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Die Zentrale der Raiffeisenbank in Oberstedten ist Geschichte. Von heute an arbeiten die Mitarbeiter in Bad Homburg.

Kreditinstitut verlegt Zentrale

Raiffeisenbank in Oberursel zieht um

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Die Zentrale der Raiffeisenbank Oberursel zieht aus dem Oberurseler Stadtteil Oberstedten nach Bad Homburg. Die fünf Filialen sollen vorerst erhalten bleiben; was aus der Immobilie in Oberstedten wird, ist noch offen.

Der Name bleibt, der Standort ist neu: Die Raiffeisenbank (Raiba) Oberursel eG hat am Wochenende ihre Zentrale aus dem Oberurseler Stadtteil Oberstedten nach Bad Homburg verlegt. Vom heutigen Montag an haben 45 der insgesamt 73 Mitarbeiter ihre Büros im Gebäudekomplex „Bad Homburger Stern“ in der Werner-Reimers-Straße im Büro- und Gewerbepark Mitte in der Kurstadt. Sitz der Genossenschaft bleibt Oberursel.

Die Mitarbeiter der Zentralabteilungen – dazu zählen unter anderem Vorstand und Stabsabteilungen, Investoren- und Projektfinanzierungen, Vertrieb und Vertriebsservice sowie die Immobilientochter Imaxx – seien bisher an drei verschiedenen Standorten in Oberstedten und Wehrheim verteilt gewesen, was „immer wieder zu unnötigen Prozessschleifen geführt habe“, wie es in einer Pressemitteilung der Bank heißt. Doch weder in Oberstedten noch in Wehrheim habe sich ein zukunftsfähiges Raumkonzept umsetzen lassen.

„Wir versprechen uns zukünftig schnellere und effizientere Arbeitsabläufe“, sagt Raiba-Vorstandsvorsitzender Achim Brunner. Auf Nachfrage gibt er im Gespräch mit dieser Zeitung zu, dass die Raiba durch die Zusammenlegung der Kollegen auch spare. Zahlen will Brunner jedoch nicht nennen.

Ein Stellenabbau sei mit dem Umzug nicht verbunden, sagt der Raiba-Chef. „Im Gegenteil. Die außerordentlich guten Geschäftsergebnisse in den letzten fünf Jahren ermöglichen uns, bei Bedarf weitere Mitarbeiter einzustellen, was gelebte Praxis ist. Auch im aktuellen Jahr gab es bereits Neueinstellungen“, bekräftigt Brunner. In der Tat hatte die Bank bei ihrer jährlichen Bilanzpressekonferenz fünf Mal in Folge Rekordergebnisse präsentiert. 2017 erreichte das Kreditinstitut eine Bilanzsumme von 420 Millionen Euro; im Jahr zuvor waren es 371 Millionen gewesen. Die Zahl der Mitglieder der genossenschaftlich organisierten Bank war von 5732 im Jahr 2016 auf 6500 im vergangenen Jahr gestiegen.

„Auf die Privatkunden der Bank hat der Umzug keine Auswirkungen“, verspricht die Raiba in ihrer Pressemitteilung. Nachgehakt dazu, ob die Filialen erhalten bleiben, sagt Brunner: „Aktuell erhalten wir alle.“ Was aber in Zukunft ist, da mag sich der Vorstandsvorsitzende nicht festlegen. Ähnlich zurückhaltend hatte er sich schon in der Vergangenheit geäußert. Digitalisierung und Online-Banking, das ist bekannt, haben dazu geführt, dass immer weniger Kontoinhaber ihre Bankgeschäfte in den Filialen erledigen.

Gleichwohl lässt die Raiba Öffnungszeiten und Serviceleistungen in den Filialen – in Oberstedten, am Oberurseler Bahnhof, in Steinbach, in Frankfurt-Kalbach sowie in Wehrheim – erst mal unangetastet. Heißt: Die Kunden können sich sowohl von Mitarbeitern beraten lassen als auch Automaten benutzen.

Bleibt die Frage nach der Stamm-Immobilie in der Hauptstraße 75 in Oberstedten: Während die Raiffeisenbank nämlich in Bad Homburg Flächen auf vier Etagen gemietet hat, gehört ihr das Gebäude in Oberstedten, das durch die Nutzung als reine Filiale aber nur noch zu geringen Teilen belegt ist. Wird es verkauft? Vermietet? Dazu hält sich Brunner bedeckt, lässt aber durchblicken, dass sich die Raiba über die Zukunft der Immobilie derzeit Gedanken macht.

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