Ihren Bedarf decke die „Carlo“ zurzeit im Sportpark, die sie täglich von 10 bis 15 Uhr nutze. Das Oberstufengymnasium, das 2019 eröffnen soll, habe „vorerst nur den Bedarf an einem Hallendrittel im Sportpark“. Sollte die CMS eine neue Zwei-Feld-Halle bekommen, könne die Oberstufe den Sportpark nutzen. Das reiche aus.

Diese Rechnung sei falsch, zumindest aus Sicht der Vereine, sagt hingegen Klaus Böttger, der bis 2017 den TV Preungesheim leitete. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom TSV Berkersheim und der TSG Berkersheim war er in die Planung des Sportparks eingebunden. Der Turnverein habe nur zwei Übungsabende im Sportpark, brauche aber fünf. Daher musste der Verein auf neue Angebote verzichten, für die es genug Interessenten gebe. Etwa Baseball, Mutter-Kind-Angebote oder Schwangerschaftsgymnastik. „Dies haben die Bürger von Preungesheim bis heute nicht verstanden.“

Auch musste der Verein die Kinder der neu eröffneten Fußballabteilung von November bis März wegen fehlender Hallenzeiten nach Hause schicken. „In Preungesheim wohnen mittlerweile fast 15 000 Menschen, die gerne Sport treiben würden, es aber nicht können.“

„Wir könnten leicht eine doppelstöckige Drei-Felder-Halle füllen“, bestätigt die kommissarische Leiterin des Sportamts, Angelika Stötz, Deshalb habe sie sich auch dagegen gewehrt, dass die Vereine in Preungesheim Hallenzeiten im Sportpark abgeben. Sie betont aber auch, dass man Vereins- und Schulsport nicht gegeneinander ausspielen dürfe. Preungesheim profitiere sehr vom neuen Sportpark. Zwar verstehe sie den Wunsch des Turnvereins, sein Angebot auszuweiten. Trotzdem trage sie die Entscheidung des Schulamts mit, an der CMS nicht über den Bau einer Drei-, sondern nur einer Zwei-Felder-Halle nachzudenken. Dass der Magistrat nun schreibt, er wolle 2021 darüber nachdenken, die Halle der Gesamtschule durch eine Zwei-Felder-Halle zu ersetzen, sei ein enttäuschender Rückschritt, findet Ortsvorsteher Robert Lange (CDU). „Ich dachte, die Planung der Halle sei sicher. Das klingt nun anders.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare