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Raubüberfall auf Poststelle aufgeklärt

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Einer der Täter, die 2011 eine Postverteilstelle in Florstadt überfallen und ausgeraubt haben, konnte nun vom Amtsgericht Friedberg verurteilt werden.

Zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis forderte Staatsanwalt Süß als Strafe für den Raubüberfall, den der heute 28-jährige Angeklagte Amon Sattari* am 28. Juni 2011 zusammen mit mindestens einem Mittäter auf ein Verteilzentrum des Paketdienstes DHL in Florstadt verübt hatte. Knapp 17 000 Euro hatten die Täter damals mitgehen lassen.

Trotz intensiver Fahndungsbemühungen und einem Fahndungsaufruf in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“, gab es lange keine konkreten Spuren zu den Tätern. Erst ein zweiter Raubüberfall im März 2013 auf eine Poststelle in Frankfurt mit einer DNA-Spur am Einbruchswerkszeug brachte den entscheidenden Durchbruch. Die Ermittlungen ergaben, dass Sattari nicht nur an dem Überfall in Frankfurt beteiligt war, sondern auch einer der Täter in Florstadt gewesen sein muss.

Visum ungültig

Vor Gericht räumte Sattari nun seine Fehler ein. Angefangen hatte alles mit der Finanzierung des Visums für Deutschland im Jahr 2011. Dreitausend Euro hatte er sich dafür in Moldawien bei vorgeblichen Freunden geliehen. Lediglich für ein halbes Jahr, so die Vereinbarung, weil es in Deutschland bekanntermaßen kinderleicht sei, Geld zu verdienen.

Doch das Visum galt nur für touristische Zwecke, nicht für Arbeitssuchende. Als Sattari nach sechs Monaten das geliehene Geld noch nicht zurückzahlen konnte, machten die Moldawier Druck und drohten seiner Lebensgefährtin und Familie. Da kam das Angebot von dem rumänischen Brüderpaar Oleg und Gregor Kusnezow recht. „Wir brauchen nur in das Büro zu gehen und die Tasche voller Geld mitnehmen“, so die Theorie.

Der Leiter des Verteilzentrums befinde sich zwar meistens im Büro, doch sei es leicht, ihn abzulenken. Sattaris Aufgabe dabei war es, dem angeblich schmächtigen Filialleiter durch seine kräftige Statur Angst einzujagen. So lautete der Plan der beiden Brüder, die in dem Zentrum gearbeitet hatten und über das Insider-Wissen verfügten.

Bekleidet mit DHL-Jacken gelangten Sattari und sein Mittäter bis vor das Büro des Dienstellenleiters. Als dieser die Männer aus der Halle weisen wollte und dafür die durch einen speziellen Code gesicherte Tür öffnete, überwältigen ihn Sattari und sein Kumpan. Weil das Opfer dann aber doch nicht ganz so schmächtig war und sich wehrte, schlug Sattari zu.

Gewalttat nicht geplant

„Das war wirklich nicht so geplant. Und als mein Begleiter Oleg dann auch noch Handschuhe anzog und ein Klebeband aus seiner Tasche zog, um den Dienststellenleiter zu fesseln, bin ich in Panik geraten“, erinnerte sich der Angeklagte. „Ich habe nur an einen einfachen Diebstahl geglaubt. Da haben mich Oleg und Gregor ganz schön übers Ohr gehauen.“

Deshalb gab er bei den ersten Vernehmungen auch bereitwillig die Daten seiner Mittäter an. Sattari will mit seiner kriminellen Vergangenheit abschließen. Unter Tränen schwor er Besserung. Die Strafe wegen des zweiten Überfalls, die er momentan verbüßt und die neue wurden nun zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren zusammen gefasst. jwn

*Namen von der Redaktion geändert

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