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Mit einer Nudelsuppe soll ein Mann versucht haben, einen anderen zu vergiften. (Symbolbild)

Gerichtsprozess

Mordversuch mit Nudelsuppe: 63-Jähriger fühlte sich vom Angeklagten bedrängt

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An dem Abend, als im Haus eines Ehepaares mutmaßlich eine Nudelsuppe vergiftet wird, zeichnet eine Kamera am Garten eine Person auf. War das der Angeklagte?

  • Ein Mann soll versucht haben, einen anderen in Rüdesheim zu vergiften
  • Er soll Gift in eine Suppe gegeben haben 
  • Das Motiv soll verschmähte Liebe sein 

Update von Freitag, 31.01.2020, 16.58 Uhr: Im Prozess um einen Mordversuch mit einer vergifteten Nudelsuppe hat eines der Opfer von Annäherungsversuchen des Angeklagten berichtet. „Das war mir unangenehm“, sagte der 63-Jährige am Freitag vor dem Landgericht in Wiesbaden. Der Angeklagte habe ihn unter anderem mal umarmt, seine Hand berührt oder ihm ungefragt die Tennistasche hinterhergetragen. Schließlich habe er dem 49-Jährigen deutlich gesagt, dass er solche Dinge lassen soll.

Der Angeklagte soll im Februar 2019 in Rüdesheim in das Haus eines Ehepaares eingedrungen sein und Gift in einen Topf mit Nudelsuppe gekippt haben. Der 63 Jahre alte Ehemann verfütterte die Suppe an seine Hunde, die mit schweren Vergiftungssymptomen in eine Klinik gebracht wurden und überlebten. Hintergrund der Tat ist laut Anklage, dass der 49-jährige Deutsche in den Ehemann verliebt war. Die beiden Männer kannten sich vom Tennisclub

Rüdesheim: Immer wieder Anschläge gegen die Familie

Der 63-Jährige berichtete vor Gericht, es habe über Monate immer wieder Anschläge gegen seine Familie gegeben. Unter anderem habe der jüngere Hund Giftköder gefressen, mal sei eines der Autos mit Steinen beworfen worden, während seine Frau am Steuer gesessen habe.

Die Familie installierte an ihrem abseits gelegenen Haus mehrere Kameras. Unter anderem an dem Tag der mutmaßlichen Vergiftung der Suppe ist auf den Bildern eine Person auf dem Grundstück zu erkennen. Auch rund zwei Wochen danach wird ein vermummter Mensch gefilmt, wie er eine Kamera von der Wand reißt.

Nach den Worten einer Gutachterin sind die Aufnahmen zu undeutlich, um den Angeklagten darauf zu identifizieren. Es lasse sich aber auch nicht ausschließen, dass es der 49-Jährige ist. Der 63-Jährige sagte als Zeuge, er habe den Angeklagten auf den Bildern erkannt: „Ich wusste nach eineinhalb Sekunden, wer das ist.“

Rüdesheim: Schweigen zum Prozessauftakt

Update von Montag, 27.01.2020, 11.30 Uhr: Am Montag, 27.01.2020, begann vor dem Wiesbadener Landgericht der Prozess gegen den Mann, der versucht haben soll, einen anderen mit vergifteter Nudelsuppe zu töten. Das berichtet die dpa. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-jährigen Mann vor, in das Rüdesheimer Haus eines Ehepaares eingedrungen zu sein und Gift in die auf dem Herd stehende Nudelsuppe gegeben zu haben. 

Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte. Er könnte nichts erklären, was nicht passiert sei, so der Anwalt. Die Anklage stützte sich bisher auf Indizien und Rückschlüsse, die reinen Beweise reichten nicht für eine Verurteilung aus. Die Staatsanwältin geht davon aus, dass der Angeklagte in den Mann verliebt war, den er vergiften wollte. 

Dieser ist allerdings mit einer Frau verheiratet. Beide kannten sich wohl vom Tennis spielen. Als der Mann die Advancen des Angeklagten zurückwies, sei dieser gekränkt gewesen und habe ihn daraufhin vergiften wollen. Ein Teil der Suppe wurde an die beiden Hunde des Ehepaares verfüttert, die mit schweren Vergiftungssymptomen in eine Klinik gebracht worden mussten. Sie überlebten schließlich.

Erstmeldung von Freitag, 22.11.2019, 15.45 Uhr: Rüdesheim - Er verliebte sich in einen Bekannten vom Tennisspielen, aber der erwiderte seine Liebe nicht. Deshalb soll Enrico R. versucht haben den Mann, den er nicht haben konnte, umzubringen. Dafür sitzt er nun seit April in Untersuchungshaft in der JVA Preungesheim. 

Rüdesheim: Versuchter Giftmord mit Nudelsuppe

Wie bild.de berichtet, soll der beschuldigte Enrico R. sich 2018 in einen Mitspieler des Tennisclubs Rüdesheim verliebt haben. Sein Auserwählter Hans ist allerdings mit einer Frau verheiratet und habe die Avancen seines Tennis-Kollegen abgelehnt. Das habe Enrico R. gekränkt, der daraufhin den Plan gefasst habe, den Mann zu vergiften. 

Dafür sei er in das Haus von Hans und seiner Frau eingebrochen, und habe eine Substanz in einen Rest Nudelsuppe geschüttet, die noch auf dem Herd stand. Die Substanz enthielt wohl das tödliche Gift des Blauen Eisenhuts, eine Pflanze deren Teile hochgiftig sind. 

Dann verschwand Enrico R. wieder aus dem Haus. Sein Plan ging allerdings nicht auf, da die Suppe mit dem Gift an die beiden Hunde des Ehepaars verfüttert worden sei. 

Versuchter Giftmord in Rüdesheim: Mitglied von Tennisclub sitzt in JVA Preungesheim

Die Tiere erbrachen sich, bekamen Krampfanfälle und wurden in eine Klinik gebracht. Die Hunde überlebten den Gift-Anschlag knapp. Die Polizei habe anschließend die Suppen-Reste untersuchen lassen, wobei sie Spuren des tödlichen Gifts fand.

Enrico R. sei Anfang April festgenommen worden und sitzt seitdem in der JVA Preungesheim. Laut bild.de konnte die Polizei genug Informationen bei der Hausdurchsuchung genug Beweismaterial für eine Schuld R.'s finden. 

Am 16. Oktober habe die Staatsanwaltschaft nun Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Sie spricht demnach von den Mordmerkmalen Grausamkeit, niedrige Beweggründe und Heimtücke. Der Beschuldigte Enrico R. bestreitet die Tat. 

Er wurde bereits vor 18 Jahren vom Landgericht Memmingen wegen versuchten Mordes zu einer längeren Haftstrafe verurteilt. Damals soll er versucht haben, einen Menschen mit Arsen zu vergiften.

agr

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