Stadt sucht Lösungen

Rödelheim/Sossenheim: Hier droht ein Verkehrskollaps

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Ein neuer Logistikpark an der Gaugrafenstraße, der Ausbau von Continental und das Gewerbegebiet an der Wilhelm-Fey-Straße – der Westerbachstraße droht in den nächsten Jahren ein Verkehrskollaps. Nach einer endgültigen Lösung wird weiterhin gesucht. Eine zusätzliche Autobahnauffahrt steht nach wie vor in den Sternen.

Die Stadtteilpolitiker machen sich Sorgen. Darüber, dass nicht nur die Westerbachstraße, sondern auch die Lorscher Straße irgendwann unter der Verkehrslast zusammenbrechen. Schon jetzt muss man dort in den Stoßzeiten viel Geduld mitbringen, vor allem auf der Westerbachstraße in Richtung Autobahn A 648 und Sossenheim wälzt sich die Blechlawine nur langsam fort.

Und es wird nicht besser werden. Denn auf dem ehemaligen US-Armee-Areal an der Gaugrafenstraße soll schon bald ein Logistikpark entstehen. Die Stadt rechnet mit rund 2400 Fahrzeugen zusätzlich pro Tag – 50 Prozent davon Schwerlastverkehr. Damit aber nicht genug. Bis 2022 will Continental seinen Standort an der Guerickestraße ausbauen. Für 200 neue Mitarbeiter wird Platz geschaffen, zudem sollen 900 Mitarbeiter nach Rödelheim zurückgeholt werden, die derzeit noch an anderen angemieteten Standorten in Frankfurt und Eschborn arbeiten.

Dass durch diese Entwicklungen der Verkehrskollaps in Rödelheim und Sossenheim droht, hat auch die Stadt erkannt, die deswegen in engem Austausch mit Hessen Mobil, der Straßenbaubehörde des Landes, steht. Die Erschließungssituation der bestehenden und in Entwicklung befindlichen Gewerbegebiete stelle seit Jahren eine besondere Herausforderung dar, heißt es jetzt in einer Stellungnahme des Magistrats. Priorität sei, die Hauptverkehrsstraßen noch stärker an die Autobahn anzubinden. Da es rund um das Nordwestkreuz jedoch viele Knotenpunkte und eine hohe Verkehrsbelastung gebe, seien die Möglichkeiten hierfür entsprechend gering.

Deswegen werde es wohl auch keine direkte Anbindung an die Autobahn A 5 geben, wie der Ortsbeirat 6 (Goldstein, Griesheim, Höchst, Nied, Schwanheim, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach und Zeilsheim) sie kürzlich gefordert hatte. Dagegen sprächen die direkt benachbarten Knotenpunkte, so die Begründung für diese Entscheidung.

Allerdings hat der Magistrat eine Alternative entwickelt. Denn das Nordwestkreuz verbinde nicht nur die Autobahnen A 5 und A 66 miteinander, sondern biete auch Anschluss an die Lorscher Straße, die sowohl als Zufahrt in die Guericke- wie auch die Gaugrafenstraße, hier über den Seedamm, ermöglicht. In einer Machbarkeitsstudie seien ansatzweise Lösungen entwickelt worden, Hessen Mobil wurde gebeten, diese in den Planungen zu berücksichtigen. Aktuelle Erkenntnisse gebe es noch nicht.

Eine direkte Anbindung der Gewerbeflächen an der Gaugrafenstraße an die Wilhelm-Fay-Straße mittels einer Brücke über die A 5 sieht der Magistrat als „nicht geeigneten Lösungsansatz“ an. Diese hatte der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) vorgeschlagen. Die Verkehrsströme müssten auch weiterhin über den Knotenpunkt Westerbachstraße/Wilhelm-Fay-Straße abgewickelt werden, so die nüchterne Begründung. Allerdings sei der Vorschlag nicht vom Tisch, sondern werde zunächst zurückgestellt. Anders sieht es mit einem weiteren Vorschlag der Stadtteilpolitiker aus: Der Schaffung einer Zufahrt von der Lorscher Straße aus Rödelheim kommend zu A 66 und weiter über das Nordwestkreuz zur A 5.

Diesen Vorschlag habe der Magistrat bereits Hessen Mobil unterbreitet. Zumindest in groben Zügen. Denn während der Ortsbeirat 7 sich lediglich für eine Zufahrt auf die Abbiegespur von der A 66 zur A 5 in Richtung Bad Homburg vorschlägt, geht der Magistrat einen Schritt weiter. Er spricht sich für eine „weniger verkehrlich eingeschränkte Lösung“ aus, die auch Fahrtmöglichkeiten in Richtung Westen auf der A 66 und in Richtung Süden auf der A 5 ermöglicht.

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