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Mehr Frieden braucht die Welt: die Teilnehmer des Ostermarschs in Limburg.

Ostermarsch

Rund 150 Bürger demonstrieren in Limburg gegen Rüstungsexporte

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Rund 150 Bürger haben Karsamstag bei einem Ostermarsch durch Limburg unter dem Motto „Abrüsten statt aufrüsten“ für Frieden auf der Welt plädiert. Das Bündnis für Courage Limburg hatte die Aktion organisiert, die die traditionellen Limburger Ostermärsche der 1980e-r Jahre wieder aufleben lassen soll.

Marita Salm hatte für Karsamstag einen Ostermarsch für das „Bündnis für Courage“ organisiert. An die 150 Menschen waren gekommen, um mit Worten und Spruchbändern beim Gang vom Bahnhofsplatz durch die Fußgängerzone und die Altstadt für Frieden auf der Welt zu werben.

Salm sagt, dass es Zeit sei, die in den 1980er-Jahren gelebte Tradition der Ostermärsche in Limburg wiederaufleben zu lassen. Die Welt sei wieder unsicherer geworden. Sie habe den Eindruck, dass die Gesellschaft nach Rechts gerückt sei. Marita Salm möchte aber, dass das friedliche Städtchen Limburg trotz aller Kriegsherde auf der Welt friedlich bleibt. Solange Deutschland aber an Kriegen mitverdiene, sei es mitverantwortlich für Kriege und Flüchtlingsbewegungen. „Dann haben wir auch eine Verantwortung, diesen Kriegsopfern zu helfen“, sagt die Marsch-Organisatorin.

„Ich bin gegen Aufrüstung und Waffenexporte“, sagt Helmut Hübinger aus Villmar. In der unruhigen Zeit heute sei es wichtig, öffentlich Flagge zu zeigen. Über die Jahre sei die Zahl der Ostermärsche in Deutschland aber immer weniger geworden. „Darum ist es mir wichtig, hier in Limburg dabei zu sein und Flagge zu zeigen“, erklärt Hübinger.

Paul Arthen, berichtet, dass er schon vor 30 Jahren zu den Menschen gehört habe, die in Deutschland Rüstungsexporte aufgedeckt und dokumentiert hätten. „Das war in Zeiten ohne Internet noch viel schwerer als heute“, erzählt er. Nach wie vor kämpfe er gegen Aufrüstung und für mehr Verantwortung.

Petra Heimer findet, dass viele in Deutschland aus der Geschichte nichts gelernt hätten. „Wir liefern überallhin Waffen und wundern uns dann, wenn die Kriege immer näher kommen“, sagt die Friedensaktivistin.

Peter Leuschner aus Elz sagt deutlich, dass es nicht gehe, dass weiter deutsche Waffen in Kriegsgebiete geliefert würden. Leuschner betont, es sei ihm wichtig gewesen, hierher zu kommen, um für Frieden einzustehen. Wir müssten solidarisch sein mit den Menschen in Kriegsgebieten, die aus ihrer Heimat flüchten mussten.

Bischof Dr. Georg Bätzing betonte in seinen Worten an die Teilnehmer, dass wir in Mitteleuropa seit 70 Jahren Frieden hätten. Doch es sei damit zu rechnen, dass Europa weniger friedlich werde. „Besonders populistische Strömungen, Politikverdrossenheit und der Verlust von Vertrauen in die Politik bedrohen unseren Frieden“, betonte Bätzing. Wachsam bleiben, Missstände offen ansprechen und Zivilcourage zeigen, das sei unsere Pflicht, betonte er. „Aber wir erleben auch die Folgen von Kriegen überall auf der Welt unmittelbar“, sagte der Bischof. Afghanistan, Syrien, Irak und Kongo nannte er als Beispiele für Länder, in denen die Menschen zum Teil seit Jahrzehnten unter Kämpfen und Krieg litten. Die Folgen davon bekämen wir nicht nur über die Medien mit, sondern auch über die Menschen, die Zuflucht suchend nach Deutschland kämen. „Wir dürften uns nie an den Krieg als Teil unseres Lebens oder als Teil des Lebens anderer Menschen gewöhnen“, betonte Bätzing. Sei es nicht dramatisch, dass zum Beispiel jemand, der 1978 in Afghanistan geboren worden sei, keine Zeit seines Lebens in wirklichem Frieden verbracht habe. Bätzing forderte: „Als Christen ist es unsere Aufgabe, Boten des Friedens zu sein.“

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) sagte zu den Teilnehmern: „Seit dem 8. Mai 1945 leben wir in Deutschland ohne Krieg. Wir durften uns 1989/90 sogar an einer friedlichen Revolution und der damit verbundenen Wiedervereinigung erfreuen.“ Doch der Frieden sei, wie der Blick auf die Welt zeige, brüchig. Es sei wichtig, daran zu erinnern, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei, sondern das Ergebnis menschlichen Handelns. Auch Deutschland trage seinen Anteil an kriegerischen Konflikten auf der Welt, die täglich neue Opfer forderten. „Die Folgen von Bürgerkrieg und Krieg zwischen Staaten bekommen wir auch in Limburg zu spüren, wenn Frauen, Männer und Kinder hier ankommen, die ihr Herkunftsland verlassen mussten.“ Viele beklagten, dass Flüchtlinge Deutschland nur aus materiellen Gründen als Ziel angeben würden. Doch das sei, so Hahn, zu kurz gegriffen. Deutschland zeichneten Gerechtigkeit, Sicherheit und damit eine gute Lebensperspektive aus. Diese Lebensbedingungen gelte es, über die Grenzen hinauszutragen.

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